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Tschad: Außenpolitik Tschad

25.07.2019 - Artikel

Grundzüge der Außenpolitik

Tschad befindet sich in einem schwierigen Sicherheitsumfeld. Die tschadische Außenpolitik zielt darauf ab, durch partnerschaftliche Zusammenarbeit Frieden und Sicherheit zu stärken und so die Voraussetzung für nachhaltige sozioökonomische Entwicklung zu schaffen.

Die Beziehungen zu den Nachbarstaaten sind heute weitgehend unbelastet. Allerdings erzeugen Fragilität und Machtvakuen in der Zentralafrikanischen Republik, Libyen, Sudan/Darfur sowie in der Tschadseeregion Flüchtlingsdruck und Instabilität in den Grenzgebieten. Tschad nimmt wichtige militärische Aufgaben in der Region war. Seit 2015 steht die militärische Bekämpfung der Terrorgruppe Boko Haram im Vordergrund. Dabei arbeitet Tschad im Rahmen der Multinational Joint Task Force mit Benin, Kamerun, Niger und Nigeria zusammen. Tschad stellt rund 1400 Soldaten und Polizisten für die Peacekeeping-Mission der Vereinten Nationen “Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali” (MINUSMA) und beteiligt sich an der Antiterrorbekämpfung der gemeinsamen Einsatztruppe der Regionalorganisation der Sahel G5 (Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, Tschad).

Traditionsgemäß besteht zu Frankreich als früherer Kolonialmacht ein besonderes Verhältnis. Tschad sichert gemeinsam mit der französischen „Barkhane-Mission“ die Nordgrenze zu Libyen. Die EU ist der wichtigste Partner bei der Entwicklungszusammenarbeit. Die Beziehungen zu den USA und seit 2006 auch zur Volksrepublik China besitzen insbesondere wegen deren Rolle bei der Erdölförderung erhebliche Bedeutung. Tschad spricht sich für einen ständigen Sitz afrikanischer Staaten im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aus.

Afrikanische Union und Regionalorganisationen

In der Afrikanischen Union (AU) spielt Tschad eine aktive und konstruktive Rolle. Der frühere tschadische Außenminister Moussa Faki ist seit 30. Januar 2017 Generalsekretär der Kommission der AU. In der Kommission der Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Zentralafrikas (CEMAC) vertritt Fatima Haram Acyl seit 2018 Tschad als Vizepräsidentin. Tschad ist Mitglied der G5-Sahel, der Wirtschaftsgemeinschaft zentralafrikanischer Staaten (frz. CEEAC, engl. ECCAS), der Gemeinschaft sahelo-saharischer Staaten (CEN-SAD) sowie der zentralafrikanischen Forstkommission COMIFAC.

Vereinte Nationen

Wegen der Herausforderungen in Tschad selbst, aber auch infolge der Krisen in Darfur und der Zentralafrikanischen Republik sind in Tschad mehrere Organisationen der Vereinten Nationen tätig. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR versorgt in Tschad derzeit rund 410.000 Flüchtlinge aus Sudan sowie der Zentralafrikanischen Republik. Hinzu kommen Rückkehrer tschadischer Staatsangehörigkeit aus Libyen und der Zentralafrikanischen Republik sowie durch Boko Haram Binnenvertriebene in der Tschadsee-Region. Andere Organisationen der Vereinten Nationen und viele Nicht-Regierungsorganisationen leisten Unterstützung im humanitären Bereich und bei Entwicklungsaufgaben.

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