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Trinidad und Tobago: Wirtschaft Trinidad und Tobago

12.03.2019 - Artikel

Trinidad und Tobago hat mit rund 17.000 USD eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen in Lateinamerika und im karibischen Raum. Die Ungleichheit der Einkommensverteilung ist weniger ausgeprägt als in anderen Ländern der Region. Seit 2011 gilt Trinidad und Tobago nicht mehr als Entwicklungsland im Sinne des Entwicklungsausschusses der OECD.

Die Wirtschaft wird durch einen leistungsfähigen Energiesektor, aber auch eine hohe Staatsquote geprägt. Der Rückgang von Öl- und Gaspreisen hat das Land schwer getroffen. Der Energiesektor ist für etwa 80% der Ausfuhren sowie 55% des BIP in Höhe von 23 Mrd. US-Dollar (2018) verantwortlich. Seit 2016 ist der Export von Öl um ca. 70% und der von Gas um ca. 45% zurückgegangen, weshalb es auch 2017 zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 2,4% des BIP sowie einem Haushaltsdefizit von 8,5 % kam. Seit 2018 gibt es wieder einen moderaten Aufschwung mit 1,4% Wachstum, der auf höhere Weltmarktpreise für Gas und vor allem die Erschließung neuer Gasfelder zurückzuführen ist. Die staatliche Gesamtverschuldung liegt bei 70% des BIP, die Inflationsrate verharrt auf dem mehrjährigen Mittel von 3%.

Wirtschaftliche Diversifizierungspläne kommen kaum voran, nach jahrzehntelangen hohen Verlusten wurde im November 2018 die nicht mehr konkurrenzfähige staatliche Ölraffinerie von Petrotrin geschlossen. Große Hoffnungen werden auf das Ende 2018 mit Venezuela geschlossene Abkommen gerichtet, wonach Gas aus grenznahen venezolanischen Gewässern nach Trinidad zur weiteren Verarbeitung geliefert werden soll. Der Lieferbeginn wurde aber bereits um ein Jahr auf 2021 verschoben.

Die ausländischen Direktinvestitionen, die bereits 2012 akkumuliert 22 Mrd. USD betrugen, haben sich seit 2014 um 5 Mrd. USD erhöht. Mit akkumuliert über 4 Mrd. USD ist Deutschland das Land mit dem vierthöchsten Bestand an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in Trinidad und Tobago nach den USA, Kanada und Großbritannien, wobei der größte Teil der deutschen Investitionen in die petrochemische Industrie geflossen ist.

Größter Handelspartner bleiben die USA, in die über 40% der Exporte gehen und woher Trinidad und Tobago etwa ein Drittel seiner Importe bezieht, gefolgt von EU und CARICOM. Zugleich diversifiziert das Land seine Gasausfuhren: In die USA, die früher 80% abgenommen haben, gehen jetzt weniger als 20%, der überwiegende Teil geht nach Südamerika und in die karibische Region.

Im Juli 2011 verabschiedete die Regierung eine Nationale Klimaschutzpolitik. Trinidad und Tobago liegt wegen seiner öl- und gasbasierten Wirtschaft hinsichtlich des Kohlendioxid-Ausstoßes pro Kopf der Bevölkerung weltweit auf Platz 12. Anfang 2018 hat Trinidad und Tobago als eines der letzten Länder das Pariser Klimaschutzabkommen ratifiziert. Zur Erreichung der Ziele stellt die Regierung u.a. die offiziellen Bus- und Taxiflotten auf Gasbetrieb (Clean Natural Gas, CNG) um. Erneuerbare Energien werden im Land bisher überhaupt nicht genutzt, die allerersten Solarprojekte befinden sich aber inzwischen in der Planungsphase.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


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Kokosnusspalmen am Strand, Trinidad and Tobago
Kokosnusspalmen am Strand, Trinidad and Tobago © picture alliance / blickwinkel

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