Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Wirtschaft Taiwan*

Artikel

Stand: Oktober 2018

Charakterisierung der taiwanischen Wirtschaft

Taiwan ist eine hoch entwickelte, stark exportabhängige Marktwirtschaft, die sich aufgrund der politischen Isolation darum bemüht, angesichts  zunehmender bilateraler und regionaler Zusammenschlüsse nicht marginalisiert zu werden und wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit 23,6 Mio. Einwohnern und einem BIP in 2017 von 579,3  Mrd. US$ (pro Kopf 24.577  US$)  steht Taiwan  an 22. Stelle unter den  Volkswirtschaften der Welt (bzw. 7. Stelle in Asien) und an 15. Stelle unter den Handelsnationen. 

Taiwan positioniert sich als verlässlicher Handelspartner, mit sehr gut ausgebildeten, dynamischen Fachkräften, einer guten Verkehrs-, Kommunikations- und IT-Infrastruktur, Rechtssicherheit, investitions- und innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen, hoher Lebensqualität, einem zwar kleinen Binnenmarkt (Bevölkerungszahl wie Australien) aber mit starker Nachfrage nach Markenprodukten, einer idealen geografischen Lage in der Asien-Pazifik-Region und vor allem mit guten Verbindungen zur nahen Volksrepublik China.

Eine Studie der Asian Development Bank sieht Taiwan an der Spitze der wissensbasierten Volkswirtschaften (vor Hong Kong und Japan) in Asien. Auch im „Global Competitiveness Report“ werden Taiwan immer wieder gute Noten ausgestellt (aktuell Platz 15), insbesondere als innovativem Standort mit starker Forschungs- & Entwicklungsbasis. Beim „Economic Freedom Ranking“ der Heritage Foundation liegt Taiwan auf dem 13. Platz (in Asien nur hinter Hongkong und Singapur). Besonders gelobt wird Taiwan für sein effizientes Unternehmensumfeld, hier vor allem niedrige Unternehmenssteuern und Lockerung von Vorschriften des Minimalkapitals von Gesellschaften.

Als einer der vier „asiatischen Tiger” hat Taiwan sich von einem agrarisch geprägten Land und arbeitsintensiver Industrie innerhalb einer Generation zu einer wertschöpfenden technologiebasierten Volkswirtschaft gewandelt. Nach dem Aufbau großer Exportkapazitäten ist Taiwan neben traditionellen Schwerindustrien wie der Petrochemie heute von IT-Produktion und Maschinenbau geprägt. Taiwan ist u.a. internationaler Vorreiter für e-Autos, das Internet der Dinge, Cloud Computing und 3D-Druck sowie in der Kreativindustrie. Taiwan ist ebenfalls auf dem Weg zu smarter, energieeffizienter und nachhaltiger Infrastruktur und Stadtentwicklung mit viel Potential für erneuerbare Energien.

In vielen IT-Produktgruppen ist Taiwan ein nicht wegzudenkender Teil etablierter Zulieferketten und Weltmarktführer bei vielen IT-Komponenten. Bei einer Reihe von IT-Bauteilen ist die weltweite IT-Branche auf taiwanische Schlüsselkomponenten angewiesen. Taiwanische Unternehmen produzieren vor allem als Original Equipment Manufacturer (OEM), bspw. Foxconn (HonHai) und treten meist nicht als Marke in Erscheinung. Daher steckt die Entwicklung eigener Marken für Kundenendprodukte noch in den Kinderschuhen (mit Ausnahmen wie HTC, ACER oder ASUS).

In Folge gestiegener Produktionskosten haben taiwanische Unternehmen bedeutende Teile der (End-)Fertigung in den 1990er und 2000er Jahren auf das chinesische Festland verlagert. In zunehmendem Maße verlagert sich dies aber nun ins chinesische Hinterland, nach Südostasien (vor allem Vietnam) und vereinzelt auch zurück nach Taiwan.
Die Verflechtung der taiwanischen Wirtschaft mit China schreitet mit der Entwicklung Chinas zum Kundenmarkt weiter fort. 41% aller taiwanischen Exporte gehen nach China (mit Hongkong), wovon wiederum 57% elektronische Komponenten sind. Taiwanische Unternehmen haben kumuliert beträchtliche Investitionen getätigt (geschätzt zwischen 80 und 280 Mrd. US$). Das sind etwa 60% der taiwanischen Auslandsinvestitionen. Allerdings verliert Taiwan in China seit kurzem Marktanteile, trotz des 2010 mit China unterschriebenen Wirtschaftsrahmenabkommens (Economic Cooperation Framework Agreement, ECFA).

Die nach dem Regierungswechsel zur China-kritischeren DPP-Regierung im Mai 2016 feststellbare deutliche Abkühlung  in den politischen Beziehungen hat sich bislang noch nicht gravierend auf den Wirtschaftsstandort Taiwan ausgewirkt. Die aktuelle schwache wirtschaftliche Entwicklung ist eher der weltwirtschaftlichen Schwäche geschuldet.
Taiwan selbst will sich als Forschungs- und Entwicklungsstandort etablieren und auf ausbildungsintensive Hochtechnologien konzentrieren. So setzt sich das BIP heute nur noch zu ca. 2% aus dem Beitrag der Landwirtschaft, zu knapp 35% aus der Industrie und etwa 63% aus dem Anteil der Dienstleistungsbranche zusammen. Taiwan positioniert sich in Zukunftstechnologien, Industrie 4.0 (hier: „Smart Machinery“) und fördert zunehmend junge Unternehmer und Start-ups.
ITRI (vergleichbar mit Fraunhofer-Institut, Top 100 Global Innovator Award) forscht industrienah anwendungsorientiert und trägt mit seinen Dienstleistungen zur Innovations- und Wettbewerbsförderung hierzu bei. Ca. 3% des BIP werden für Forschung & Entwicklung aufgewendet.
Taiwan hat es bei seinem wirtschaftlichen Aufstieg geschafft, soziale Verwerfungen in der Gesellschaft weitgehend zu vermeiden. Dennoch werden die wachsenden Wohlstandsunterschiede und die alternde Gesellschaft ein immer größeres Thema. Auch stellen subventionierte Verbrauchskosten (Energie und Wasser) sowie die starke Abwanderung Hochqualifizierter aufgrund niedriger Löhne Taiwan zunehmend vor Probleme. Eine moderate Arbeitslosenrate von regelmäßig um 4%, hohe Bildungsausgaben (etwa 12% des BIP), etwa 70% eines Jahrgangs, die ein Studium aufnehmen und eine insgesamt hohe Akademikerquote in der Bevölkerung (der 25-64-Jährigen) zeugen von einem gut ausgebildeten Personalangebot. Dennoch klagt die Wirtschaft über erheblichen Fachkräftemangel. Es wird am Bedarf vorbei ausgebildet. Einige Oberschulen (Senior Vocational Schools) bieten Berufsschulunterricht in Klasse 10-12, allerdings ist der Standard nicht mit klassischer deutscher dualer Berufsausbildung vergleichbar. Als einfache Arbeiter werden ausländische Gastarbeiter aus Südostasien ins Land geholt. Taiwan ist sehr an deutscher dualer Berufsausbildung interessiert, problematisch ist jedoch die mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz einer solchen Ausbildung aufgrund der Fixierung auf einen Hochschulabschluss und die mangelnde Ausbildungstradition der Betriebe.

Mit Singapur und Neuseeland schloss Taiwan 2013 jeweils bilaterale Handelsabkommen ab, also erstmals mit Staaten, mit denen es keine diplomatischen Beziehungen unterhält. Auch im Hinblick auf den „Hauptkonkurrenten“ Korea strebt Taiwan an, den regionalen Freihandelsabkommen Trans-Pacific Partnership (TPP) und Regional Comprehensive Partnership (RCEP, ASEAN+6) schnellstmöglich beizutreten. Der Abschluss des Chinesisch-Koreanischen Freihandelsabkommen hat Taiwan unter enormen Druck gesetzt. Taiwan strebt ebenfalls ein Freihandels- oder zumindest ein Investitionsschutzabkommen mit der EU an, die EU prüft aktuell die Aufnahme von Verhandlungen. Die Bereitschaft zu signifikanten Liberalisierungsschritten muss Taiwan aber noch unter Beweis stellen.

Aktuelle Wirtschaftsentwicklung, Wirtschaftsklima

Getragen von einem Exportaufschwung – steigende Nachfrage nach Elektronik und ICT –hat das extrem exportabhängige Taiwan ein kaum mehr erwartetes Wirtschaftswachstum von 2,8 % erreicht. Auch wenn die Exportabhängigkeit von China nicht verringert werden konnte, so zeigen doch die neue Southbound Policy und die Förderung der sog. „5+2 Schwerpunktsektoren“ erste positive Ergebnisse. Mit zunehmendem Erfolg der chinesischen Isolierungsbemühungen investiert Taiwan in seine Stärken, fördert Innovation in den Zukunftstechnologien, orientiert sich Richtung ASEAN und weitere wichtige Partner und forciert bilaterale Abkommen. Maßnahmen zur Verbesserung des regulatorischen Umfeldes, Steuerreform, Fachkräftesicherung etc. unterstützen eine zukunftsgerichtete Wirtschaftspolitik. Auch wenn schnelle Erfolge nicht zu erwarten sind, sind die Aussichten für 2018 und darüber hinaus positiv, für 2018 wird ein Wirtschaftswachstum von über 1,9% erwartet.

Die Arbeitslosenquote bleibt mit 3,8% niedrig, liegt allerdings für junge Taiwaner bis 24 Jahre bei 12,4% und für Uni-Absolventen bei 5%. Während MINT-Absolventen sich ihre Stellen aussuchen können, haben es Sozial- und Geisteswissenschaftler sehr schwer. Es wird am Bedarf vorbei ausgebildet. So beklagen sich Arbeitgeber weiterhin über fehlende qualifizierte Arbeitnehmer. Grund hierfür ist auch die Konkurrenz aus China, Hongkong und Singapur um qualifizierte Arbeitskräfte sowie eine wachsende Kluft zwischen Lehrbuchwissen und dessen Anwendung.

Die Gehälter der Beschäftigten stagnieren seit Jahren, die inflationsbereinigten Reallöhne sind in den letzten Jahren sogar gesunken.  Der durchschnittliche inflationsbereinigte Reallohn beträgt 39.953 NTD (rund 1.320 US$), das ist  der niedrigste in den „Tigerstaaten“. Seit dem 1.1.2016 gelten die 40-Stunden sowie 5-Tage-Woche.

Die Devisenreserven beliefen sich im Ende 2017 auf 451,5 Mrd. US$. Taiwan verfügt damit über die viertgrößten Devisenreserven weltweit.

Durch die starke Präsenz taiwanischer Banken auf dem chinesischen Markt sowie die intensiven Wirtschaftsbeziehungen zwischen Taiwan und China bleibt die Volksrepublik der größte Schuldner Taiwans.  Nach China sind Luxemburg, Hongkong und die USA die größten Schuldner des Landes.

2017 wurden ausländische Investitionen in Taiwan in Höhe von 7,5 Mrd. USD (-31,9%) genehmigt und in Höhe von 0,87 Mrd. USD (-17,9%) realisiert. Die beiden größten Investitionen wurden in der Halbleiterindustrie getätigt. Taiwanische Firmen investierten ihrerseits 11,57 Mrd. USD (-4,54%) im Ausland (502 Projekte, +1,2%). Insgesamt gehen knapp die Hälfte der taiwanischen Investitionen nach China, die Anzahl von Investitionsprojekten nimmt jedoch zugunsten von Investitionen in ASEAN, u.a. in Vietnams Textilindustrie, seit Jahren kontinuierlich ab.

Staatliche Investitionen in Taiwan in lokale Infrastrukturprojekte beliefen sich auf 11,4 Mrd. USD (+4,1%), private Investitionen auf 45,88 Mrd. USD (+8,6%). Über die nächsten acht Jahre sollen rund 45 Mrd. USD für Infrastrukturprojekte (Schienenverkehr, Wasserversorgung, Digitalisierung, Grüne Energie, Land/Stadtentwicklung „Smart City“) aus dem Haushalt bereitgestellt werden. In den vergangenen Jahren waren öffentliche Investitionen von vormals 24% des BIP auf 20% zurückgegangen. Innerhalb von vier Jahren soll wieder eine Investitionsquote von 25% erreicht werden.

Einbindung in die Weltwirtschaft, Außenhandel

Taiwan ist seit 2002 als „Separates Zollgebiet Taiwan, Penghu, Kinmen und Matsu (Chinese Taipei)“ Mitglied der WTO und seit 1991 der APEC (als „member economy Chinese Taipei“). 2009 wurde Taiwan Mitglied des „Government Procurement Agreement (GPA)“ der WTO und kam damit einer langjährigen Forderung der ausländischen Unternehmen nach. Das GPA gewährt grundsätzlich einen besseren Zugang zu öffentlichen Aufträgen. Dennoch gewinnen ausländische Unternehmen insbesondere im Infrastruktur- und Baubereich kaum taiwanische Aufträge, da das Ausschreibungssystem durch zu einseitige Ausrichtung auf den niedrigsten Preis und bürokratische Vertragsregeln nicht leistungsorientiert ist und international bewährte Vergabeverfahren kaum nutzt.

Die „European Chamber of Commerce Taipei (ECCT)“ vertritt die Interessen europäischer (einschließlich deutscher) Unternehmen in Taiwan wirkungsvoll. Das Deutsche Wirtschaftsbüro Taipei (DWB) konzentriert sich auf den bilateralen Handel und Investitionen.

Mit etwa 4.000 Ausstellern auf über 90 deutschen Messen gehört Taiwan regelmäßig zu den 10 wichtigsten Ausstellerländern in Deutschland.

Die GTAI unterhält ein Korrespondentenbüro in Taipei und veröffentlicht regelmäßig aktuelle Branchen- und Trendberichte zu Taiwan.

Aufgrund der starken Abhängigkeit vom Außenhandel ist Taiwan eine grundsätzlich offene Volkswirtschaft. Da Taiwans BIP-Wachstum von Exporten getragen wird, ist Taiwan auf freien Handel angewiesen. Nichttarifäre Handelshemmnisse wie Zertifizierungsbestimmungen, die mangelnde Anerkennung ausländischer Prüfsiegel oder Einschränkungen für Importe aus China stellen dennoch nicht unbedeutende Barrieren im sonst gut funktionierenden Handel mit Taiwan dar.

Verflechtungen mit Deutschland

2017 lag Taiwan aus deutscher Sicht mit 17,4 Mrd. Euro Umsatz an 27. Stelle in der Rangfolge der Handelspartner (+6,9%, 5. Stelle in Asien hinter VR China, Japan, Südkorea, Indien, vor Singapur und Vietnam); bei den Importen mit 9,6 Mrd. Euro an 25. Stelle (+11,6 %,) in Asien hinter und bei den Exporten mit 7,7 Mrd. Euro an 32. Stelle (+2,6%), 6. Stelle in Asien.

Aus taiwanischer Sicht blieb Deutschland auch 2017 fünftwichtigster Lieferant (hinter VR China, Japan, USA und Südkorea) mit 3,5% Marktanteil. Die Wareneinfuhren nahmen insgesamt um 5,7% zu. Taiwan Exporte nach Deutschland nahmen in 2017 um 8,8% zu (Marktanteil 2,0%, zehntwichtigstes Zielland).
Taiwan exportiert nach Deutschland zu 39% (+8,8%) Elektronik, Maschinen 18% (+12,5%) und Transportzubehör 11% (+12,9%) und importiert aus Deutschland Chemikalien zu 25% (+8,4%), Transportzubehör 22% (+16,8%) und Maschinen 20% (+9,3%).

Die Entwicklung deutscher Investitionen ist derzeit rückläufig; allerdings führen aufgrund des geringen Volumens einzelne Investitionen oder Firmen-Akquisen zu extremen statistischen Schwankungen: Deutsche Firmen investierten in 2017 in Taiwan 140,7 Mio. USD (2016: 31,74 Mio. USD), u.a. DHL Global Forwarding (Niederlassung in Taichung). Merck, Linde, Evonik und Bayer unterhalten wichtige F&E Zentren in Taiwan. Enercon (onshore Turbinen) wie auch SiemensGamesa (offshore Turbinen) eröffneten Ende 2017 Asia-Pacific Regionalbüros, seit Mitte 2018 ist auch EnBW mit einer Niederlassung vertreten. Bei entsprechender Auftragslage plant SiemensGamesa Produktion/Zusammenbau von Turbinen in Taiwan. 

Seit 1952 belaufen sich die Investitionen auf insgesamt 2,876 Mrd. USD (drittgrößter Auslandsinvestor). 
Taiwanische Unternehmen investierten in 2017 33,28 Mio. USD (2016: 26,10 Mio. USD), u.a. Partnerschaft von Gogoro mit Coup (Bosch-Gruppe) in ein eScooter Sharing Angebot in Berlin.

Sozialstaatliche Elemente

Sozialstaatliche Elemente gibt es unter anderem in Form der nationalen Krankenversicherung, einer Arbeitslosenversicherung und von Sozialhilfe. Eine nationale Rentenversicherung wurde 2008 eingeführt. Vor allem das Gesundheitssystem ist ein an Kosteneffizienz orientiertes Basisversorgungssystem, was bei hoher Leistungsfähigkeit zu vergleichsweise niedrigen Kosten führt. Taiwans Gesellschaft gehört zu den am schnellsten alternden weltweit.Vor diesem Hintergrund und durch relativ großzügige Rentenzusagen ist das Pensions- und Rentensystem Taiwans dagegen dringend reformbedürftig. Eine entsprechende Initiative bestehend aus schrittweisen Beitragserhöhungen, Leistungsabsenkungen und Erhöhung des Renteneintrittsalters wurde im Februar 2013 von der Regierung gestartet, aber bislang nicht konsequent umgesetzt. Die Rentenreform ist eine der dringendsten Aufgaben der neuen Regierung.

Umwelt- und Klimapolitik

Auch als Folge seiner schnellen wirtschaftlichen Entwicklung hat Taiwan mit Umweltproblemen zu kämpfen. Die Gründung einer Umweltschutzbehörde im Jahr 1987 markiert den Beginn einer kohärenteren Umweltpolitik: Die bisher verabschiedeten Umweltgesetze orientieren sich an Standards westlicher Industrieländer. Taiwan verfügt über eines der weltweit leistungsstärksten Mülltrennungs- und Wiederverwertungssysteme.

Der subventionierte Elektrizitätsmarkt ist noch von altmodischen, monopolistischen Zügen gekennzeichnet. Die Energieversorgung ist nahezu zu 100 % importabhängig. Über 85 % der Primärenergieversorgung ist fossiler Herkunft, was für Taiwan kombiniert mit geringer Energieeffizienz in allen Bereichen OECD-weit einen der höchsten CO2-Ausstöße pro Kopf bedeutet. Industrie und Öffentlichkeit haben sich jedoch an die subventionierten Strom- und Benzinpreise gewöhnt, weshalb einige zaghafte Preiserhöhungen der Regierung in den letzten Jahren stets zu Protesten führten, obwohl private Haushalte und kleine Unternehmen hiervon weitgehend ausgenommen wurden.

Taiwan strebt an, schrittweise aus der Nutzung der Atomenergie auszusteigen. Die derzeit drei Atommeiler sollen 2019, 2023 und 2025 außer Betrieb gehen. Der 1992 genehmigte Bau eines vierten Atomkraftwerks ist nahezu komplett fertiggestellt, infolge großflächiger Proteste (auch im Zusammenhang mit der Fukushima-Katastrophe) wurde jedoch dessen Fertigstellung im April 2014 unterbrochen. Unter der neuen Regierung ist nicht mehr mit einer Inbetriebnahme zu rechnen.

Trotz Förderung kommt der Ausbau der erneuerbaren Energien nur langsam voran. Letztere spielen bisher kaum eine Rolle im Energiemix. In der hiesigen Debatte über Atomkraft und Energieversorgung wird regelmäßig auf Deutschland rekurriert.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Weitere Informationen

Verwandte Inhalte

nach oben