Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Unterstützung für Entwicklung und Stabilität in Tadschikistan Tadschikistan

26.05.2016 - Artikel

Der Beauftragte für Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien, Andreas Peschke, führte vom 22. bis 26.05. Gespräche in Tadschikistan. Die Konsultationen im Außenministerium zielten auf die Intensivierung der bilateralen Beziehungen in den Bereichen Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit.

Von 22. bis 26.05. führte der Beauftragte für Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien, Andreas Peschke, Gespräche in Tadschikistan. Auf dem Programm standen offizielle Konsultationen mit dem Außenministerium, Gespräche mit Parlamentariern, Vertretern der Zivilgesellschaft, internationalen Beobachtern sowie ein Projektbesuch in der östlichen Region Gorny Badakhschan an der Grenze zu Afghanistan.

Gespräch mit dem Vorsitzendem des Auswärtigen Ausschusses des Parlaments (Majilisi Oli).
Gespräch mit dem Vorsitzendem des Auswärtigen Ausschusses des Parlaments (Majilisi Oli).© AA

Ziel: Intensivierung der bilateralen Kooperation

Die Konsultationen zwischen Peschke und dem tadschikischen Vize-Außenminister Huseynzoda fanden zum ersten Mal statt. Ziel ist es, den Dialog zwischen Deutschland und Tadschikistan auszuweiten und die Beziehungen nicht nur im politischen Bereich zu intensivieren, sondern auch die wirtschaftliche und kulturelle Kooperation und die Entwicklungszusammenarbeit auszubauen.

Vor zwei Monaten hatte Außenminister Steinmeier Tadschikistan als die kleinste der zentralasiatischen Republiken bei seiner Reise durch die Region besucht. Tadschikistan hat eine 1300 km lange Grenze mit Afghanistan und spielt eine wichtige Rolle für die Stabilität der gesamten Region, sprachlich und kulturell bestehen enge Bindungen zum Norden des Nachbarlands. Das bergige Land verfügt über immense Wasser-Energie-Ressourcen, die bisher nur zu einem kleinen Teil genutzt werden.

Grenzfluss Pandsch zwischen Tadschikistan und Afghanistan.
Grenzfluss Pandsch zwischen Tadschikistan und Afghanistan.© AA

Kooperative Nutzung der Wasserressourcen in Zentralasien

Peschke warb in seinen offiziellen Gesprächen für eine verbesserte Zusammenarbeit in der Region und für kooperative Lösung bei der teilweise strittigen Nutzung der Wasserressourcen. Während Tadschikistan, das am Oberlauf der wichtigen zentralasiatischen Flüsse liegt, diese vor allem zur Energiegewinnung nutzen möchte, will der wichtigste "Unterlieger" Usbekistan ihr Wasser vor allem zur landwirtschaftlichen Bewässerung in trockenen Gebieten einsetzen. Um diese Konflikte einzudämmen, wurde unter Ägide von Außenminister Steinmeier 2008 von Deutschland der "Berliner Prozess" zur kooperativen Wassernutzung in Zentralasien ins Leben gerufen.

Wasserkraftwerk Pamir I in der Nähe von Khorog.
Wasserkraftwerk Pamir I in der Nähe von Khorog.© AA

Deutsches Engagement in Tadschikistan

Im Interesse von Stabilität und wechselseitiger Entwicklung unterstützt Deutschland an der Grenze zu Afghanistan Projekte der grenzüberschreitenden Entwicklung wie Brücken, gemeinsame Marktplätze und Wasserkraftwerke. Andreas Peschke besuchte unter anderem Khorog, die Haupstadt der autonomen Provinz Gorny Badakhschan, gelegen im Pamir-Gebirge mit Gipfeln bis zu über 7000 m. In der Umgebung Khorogs werden mit Unterstützung der deutschen Entwicklungsbank KfW und des "Aga Khan Development Network" Wasserkraftwerke saniert oder gebaut, die inzwischen nicht nur 96 Prozent der 250.000 Einwohner der tadschikischen Grenzprovinz mit Energie versorgen, sondern auch über 20.000 Bewohner der afghanischen Provinz Badakhschan auf der anderen Seite der Grenze. Ein weiterer Ausbau dieser stabilitätsfördernden, grenzüberschreitenden Kooperation ist geplant.

Im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit hat Deutschland für Tadschikistan über 50 Millionen Euro an Unterstützung für einen Zwei-Jahres-Zeitraum zugesagt. Schwerpunkte sind die Gesundheitsfürsorge, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Bildung. Im vergangenen Jahr lernten 32.000 Schüler in Tadschikistan Deutsch, unter anderem an 5 Partnerschulen der "PASCH"-Initiative. Knapp 200 tadschikische Studenten studierten 2015 in Deutschland.

Lebendige Zivilgesellschaft bedeutend für gesellschaftliche Entwicklung und Stabilität

In den Gesprächen insbesondere mit Vertretern der Zivilgesellschaft betonte Peschke, wie wichtig aus unserer Sicht eine starke und lebendige Zivilgesellschaft mit freiheitlichen Betätigungsmöglichkeiten für die gesellschaftliche Entwicklung und Stabilität ist. In einem Referendum am vergangenen Sonntag hatte Präsident Rahmon die Möglichkeit erhalten, ohne Begrenzung erneut zu kandidieren. Politische Beobachter haben in den letzten Jahren auf eine zunehmende Einschränkung politischer Freiheiten hingewiesen.

Zum Weiterlesen:

Bilaterale Beziehungen: Deutschland und Tadschikistan

Initiative Partnerschulen im Ausland (PASCH)

Verwandte Inhalte

Schlagworte