Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

„Lasst uns loslegen!“ - Fernsehen für syrische Flüchtlingskinder Syrien

Artikel

Kinderfernsehen für traumatisierte Flüchtlingskinder aus Syrien – könnte das helfen, etwas Normalität in den Alltag im Flüchtlingslager zu bringen? Ein vom Auswärtigen Amt finanziertes Projekt der Deutschen Welle Akademie hat mit dieser Idee großen Erfolg.

Yallah Nehna kommt gut an - hier in einem Flüchtlingslager in der Türkei
Yallah Nehna kommt gut an - hier in einem Flüchtlingslager in der Türkei© Brigitta Schülke/DW-Akademie

Was passiert, wenn man ein volles Wasserglas mit einem Stück Pappe abdeckt und dann umdreht? Und welche Form haben eigentlich Wassertropfen?“, fragt die Moderatorin der Kindersendung „Yallah nehna“ zu Beginn der Sendung. Der Titel der arabischsprachigen Sendung lautet auf deutsch: „Lasst uns loslegen!“ – das Format erinnert dabei nicht zufällig an die deutsche „Sendung mit der Maus“: Ziel ist es, Kindern auf spielerische Weise die Welt der Wissenschaft und Technik näher zu bringen.

Ein Fenster zur Normalität

Was in unserer Gesellschaft als Spaß und Unterhaltung für wissbegierige Kinder gedacht ist, bietet syrischen Kindern in den Flüchtlingslagern in der Türkei oder in den Aufnahmegemeinden im Libanon ein Fenster in die Normalität, die sie seit Beginn des Krieges in Syrien 2011 verloren haben. „Yallah nehna“ möchte diesen traumatisierten Kindern an zwei Tagen in der Woche jeweils für eine halbe Stunde ermöglichen, den Krieg und ihre schwierigen Lebensumstände als Flüchtlinge zu vergessen. Die Sendung will ihnen einen „geschützten Raum“ anbieten, vielfältig kindgerechte Themen aufgreifen, aber auch Fragen aus dem Flüchtlingsalltag ansprechen.

Ausweitung der Sendezeit

Reportagen über den Alltag der Flüchtlingskinder gehören zum Kernprogramm der Sendung
Reportagen über den Alltag der Flüchtlingskinder gehören zum Kernprogramm der Sendung© Olaf Klein/DW-Akademie
Der große Erfolg der Kindersendung - die einen Sonderpreis beim wichtigsten europäischen Kinderfilm-Festival, dem „Prix Jeunesse“, erhalten hat - zeige, „dass Medienentwicklung ganz konkrete Resultate für die betroffene Zivilbevölkerung bringen kann“, sagte Tilman Rascher, Leiter des Bereichs Nah-/Mittelost der DW Akademie. Die Sendung stärke nachweislich das Selbstvertrauen der Kinder und sie trage deutlich zu einem Wissensgewinn bei.

Das Team der DW Akademie arbeitet derzeit daran, das Konzept der Sendung auszudehnen. Das Auswärtige Amt unterstützt diese Planungen, deren Ziel es ist, in Zukunft an fünf Tagen in der Woche zu senden. Mit dem erweiterten Programm will die DW Akademie einen Beitrag dazu leisten, den syrischen Flüchtlingskindern eine Welt abseits von Krieg und Gewalt zu zeigen, ihnen eine Perspektive zu geben und somit eine verlorene Generation von Kriegskindern zu verhindern helfen.

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben