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Steinmeier in Sri Lanka: Unterstützung beim Aussöhnungsprozess Sri Lanka

22.09.2015 - Artikel

Außenminister Steinmeier besuchte im September 2015 Sri Lanka. Wichtiges Thema der Reise: Der Aussöhnungsprozess nach dem Bürgerkrieg.

Außenminister Steinmeier hat am Dienstag (22.09.) Sri Lanka besucht. Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs hat das Land zuletzt wichtige Fortschritte bei Versöhnung und demokratischer Entwicklung gemacht. Steinmeier kündigte bei seinem Besuch an, den Aussöhnungsprozess zu unterstützen.

Ein Land im Aufbruch

Es war der erste Besuch von Außenminister Steinmeier in Sri Lanka. Der Inselstaat vor der Ostküste Indiens hatte einen Jahrzehnte währenden Bürgerkrieg durchlitten und ist davon bis heute gezeichnet. Allerdings waren zuletzt positive Entwicklungen zu beobachten. Denn sechs Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs hat es Anfang 2015 einen friedlichen Machtwechsel durch demokratische Wahlen gegeben. Außenminister Steinmeier äußerte dazu anerkennend: „Die Friedlichkeit dieses Machtübergangs war mit Blick auf die Region vorbildhaft.“

Besuch im Zeichen der Aussöhnung

Der Aussöhnungsprozess zwischen den Bürgerkriegsparteien - Singalesen und Tamilen - war das zentrale Thema von Steinmeiers Besuch. Dazu führte er sowohl Gespräche mit Staatspräsident Maithripala Sirisena und Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe als auch mit dem tamilischen Oppositionsführer Rajavarothiam Sampanthan.

Im Anschluss an sein Treffen mit Außenminister Mangala Samaraweera erläuterte er: „Es gibt für Aussöhnungsprozesse kein weltweit gültiges Modell.“ Dennoch sei Deutschland bereit, seine Erfahrungen zu teilen, sofern das gewünscht sei. „Elemente der Aussöhnung sind stets die Wahrheitsfindung, Gerechtigkeit, Entschädigung und natürlich die Garantie der Nicht-Wiederkehr“, so Steinmeier weiter. Der srilankische Außenminister dankte Steinmeier für das Unterstützungsangebot und sagte: „Wir sind bereit, internationale Hilfe anzunehmen.“

Den Jüngeren eine Perspektive bieten

Außenminister Steinmeier mit Berufsschülerinnen und -schülern am Sri Lanka German Training Institute
Außenminister Steinmeier mit Berufsschülerinnen und -schülern am Sri Lanka German Training Institute© Koehler/Photothek.net

Außenminister Steinmeier reiste während seines Besuchs auch nach Kilinochchi in den tamilischen Norden des Landes, wo gerade mit deutscher Unterstützung ein Berufsbildungszentrum aufgebaut wird. Die Provinzhauptstadt Kilinochchi war besonders stark von dem blutigen Bürgerkrieg in Sri Lanka betroffen, der mehr als 25 Jahre andauerte und erst 2009 beendet werden konnte.

Steinmeier wies darauf hin, dass es das effektivste Mittel für Aussöhnung und Wiederaufbau sei, der jüngeren Generation eine Perspektive zu bieten. Deshalb engagiert sich Deutschland in Sri Lanka im Bereich der Berufsbildung. Der Außenminister unterstrich in seiner Rede zur Einweihung des Zentrums, dass der Aufbau des Berufsbildungszentrums in Kilinochchi auch ein „Signal der Hoffnung“ nach einem langen und bitteren Bürgerkrieg sei.

In seiner Rede an die Berufsschülerinnen und -schüler betonte Steinmeier die Bedeutung dieses Projekts:

Sri Lanka durchlebt gerade einen Moment der Erneuerung. An dieser Stelle bauen wir nicht nur das Srilankisch-deutsche Berufsbildungszentrum. Ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, werdet an dieser Stelle das Fundament Eurer künftigen Karrieren und Eurer persönlichen Zukunft legen. Und ich bin überzeugt: In diesem Institut werdet Ihr die Chance haben, noch mehr zu erreichen: Es wird Euch darin unterstützen, eine bessere Zukunft für Euer Land zu schaffen.

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