Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Wirtschaft Somalia

Artikel

Stand: April 2018

Wirtschaftslage

Somalia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Der langjährige Bürgerkrieg sowie häufige Dürre- und Flutkatastrophen führen dazu, dass sich ein erheblicher Teil der Bevölkerung nicht ausreichend mit Lebensmitteln und Trinkwasser versorgen kann. Gerade in den letzten Jahren fielen die Niederschläge deutlich unterdurchschnittlich aus, was die Nahrungsversorgung der Bevölkerung erschwerte. Die weitgehend nomadisch lebende Bevölkerung musste durch ein breit aufgestelltes Hilfsprogramm vor allem von Seiten des Welternährungsprogrammes unterstützt werden.  Der humanitäre Bedarf wird in 2018 auf 1,5 Mrd. USD geschätzt. Medizinische Grunddienste stehen ebenfalls nicht ausreichend zur Verfügung. Bei den gängigen Indikatoren zur Messung der wirtschaftlichen Entwicklung liegt Somalia zumeist auf den letzten Plätzen: Bruttosozialprodukt, Lebenserwartung, Müttersterblichkeit, Kindersterblichkeit. Das Land ist seit Jahrzehnten auf Nothilfemaßnahmen aus dem Ausland angewiesen und ist der größte Empfänger von Nahrungsmittelhilfe weltweit.

In der früheren britischen Kolonie "Somaliland", die sich 1991 für unabhängig erklärt hat (international aber nicht anerkannt wird) und in der ein gewisser Grad an Stabilität erreicht wurde, sind durchweg bessere Indikatoren zu verzeichnen. Mehr Mütter überleben Schwangerschaft und Geburt, mehr Kinder gehen zur Schule, mehr Menschen haben Zugang zu Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Ähnliches gilt für das den Gliedstaat Puntland. Gleichwohl ist die Datenbasis für Gesamtsomalia dürftig. Alle Schätzungen internationaler Organisationen sind nur bedingt aussagekräftig.

Außenhandel

Somalia ist trotz der genannten Umstände der größte Exporteur von Lebendvieh (hauptsächlich Kamele, Schafe und Ziegen) auf die arabische Halbinsel. Einzige weitere nennenswerte Exportgüter sind Bananen, Datteln und Weihrauch, wenngleich in sehr bescheidenem Umfang.

Den Export von Holzkohle, der unter anderem zur weitgehenden Entwaldung der Gegend um die Hafenstadt Kismayo geführt hat, hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen untersagt, da die Einnahmen daraus auch der radikalislamistischen Terrorgruppe al-Schabaab zu Gute kamen.

In den vergleichsweise sicheren Regionen im Norden des Landes, vor allem in "Somaliland", hat der Handel über die Seehäfen (Berbera, Bosasso) und die wirtschaftliche Betätigung insgesamt einen spürbaren Aufschwung genommen. Davon profitiert jedoch bislang fast ausschließlich die dort lebende Stadtbevölkerung.