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Singapur: Kultur- und Bildungspolitik Singapur

04.04.2019 - Artikel

Kulturförderung

Singapur fördert seit Jahren gezielt und erfolgreich kulturelle Einrichtungen. Ehrgeizige Neu- und Umbauten von Museen, Konzertsälen und Theatern, wie zum Beispiel die „National Gallery“ oder die „Victoria Theatre and Concert Hall“ beleben die Kulturszene und erlauben Gastspiele auf internationalem Niveau. In Singapur finden auch regelmäßig regional bedeutende Kunstausstellungen und Messen wie Ende 2019 erstmals die geförderte ‚ART SG‘, nachdem die kommerzielle ‚Art Stage Singapore‘ 2019 aus kommerziellen Gründen kurzfristig abgesagt wurde. Schwerpunkt liegt vor allem auf südostasiatischer Kunst. Die Kulturszene wird staatlich gefördert und kontrolliert; sie zielt auf die nationale und internationale Elite. Für Filmvorführungen und Theaterstücke gelten Zensurvorschriften. Theater für den „kleinen Mann“ gibt es in wahrnehmbaren Umfang fast ausschließlich für die chinesisch stämmige Bevölkerung und hier verstärkt durch das von China betriebene Chinesische Kulturinstitut.

Bildungssystem

Bildung und Ausbildung sind prioritär für die singapurische Regierung. Bildung rangiert an zweiter Stelle des Staatshaushalts mit rund 17% des Gesamtetats. Die jahrzehntelangen nicht nur finanziellen Investitionen in das Bildungssystem haben zu einem im internationalen Vergleich hohen Standard geführt: Singapur erzielt in einzelnen Disziplinen (wie Mathematik, Physik u.a.) regelmäßig Spitzenplätze in der „OECD PISA Studie“. Mit dem „SkillsFuture“-Programm werden berufliche Weiterbildung und das lebenslange Lernen z.B. mit einem Bildungskonto besonders gefördert. Sorgen um die Flexibilität des Systems und eine ausreichende Kreativität der Jugend in der neuen digitalen Welt führen zu einem Umdenken in der Regierung und zu einer Abkehr von dem stark auf unreflektiertes Lernen ausgerichteten System.

Wissenschaft und Forschung

Singapur ist der wichtigste Wissenschafts- und Forschungsstandort in Südostasien. Sowohl Universitäten und polytechnische Hochschulen als auch die Forschungsinstitute wurden und werden mit erheblichen Mitteln ausgestattet, um Singapur auf der weltweiten Forschungslandkarte einen vorderen Platz in Asien und im globalen Vergleich zu sichern. Mit einem Volumen von 19 Mrd. SGD (etwa 12,15 Mrd. Euro) werden Forschung und Entwicklung in Singapur (2016 – 2020) gefördert. Schwerpunkte bilden die Bereiche Advanced Manufacturing and Engineering, Health and Biomedical Science, Services and Digital Economy sowie Urban Solutions and Sustainability.

Singapurs Hochschulen sind international aufgestellt. Kooperationen mit weltweit renommierten Universitäten und Forschungsinstituten (aus Deutschland u.a. TU München, Fraunhofer Gesellschaft und das Max Planck Institut) werden aktiv ausgebaut. Der DAAD betreibt ein Informationszentrum, um für Studienaufenthalte in Deutschland zu werben (Das Büro soll 2019 geschlossen werden). Die singapurische Regierung vergibt jährlich hunderte von Stipendien für Studienaufenthalte im Ausland, die vorwiegend im anglo-sächsischen Raum verbracht werden. Viele  wissenschaftliche Mitarbeiter und Studenten sind  keine Singapurer Staatsbürger und befruchten somit die internationale Entwicklung des Standortes maßgeblich. Mit dem Singapore Institute of Technology (SIT) und der Singapore University of Social Sciences (SUSS)  verfügt Singapur neben der National University of Singapore (NUS), der Nanyang Technological University (NTU), der Singapore Management University (SMU) und der Singapore University of Technology and Design (SUTD) inzwischen über sechs staatliche Universitäten. Schätzungen zufolge sind mehr als 250 deutsche Wissenschaftler in Singapur tätig.

Sprachenpolitik

Amts- und Verkehrssprache in Singapur ist Englisch. Weitere Amtssprachen sind Chinesisch (Mandarin), Malaiisch und Tamil. Weit verbreitet sind auch südchinesische Dialekte wie unter anderem Kantonesisch, Hokkien und Hakka. Aus historischen und politisch-psychologischen Gründen ist Malaiisch die „Nationalsprache“ (Nationalhymne, Staatsbezeichnung).

Neben Englisch werden drei von der Regierung anerkannte „Muttersprachen“ Mandarin, Malaiisch und Tamil in den Schulen gezielt als Träger kultureller Werte gefördert; die zu lernende Sprache ergibt sich aus dem ethnischen Hintergrund der Schüler und ist obligatorisch.

Bei der Wahl einer weiteren Fremdsprache rangiert Deutsch hinter Japanisch und Französisch an dritter Stelle.

Medienpolitik

Singapur ist bestrebt, Medienzentrum der Region zu werden und investiert verstärkt in Breitbandtechnologien, Online-Dienste und neue Medien. Bis 2020 soll mit „Mediapolis“ ein hochmoderner Medien-Hub entstehen. Die singapurischen Medien - Print, TV und Radio - gehören zu zwei Medienkonzernen, die direkt oder indirekt im Besitz des Staates sind.

Ausländische Korrespondenten sind in ihrer Berichterstattung weitgehend frei. Der private Empfang von Satellitenfernsehen ist nicht möglich, aber über Kabel können auch internationale Programme einschließlich der Deutschen Welle empfangen werden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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