Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Außenpolitik Singapur

Artikel

Stand: März 2018

Grundlinien der Außenpolitik

Singapur verfolgt eine flexible und pragmatische Außenpolitik. Ihre wichtigsten Ziele sind:

  •     Förderung eines weltoffenen Handelssystems; zugleich Abschluss bilateraler Freihandelsabkommen. In Kraft sind Abkommen bereits mit den ASEAN-Staaten (ASEAN-Freihandelszone), Australien, VR China, Costa Rica, den EFTA-Ländern, den Ländern des Golf-Kooperationsrats, Indien, Japan, Jordanien, Neuseeland, Panama, Peru, Südkorea, Taiwan, den Gründungsstaaten der Trans-Pazifischen Partnerschaft (neben Singapur: Brunei, Chile, Neuseeland) und den USA. Mit der Türkei wurde ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Im September 2013 haben die EU und Singapur nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen ein Freihandelsabkommen paraphiert. Nachdem der Europäische Gerichtshof im Mai 2017 die Frage der Kompetenzabgrenzung zwischen der EU und ihren Mitgliedstaaten geklärt hat, wird jetzt eine möglichst baldige Unterzeichnung und ein schnelles Inkrafttreten angestrebt.
  •     Gewährleistung der nationalen Sicherheit durch fortgesetzte Modernisierung der Streitkräfte und Abstützung auf militärische Präsenz der USA in der Region
  •      Pflege der bilateralen Beziehungen zu den Nachbarstaaten und Zusammenarbeit insbesondere mit den Partnern im Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN)
  •      Weiterentwicklung der Beziehungen zu den USA, China, Japan und Europa (Prozess der Europäisch-Asiatischen Gipfeltreffen / ASEM). 

Singapur ist aktives Mitglied der Vereinten Nationen und ihrer Sonderorganisationen. Von 2000-2002 war Singapur erstmals als nicht-ständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vertreten. Es ist auch Mitglied des Commonwealth und – in seiner Rolle als Koordinator der „Global Governance Group“ - regelmäßiger Gast der G20-Treffen, zuletzt beim Außenministertreffen in Bonn im Februar 2017 und beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017.

Außenpolitik im Rahmen von ASEAN

Im ASEAN-Verbund spielt Singapur eine maßgebliche Rolle; im Jahre 2018 hat es den Vorsitz von ASEAN inne und wird ab dem 1. August 2018 für drei Jahre auch den Vorsitz im EU-ASEAN Joint Cooperation Committee übernehmen. Mit der regionalen Zusammenarbeit im APEC (Asiatisch-Pazifische Wirtschaftskooperation)- und ASEAN-Rahmen verfolgt es das Ziel, sein außenpolitisches Gewicht, seine Sicherheit, seine Exportmärkte und Investitionschancen in der Region zu stärken. Singapur ist Sitz des Sekretariats der APEC. 

Im von den ASEAN-Ländern ins Leben gerufenen ASEAN-Regionalforum (ARF) ist Singapur aktiv bemüht, den Sicherheitsdialog auch mit Staaten wie den USA und China zu fördern.

Beziehungen zwischen Singapur und den Mitgliedstaaten der Europäischen Union

Zu allen Staaten der Europäischen Union bestehen enge und problemfreie bilaterale Beziehungen. Der Europäische Auswärtige Dienst ist in Singapur vertreten. Neben dem im September 2013 paraphierten Freihandelsabkommen wurde auch ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und Singapur paraphiert. Im November 2017 nahm die EU auf Einladung des damaligen ASEAN-Vorsitzes Philippinen erstmals als Gast am East Asia Summit (EAS) teil. Singapur ist treibende Kraft im südostasiatischen ASEAN-Verbund und hat seit dem 1. Januar 2018 für ein Jahr den Vorsitz von ASEAN inne. Zu Anfang August 2018 wird Singapur darüber hinaus für drei Jahre den Vorsitz im EU-ASEAN Joint Cooperation Committee übernehmen.

Die im Rahmen von ASEM gegründete Europäisch-Asiatische Stiftung (ASEF) hat ihren Sitz in Singapur. Die Aufgabe von ASEF ist es, das gegenseitige Verständnis zwischen Asiaten und Europäern durch intellektuelle, kulturelle und personelle Austauschprogramme auf zivilgesellschaftlicher Ebene zu fördern.

 

Weitere Informationen

nach oben