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Außenpolitik Sierra Leone

Artikel

Stand: Juni 2018

Grundzüge der Außenpolitik

Sierra Leone betreibt seit Beendigung des Bürgerkriegs eine aktive Außenpolitik, die auf regionale Friedenssicherung und außenpolitische Begleitung der nationalen Entwicklung konzentriert ist. Sierra Leone hat sich im Zusammenspiel mit anderen Ländern für einen friedlichen Übergang in Gambia engagiert.

Sierra Leone setzt sich für friedenserhaltende Maßnahmen ein und beteiligt sich an Missionen der Vereinten Nationen (VN), der Afrikanischen Union (AU) und Regionalorganisationen in Darfur, Somalia, Mali u.a.

Ein zentrales Anliegen der Außenpolitik ist die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen im Rahmen entwicklungspolitischer Projekte. Zahlreiche VN-Unterorganisationen sind vor Ort tätig. Die Vereinten Nationen sind ein wichtiger multilateraler Geber und hatten bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie 2014/15 eine zentrale Koordinierungsfunktion.

Beziehungen zu den Nachbarländern

Gute Beziehungen zu den Nachbarländern und die Wahrung regionaler Stabilität sind für Sierra Leone von großer Bedeutung. Das gilt insbesondere für Liberia und Guinea, die beiden unmittelbaren Nachbarstaaten Sierra Leones.

Nach Beilegung des Bürgerkrieges in Liberia und dem Amtsantritt von Ellen Johnson Sirleaf als Präsidentin Liberias im Januar 2006 haben sich die bilateralen Beziehungen Sierra Leones zu Liberia intensiviert. Die Beziehungen zum anderen Nachbarland Guinea waren seit dem dortigen Militärputsch Ende 2008 zunächst belastet. Seit der Wahl von Alpha Condé zum Präsidenten haben sich die Beziehungen beider Länder verbessert. Guinea ist traditionell als Handelspartner, insbesondere als Lieferant von Nahrungsmitteln, von großer Bedeutung.

Mitgliedschaft in Regionalorganisationen

Sierra Leone ist Mitglied der 1975 gegründeten Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) und engagiert sich in Fragen von Sicherheit, Friedenskonsolidierung und Krisenbewältigung.

Als Präsidentschaft des „Committee of 10“ der Afrikanischen Union koordiniert und vertritt Sierra Leone die afrikanische Haltung zur Reform des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (Ezulwini-Prozess).

Sierra Leone setzt sich für eine Wiederbelebung der 1973 gegründeten Mano-River-Union (MRU: Sierra Leone, Liberia, Guinea, seit 2008 auch Côte d'Ivoire) ein, die ihr Sekretariat in Freetown hat. Die Effektivität der Organisation leidet jedoch unter mangelnder Infrastruktur.

Wichtige Partner

Sierra Leone möchte seine Beziehungen zu bilateralen und internationalen Partnern der Entwicklungspolitik stärken und darüber hinaus neue Partner gewinnen. Zu den etablierten Partnern gehören an erster Stelle die frühere Kolonialmacht Großbritannien, aber auch Irland und Deutschland sowie die EU, die USA, Japan und China. Neue Partner sucht Sierra Leone insbesondere in Asien (Indien) und im Nahen/Mittleren Osten.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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