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Wirtschaft Sierra Leone

Artikel

Stand: Juni 2018

Wirtschaftsstruktur

Wichtigste Wirtschaftsbereiche sind die Landwirtschaft (überwiegend kleinbäuerliche Subsistenzwirtschaft), der Bergbau sowie Dienstleistungen. Hauptexportgüter sind Rohstoffe (vor allem mineralische Rohstoffe wie Eisenerz, Diamanten, Gold, Bauxit, Rutil). Der industrielle Sektor ist kaum ausgeprägt. Der produktive Bereich befindet sich überwiegend auf dem Niveau traditionellen Kleinhandwerks und ist ebenfalls Teil des informellen Sektors.

Wegen der großen Schattenwirtschaft werden viele Wirtschaftsaktivitäten nicht oder nicht korrekt erfasst und unterliegen daher Schätzungen. Die Überführung der informellen in eine formelle Wirtschaft ist ein zentrales Anliegen der sierra-leonischen Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Die Infrastruktur und der Energiesektor sind nur schwach ausgebaut.

Internationale Verflechtung

Die wichtigsten Handelspartner Sierra Leones sind China (insbesondere im Exportbereich), die EU, Indien und die USA.  Der Außenhandel ist nach starken Einbußen 2015 (Einbruch der Rohstoffpreise) wieder leicht gewachsen. Etwa 90 % der Exporte sind mineralische Rohstoffe. Importiert werden nahezu alle anderen Güter, da die einheimische Produktion sehr schwach ist. Ausländische Investoren sind vor allem im Dienstleistungsbereich (Banken, Versicherungen, Fluggesellschaften) und im Bergbau aktiv.

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Sierra Leone sind nur schwach entwickelt. Das bilaterale Handelsvolumen mit Deutschland betrug im Jahr 2017 rund 44 Mio. Euro.

Aktuelle Wirtschaftslage

Sierra Leone ist u.a. wegen seines sehr großen informellen Wirtschaftssektors, seiner kaum diversifizierten Wirtschaftsstruktur und seiner hohen Importabhängigkeit eines der ärmsten Länder der Welt. Seit Beendigung des Bürgerkriegs im Jahr 2002 gab es bis 2013 ein kontinuierliches, kräftiges und teils zweistelliges Wirtschaftswachstum von einer niedrigen Ausgangslage aus. 2014 reduzierte sich das Wachstum, 2015 schrumpfte die Wirtschaft um mehr als 20 %. Gründe dafür waren der Einbruch der Rohstoffpreise sowie die Ebola-Epidemie. In den Folgejahren ist wieder ein erfreuliches Wachstum zu verzeichnen gewesen. Die Strukturprobleme der Wirtschaft konnten allerdings nicht beseitigt werden.  

Der größte Teil der Bevölkerung, insbesondere der Jugendlichen, findet im formellen Wirtschaftssektor keine Beschäftigung.

Die Wirtschaftspolitik ist auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie auf die Erhöhung der Staatseinnahmen ausgerichtet. Zur Stärkung der Steuerbasis (nur etwa 10 % des BIP) soll der informelle Sektor in die formelle Wirtschaft überführt und die Korruption bekämpft werden. Sierra Leone erhofft sich neue Arbeitsplätze durch ausländische Investitionen, insbesondere in den Bereichen Tourismus, Bergbau, Agrobusiness, Fischereiwirtschaft, Energiewirtschaft (auch erneuerbare Energien) und Ausbau der Infrastruktur (Häfen, Flughäfen, Straßen, Telekommunikation). Sierra Leone ist reich an Bodenschätzen und mit seinen schönen Stränden ein potentielles  Ziel für Touristen in Westafrika. Die Erfolge sind aber bislang nur bescheiden. Sowohl ausländische wie auch inländische Investitionen sind niedrig geblieben.

Die im März 2018 gewählte neue Regierung hat mit dem Entwurf einer Entwicklungsstrategie begonnen und möchte neue Akzente setzen. Das Land wird noch auf absehbare Zeit von Geberzuwendungen abhängig sein.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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