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Senegal: Wirtschaft Senegal

28.06.2019 - Artikel

Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaft des Senegal mit seinen mehr als 15 Millionen Einwohnern wird von den Bereichen Landwirtschaft, Bauwirtschaft, Fischerei und Dienstleistungen dominiert. Fast 80 Prozent der Beschäftigten sind in der Landwirtschaft tätig. Der wichtigste Wachstumsbereich ist der Dienstleistungssektor (Finanzwesen, Telekommunikation und Immobilien). Die Wirtschaft wird dominiert von Kleinst- und Kleinunternehmen (99 Prozent), der allergrößte Teil davon liegt im informellen Sektor. Der informelle Sektor trägt über 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Über 60 Prozent der Wirtschaftsaktivitäten des Landes konzentrieren sich auf den Großraum der Hauptstadt Dakar.

Das Wirtschaftswachstum Senegals liegt seit mehreren Jahren konstant über sechs Prozent, die Inflationsrate lag in den vergangenen Jahren konstant unter zwei Prozent. Das Pro-Kopf-Einkommen lag 2018 bei ca. 1.400 US-Dollar, Senegal gehört weiterhin zur Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries, LDC). Der Anteil der in Armut lebenden Menschen fiel nach Weltbankangaben von 2011 38 Prozent auf 2016 35 Prozent.

Vor der Küste Senegals wurden Erdöl- und Erdgasfunde lokalisiert, die von ausländischen Öl- und Gasunternehmen erschlossen werden sollen. Hiervon erhofft sich Senegal erhebliche Steuereinnahmen sowie Impulse für Wirtschaft und Beschäftigung. Nach aktueller Planung soll die Gasförderung im Jahr 2021 beginnen.

Internationale Verflechtung, Außenhandel und Investitionen

Senegal verzeichnet seit einigen Jahren ein Außenhandelsdefizit durch die gestiegenen Einfuhren von Erdöl, Maschinen und Fahrzeugen. Zudem sind importierte Nahrungsmittel (z.B. aus Nordafrika, Türkei) teilweise immer noch preisgünstiger als die eigenen Produktionen. Zu den wichtigsten Exportländern Senegals zählen Mali, Schweiz, Indien, Elfenbeinküste und China. Hauptlieferländer der Importe sind Frankreich, China, Nigeria, Indien und die Niederlande. Insgesamt betrachtet ist der größte Handelspartner Senegals die Europäische Union (mit rund einem Drittel des Außenhandels). Senegal profitiert von der “Everything but Arms”-Regelung der EU, die der Gruppe der Least Developed Countries einen uneingeschränkten Zugang zum EU-Binnenmarkt ermöglicht.

Im Ranking des Doing Business Report 2019 der Weltbank steht Senegal auf Platz 141, liegt damit weiterhin im unteren Drittel der Rangliste. Zu den wesentlichen Investitionshemmnissen zählen unter anderem komplizierte Verwaltungsprozesse, ein kompliziertes Landrecht, ein überregulierter Arbeitsmarkt, schlechte Transportwege sowie eine unzureichende Energieversorgung. Seit 2014 bildet der « Plan Sénégal Emergent » die Grundlage für die Modernisierung der senegalesischen Wirtschaft, die durch eine enge Einbindung der Privatwirtschaft vorangetrieben werden soll.

Weitere Informationen

Senegal ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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