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Außenpolitik Senegal

Artikel

Stand: August 2018

Grundlinien der Außenpolitik

Senegal ist ein stabilisierender Akteur in Westafrika und verfolgt eine aktive Außenpolitik, sowohl in der Regionalorganisation ECOWAS/CEDEAO (Communauté Economique des Etats de l’Afrique de l’Ouest), als auch in der Afrikanischen Union und den Vereinten Nationen. Präsident Sall vertritt als Vorsitzender des Komitees der Staatschefs der Initiative NEPAD (New Partnership for Africa’s Development) afrikanische Interessen regelmäßig auch im Rahmen der G7 und G20. In den Jahren 2016 und 2017 war Senegal nicht-ständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, seit 2018 ist Senegal im VN-Menschenrechtsrat in Genf vertreten. Enge Beziehungen zur früheren Kolonialmacht Frankreich sind ein weiteres zentrales Element der Außenpolitik Senegals. Der französische Präsident Emmanuel Macron besuchte Senegal im Februar 2018.

Innerhalb der internationalen Gemeinschaft bemüht sich Senegal vor allem um finanzielle Unterstützung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Größte multilaterale Geber sind die Weltbank, die Europäische Union, der Globale Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria und die Afrikanische Entwicklungsbank. Die größten bilateralen Geber sind die USA, Frankreich, China, Japan und Kanada.

Afrika-Politik

Wichtigstes afrikapolitisches Anliegen Senegals ist die westafrikanische Integration, sowohl im Rahmen der Regionalorganisation ECOWAS/CEDAO als auch der 1994 gegründeten Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA (Union Economique et Monétaire Ouest-Africaine). Die UEMOA strebt einen gemeinsamen Markt nach EU-Vorbild an.

Beziehungen zu Nachbarstaaten

Die Beziehungen mit Gambia wurden in den vergangenen Jahren durch den Konflikt in der Casamance im Süden Senegals belastet. Senegal bezichtigte die Regierung Gambias, die Rebellengruppen der Casamance zu unterstützen. Mit der Amtsübernahme des im Dezember 2016 neu gewählten Präsidenten Adama Barrow hat sich das Verhältnis zu Gambia deutlich verbessert. Senegal hatte zuvor wesentlichen Anteil daran, dass der im Januar 2017 vollzogene Regierungswechsel, der das Ende einer über 20 Jahre andauernden autokratischen Herrschaft in Gambia bedeutete, friedlich verlaufen ist. Der senegalesische Präsident Macky Sall hat der neuen demokratisch legitimierten Regierung Gambias die politische und wirtschaftliche Unterstützung seines Landes zugesagt.

In Guinea-Bissau beteiligen sich senegalesische Soldaten an der ECOWAS-Stabilisierungsmission ECOMIB. Das Verhältnis zu Mauretanien wird weiter durch den Konflikt beider Länder aus dem Jahr 1989 überschattet, hat sich nach einer Einigung in Fragen der Fischereirechte und der gemeinsamen Offshore-Gasförderung aber seit Frühjahr 2018 entspannt. Die Krise in Mali verfolgt Senegal aufmerksam. Es beteiligt sich mit über 1.000 Soldaten und 350 Polizisten an der Operation MINUSMA der Vereinten Nationen.

Beziehungen zur islamischen Welt

Die Beziehungen zur islamischen Welt haben sich in den letzten Jahren intensiviert. Das gilt neben den traditionell engen Beziehungen zu Marokko insbesondere für Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Senegal hatte zwischen 2008 und 2013 den Vorsitz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) und war im Jahr 2008 Gastgeber des OIC-Gipfeltreffens. 

Engagement in den Vereinten Nationen

Senegal setzt sich für eine Stärkung der Rolle der Vereinten Nationen ein und unterstützt die Bemühungen um eine Reform der Vereinten Nationen einschließlich des Sicherheitsrates. Senegal ist einer der wichtigsten Truppensteller für Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Senegalesische Truppen und Polizisten sind gegenwärtig u.a. an MINUSMA in Mali und an Einsätzen in der Demokratischen Republik Kongo, Côte d’Ivoire, Sudan und Haiti beteiligt.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Senegal ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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