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Wirtschaft Schweiz

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Stand: November 2018

Wirtschaftsstruktur

Die Industrie ist exportorientiert. Schwerpunkte sind Chemie und Pharmaindustrie, die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sowie Feinmechanik (v. a. Uhren, Schmuck und medizinische Präzisionsinstrumente). Daneben hat sich die Schweiz erfolgreich im Bereich der Umweltschutztechnologien etabliert. Im Dienstleistungssektor sind rund 3,7 Millionen Erwerbstätige (ca. 76 %) beschäftigt. Der Finanzsektor ist mit einem Anteil von rund 9,4 % am BIP (2016) und ca. 213.000 Arbeitsplätzen (rd. 5,6% der Beschäftigten) noch immer eine wichtige Säule der Wirtschaft mit allerdings in den letzten Jahren leicht abnehmender Bedeutung (in Deutschland 3,9 %, in Luxemburg 27,5 % des BIP 2014). Daneben generiert der internationale Rohstoffhandel in Genf und Zug beachtliche Exporteinnahmen, die zwischenzeitlich diejenigen des Bankensektors überstiegen haben.

Außenhandel

Der Außenhandel erreichte 2017 einen Überschuss von etwa 35 Mrd. CHF, etwas niedriger als der Rekordwert des Jahres 2016 von 37 Mrd. CHF . Die Exporte lagen 2017 bei 220 Mrd. CHF, die Importe bei 186 Mrd. CHF.

Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Die Schweiz ist Mitglied wichtiger internationaler Wirtschaftsorganisationen wie OECD, IWF, Weltbank und WTO, jedoch nicht der G8 und der G20. Sie ist Sitzstaat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel. Daneben ist die Schweiz Gründungsmitglied der EFTA. Ein Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) wurde 1992 in einer Volksabstimmung von der Schweizer Bevölkerung abgelehnt. Als Ersatz dafür wurden zahlreiche Sektorabkommen mit der EU abgeschlossen. Seit 2002 sind die Bilateralen Verträge I (Personenfreizügigkeit, Luft- und Landverkehr, Abbau technischer Handelshemmnisse, Forschung, öffentliches Beschaffungswesen, Landwirtschaft) mit der EU in Kraft, die den (Wirtschafts-)Austausch vereinfachen. Die Bilateralen Verträge II (Schengen (Wegfall der Personenkonrollen), Dublin (Durchführung von Asylverfahren), Betrugsbekämpfung, Umwelt, Statistik, Ruhegehälter, Zinsbesteuerung, Landwirtschaftliche Verarbeitugsprodukte) wurden 2004 abgeschlossen.

Aktuelle Wirtschaftslage

Die Schweiz zählt mit einem Pro-Kopf-BIP von knapp 80.000 CHF (ca. 71.000 EUR) zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Die Konjunkturlage ist gut wie seit Aufhebung des Euro-Mindestkurses Anfang 2015 nicht mehr. Für 2018 wird ein kräftiges Wachstum von 2,9 % prognostiziert. Dies ist deutlich mehr als in den Vorjahren (2016: 1,4 %; 2017: 1 %). Das CHE-BIP lag 2017 bei 665 Mrd. CHF (ca. 588 Mrd. EUR), womit sich die Schweiz in Europa unter die 10 wirtschaftsstärksten Länder einreihte. Die Schuldenquote aller öffentlichen Haushalte (Bund, Kantone und Gemeinden zusammen) sinkt kontinuierlich und lag 2016 unter 30 %. Die Defizitquote der öffentlichen Haushalte liegt nahe null.

Die Arbeitslosenquote lag  2017 im Durchschnitt  bei 3,2%,. die Inflation bei +-0,5 %.

Umwelt- und Energiepolitik

Die Schweiz hat traditionell ein hohes umweltpolitisches Profil. Das am 1. Januar 2013 revidierte CO2-Gesetz sieht bereits bis 2020 eine Reduktion der Klimagase um 20% im Vergleich zu 1990 vor. Gemäß der neuen Gesetzesvorlage des Bundesrates zur Revision des CO2-Gesetzes vom 01.09.2016 sollen die Treibhausgase der Schweiz – gemessen am Basiswert von 1990 – bis 2030 um 50% gesenkt werden. Die Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens ist 2017 erfolgt.  Mit der EU wurde 2017 ein Abkommen unterzeichnet, mit dem die Schweiz in das EU-Emissionshandelssystem eingebunden wird. In der Energiepolitik setzt die Schweiz traditionell auf Wasserkraft (55 %), daneben auf Kernenergie. Nach dem Grundsatzentscheid zum schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie 2011 wird das Kernkraftwerk Mühleberg 2019 außer Dienst gestellt werden. Auch die übrigen drei Kernkraftwerke (insgesamt noch vier Reaktorblöcke, da AKW Beznau zwei Reaktorblöcke hat) werden voraussichtlich am Ende ihrer sicherheitstechnischen Betriebsdauer stillgelegt. Die Kernkraftwerke decken derzeit zusammen knapp 40 % der Schweizer Elektrizitätsproduktion. Zum Ausgleich soll unter anderem die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien einschließlich Wasserkraft im Rahmen der Energiestrategie 2050 um ein Drittel erhöht werden. Der durchschnittliche Energieverbrauch pro Person und Jahr bis 2035 soll um 43 % gegenüber dem Jahr 2000 sinken (Art. 3 Entwurf zum Energiegesetz).

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


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