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Schweiz: Wirtschaft Schweiz

13.03.2019 - Artikel


Wirtschaftsstruktur

Die Schweiz hat in den vergangenen Jahren die Industriequote des BIP bei ca. 20 % stabil gehalten. Schwerpunkte sind Chemie und Pharmaindustrie, die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sowie Feinmechanik (v. a. Uhren, Schmuck und medizinische Präzisionsinstrumente) und die Lebensmittelverarbeitung. Daneben hat sich die Schweiz erfolgreich im Bereich der Umweltschutztechnologien etabliert. Der Dienstleistungssektor macht etwa 78 % des BIP aus, davon etwas 10 % der Bereich Finanzdienstleistungen. Die Landwirtschaft trägt 1 % zum BIP bei.

Außenhandel

Die Schweizer Wirtschaft ist stark exportorientiert. Die Exporte zogen 2017 nochmals um 4,8 % an und erreichten ein Volumen von 220 Mrd. CHF, die Importe stiegen um 7 % auf 185 Mrd. CHF.

Die Exportquote des BIP lag bei 33,1 %. Zu dieser günstigen Entwicklung trug die internationale Konjunkturlage ebenso bei wie die Abschwächung des Schweizer Franken um 8 – 9 % seit Anfang 2017. Am Anstieg der Exporte hatte die Sparte Chemie/Pharma mit rund 40 % den größten Anteil. Insgesamt erzielte die Schweiz im Warenhandel einen deutlichen Überschuss von knapp 35 Mrd. CHF.

Die Schweiz als stark in die Weltwirtschaft eingebundenes Land ist sehr an Freihandel interessiert und verfügt über ein Netz von 28 Freihandelsabkommen mit 38 Staaten außerhalb der EU.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Die Schweiz ist Mitglied wichtiger internationaler Wirtschaftsorganisationen wie OECD, IWF, Weltbank und WTO, jedoch nicht der G8 und der G20. Sie ist Sitzstaat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel. Daneben ist die Schweiz Gründungsmitglied der EFTA. Ein Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) wurde 1992 in einer Volksabstimmung von der Schweizer Bevölkerung abgelehnt. Als Ersatz dafür wurden zahlreiche Sektorabkommen mit der EU abgeschlossen. Seit 2002 sind die Bilateralen Verträge I (Personenfreizügigkeit, Luft- und Landverkehr, Abbau technischer Handelshemmnisse, Forschung, öffentliches Beschaffungswesen, Landwirtschaft) mit der EU in Kraft, die den (Wirtschafts-)Austausch vereinfachen. Die Bilateralen Verträge II (Schengen (Wegfall der Personenkonrollen), Dublin (Durchführung von Asylverfahren), Betrugsbekämpfung, Umwelt, Statistik, Ruhegehälter, Zinsbesteuerung, Landwirtschaftliche Verarbeitugsprodukte) wurden 2004 abgeschlossen.

Darüber hinaus streben die EU und die Schweiz ein Institutionelles Rahmenabkommen an, das insbesondere die Anpassung der einzelnen Sektorabkommen an neues EU-Recht und eine Schiedsgerichtsbarkeit im Falle von Streitigkeiten regeln soll.

Aktuelle Wirtschaftslage

Die Schweiz zählt mit einem Pro-Kopf-BIP von 79.100 CHF (ca. 71.000 EUR, Zahlen von 2017) zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. 2018 erreichte das BIP 689 Mrd. CHF (609 Mrd. Euro). Das entspricht einem kräftigen Wachstum von 2,5 %. Dies ist deutlich mehr als in den Vorjahren (2016: 1,4 %; 2017: 1 %).  In den letzten beiden Quartalen des Jahres 2018 waren allerdings gewisse Abkühlungstendenzen zu verzeichnen. Die Prognose für das kommende Jahr wurde daher von 2,0 % auf 1,5 % abgesenkt. Mittelfristig wird aber nicht mit einer Rezession gerechnet. 2020 soll das Wachstum wieder leicht anziehen (gegenwärtige Prognose: 1,7 %) Die Schuldenquote aller öffentlichen Haushalte (Bund, Kantone und Gemeinden zusammen) sinkt kontinuierlich und lag 2017 bei ca. 30 %. Die Defizitquote der öffentlichen Haushalte liegt nahe Null.

Die Arbeitslosenquote lag im Januar 2019 bei 2,8 % (nach ILO-Standards 4,7 %).

Umwelt- und Energiepolitik

Die Schweiz hat traditionell ein hohes umweltpolitisches Profil. Das am 1. Januar 2013 revidierte CO2-Gesetz sieht bereits bis 2020 eine Reduktion der Klimagase um 20% im Vergleich zu 1990 vor. Die Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens ist 2017 erfolgt.  Mit der EU wurde 2017 ein Abkommen unterzeichnet, mit dem die Schweiz in das EU-Emissionshandelssystem eingebunden wird. In der Energiepolitik setzt die Schweiz traditionell auf Wasserkraft (55 %), daneben auf Kernenergie. Nach dem Grundsatzentscheid zum schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie 2011 wird das Kernkraftwerk Mühleberg 2019 außer Dienst gestellt werden. Auch die übrigen drei Kernkraftwerke (insgesamt noch vier Reaktorblöcke, da AKW Beznau zwei Reaktorblöcke hat) werden voraussichtlich am Ende ihrer sicherheitstechnischen Betriebsdauer stillgelegt. Die Kernkraftwerke decken derzeit zusammen knapp 40 % der Schweizer Elektrizitätsproduktion. Zum Ausgleich soll unter anderem die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien einschließlich Wasserkraft im Rahmen der Energiestrategie 2050 um ein Drittel erhöht werden. Der durchschnittliche Energieverbrauch pro Person und Jahr soll bis 2035 um 43 % gegenüber dem Jahr 2000 sinken.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


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