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Schweden: Wirtschaft Schweden

05.02.2019 - Artikel

Struktur der Wirtschaft

Die schwedische Volkswirtschaft ist stark exportorientiert und geprägt durch einige große, global ausgerichtete Unternehmen wie z.B. ABB, AstraZeneca, Electrolux, Ericsson, H&M, IKEA, SKF oder Volvo.

Das Spektrum international leistungsfähiger Branchen reicht von der Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, der verarbeitenden Industrie (Fahrzeuge, Elektrotechnik, Pharma- und Wehrtechnik) bis hin zur Informationstechnologie, Biotechnik und regenerativen Energien. Wichtigste Handelspartner Schwedens sind an erster Stelle Deutschland, daneben vor allem die nordischen Länder und die USA. Insgesamt gibt es ca. 900 deutsche Unternehmen in Schweden; mehr als 1200 schwedische Firmen haben sich in Deutschland niedergelassen. 2019 ist Schweden Partnerland der Hannover Messe.

Strukturelle Stärken der schwedischen Volkswirtschaft sind eine hohe Erwerbsbeteiligung (v.a. auch der Frauen), das Ausbildungsniveau der Bevölkerung, eine hohe Investitionsbereitschaft in Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie die moderate Besteuerung von Unternehmen. Ihre Schwächen sind eine relativ hohe verdeckte Arbeitslosigkeit infolge einer hohen Zahl Langzeitkrankgeschriebener und Frührentner sowie die Jugendarbeitslosigkeit, weiterhin ein vergleichsweise hohes Preisniveau, das u.a. durch die Marktmacht weniger großer Firmen (Bau, Lebensmittel) und staatlicher Monopole (Alkohol) bedingt wird. Auch die hohe Verschuldungsquote der privaten Haushalte bereitet Sorgen.

Die Krise eines über Jahrzehnte gewachsenen Wohlfahrtsstaates („Volksheim“) in den 1990er Jahren löste eine von Sozialdemokraten und Bürgerlichen im Konsens getragene finanzpolitische Wende aus, die zu einer deutlichen Stabilisierung der öffentlichen Haushalte führte. 2016 konnte die rot-grüne Regierung, die nach den Wahlen im September 2018 weiterhin im Amt ist, erstmals seit 2012 wieder einen Haushaltsüberschuss (0,9% des BIP; 2015: - 0,1%) verbuchen. Die Staatsverschuldung lag 2017 in Schweden, das bisher noch nie gegen die EU- Verschuldenskriterien verstoßen hat, bei 39% des BIP (2015: 43,9%, Prognose 2018: 36,6%). Obwohl Schweden zu den wenigen EU-Ländern gehört, die die Kriterien der Eurozone erfüllen, gibt es für die Einführung des Euros keine Mehrheit in der Bevölkerung. 

Ausgewählte Wirtschaftsindikatoren

  • Wachstum (BIP, real): 2,7% (2017; Prognose 2018: 2,4%)
  • Arbeitslosenquote 15 bis 74 Jahre: 6,6 % (2017, nicht saisonbereinigt; Prognose 2018: 6,4%)
  • Jugendarbeitslosigkeit 17,8% (2017; aktuell 17%)
  • Inflationsrate: 1,9% (2017; Prognose 2018: 1,8%)
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: 2017 erneut Leistungsbilanzüberschuss (48% des BIP)
  • Öffentlicher Saldo in Prozent des BIP („3-Prozent-Defizit-Kriterium“ der Euro-Zone) 2017: 0,9% (2016: 1,2% )
  • Staatsschulden in Prozent des BIP („60-Prozent-Kriterium“ der Euro-Zone): 39% (2017; 2016: 42,2%; Prognose 2018: 36,6%)
  • Schwedische Krone (aggregierter Jahreskurs 2017): 9,63168 SEK

Weitere Wirtschaftsdaten finden sich beim Schwedischen Statistischen Zentralbüro: www.scb.se

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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