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Schweden: Kultur- und Bildungspolitik Schweden

03.06.2019 - Artikel

Kultur

Amanda Lind (Grüne) ist seit dem 21. Januar 2019 Ministerin für Kultur, Demokratie und Sport. Sie setzt auf Kontinuität und hat erklärt, sie wolle die Kultur mehr Menschen im ganzen Land zugänglich machen, die Regionalisierung der Kulturförderung fortsetzen und die soziale Absicherung der Künstler verbessern.

Das Schwedische Institut (Svenska Institutet, SI) in Stockholm, welches dem Außenministerium unterstellt ist, befasst sich mit dem Bild Schwedens im Ausland und in geringem Umfang auch mit Auslandskulturarbeit. Inhaltlich konzentriert es sich auf Themen wie Design, Mode, Popmusik und Gastronomie.

Bildung und Forschung

Bildungsministerin ist seit der Regierungsbildung vom 21. Januar 2019 die frühere Gymnasialministerin Anna Ekström (Sozialdemokraten). Matilda Ernkrans (ebenfalls Sozialdemokraten) ist als Ministerin der neuen Regierung für Hochschulen und Forschung zuständig.

Das schwedische Schulsystem ist zweistufig, mit einer neunjährigen Grundschule und einem dreijährigen Gymnasium. Ziel ist, möglichst alle Schüler zum Gymnasialabschluss zu führen und möglichst vielen Schülern den Zugang zur Hochschulbildung zu eröffnen. Knapp 90 Prozent aller Schülerinnen und Schüler besuchen das Gymnasium; etwa 2/3 wählen ein studienvorbereitendes und 1/3 entscheiden sich für ein berufsqualifizierendes Programm. In der Vereinbarung, die die rot-grüne Minderheitsregierung mit den sie stützenden bürgerlichen Parteien Zentrum und Liberale geschlossen hat, ist vorgesehen, das verpflichtende Vorschuljahr in die Grundschule zu integrieren, wodurch der gesamte Bildungsgang auf 13 Jahre verlängert würde.

In Schweden gibt es 53 Hochschulen, davon 14 staatliche Universitäten und 22 staatliche Hochschulen. Das Studium an den staatlichen Hochschulen und Universitäten ist für Studierende aus dem EWR kostenfrei.

Seit den 90er Jahren wurden der Schul- und der Hochschulbereich grundlegend reformiert (z.B. Hochschulfinanzierung, Verlagerung von Kompetenzen an die Kommunen, Privatisierung). Die unerwartet schlechten Resultate Schwedens in der PISA-Studie von 2015 haben ein Umdenken eingeleitet. Kritikpunkte sind fehlende Chancengleichheit durch soziale Segregation und mangelnde Kontrolle der Schulen in freier Trägerschaft sowie deren Ausrichtung an Gewinnerzielung. Kontrovers diskutiert werden auch die erzieherischen Konzepte religiöser, insbesondere muslimischer Schulen. Der große und weiter zunehmende Mangel an qualifizierten Lehrern ist ein weiteres ernstes Problem, das Ministerin Ernkrans prioritär angehen will.

Für Forschung und Entwicklung werden jährlich rund 3,3 Prozent des BIP ausgegeben – einer der weltweit höchsten Anteile.

Die schwedische Forschung hat beachtliche Erfolge vorzuweisen, vor allem auf den Gebieten der Technik und der Lebenswissenschaften. Einrichtungen wie das Karolinska Institutet und die Königlich-Technische Hochschule in Stockholm oder Chalmers in Göteborg sind weltweit renommiert.

Wichtige Projekte zur Sicherung des Forschungsstandorts Schweden sind das Röntgenforschungslabor MAX IV, die schwedische Beteiligung an der internationalen Röntgenlaser-Forschungseinrichtung XFEL und der Bau der Europäischen Neutronen-Spallationsquelle (ESS) (alle in Lund). 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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