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Wirtschaftspolitik Salomonen

Artikel

Stand: September 2013

Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaft der Salomonen ist, wie im gesamten Südpazifik, zweigliedrig: Die große Mehrheit der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Hierbei handelt es sich meist um Familienbetriebe, die ihre Selbstversorgung sichern bzw. Tauschhandel betreiben (Subsistenzwirtschaft). Die Wirtschaftsleistung aus der Subsistenzwirtschaft kann in offiziellen Statistiken nicht oder nur unzureichend erfasst werden.

Daneben gibt es einen formellen Sektor. 33,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) wurden 2011 im Sektor Landwirtschaft erwirtschaftet, 9,3 Prozent in der Industrie und 57,4 Prozent im Bereich Dienstleistungen (Schätzungen). Landwirtschaftliche Produkte der Salomonen umfassen in massivem Maß Tropenholz; im übrigen Kakao, Kokosnüsse, Palmfrüchte, Reis, Kartoffeln, Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch. Industrien auf den Salomonen umfassen die Verarbeitung von Holz, Fisch (Thunfisch), Palmöl sowie Bergbau.

Wirtschaftsentwicklung

Seit 2004 verzeichneten die Salomonen mehrere Jahre lang ein stetiges BIP-Wachstum. 2011 erreichten die Salomonen ein Wachstum von 10,7 Prozent. Das Land war von der globalen Rezession 2009 besonders betroffen, vor allem vom Rückgang der Exporterlöse aus dem Holzeinschlag. In jenem Jahr ging das Wirtschaftswachstum um 4,7 Prozent zurück (2008: 7,3 Prozent; 2007: 7,2 Prozent). Insbesondere die schwächere Nachfrage des für die Salomonen mit Abstand wichtigsten Exportpartners China hatte zu dem Negativwachstum beigetragen. Im Jahr 2010 lag das Wirtschaftswachstum wieder bei 7,8 Prozent, die unmittelbare weitere wirtschaftliche Entwicklung der Salomonen ist aber weiterhin von Unsicherheiten gekennzeichnet. Die dualistische Wirtschaftsstruktur bringt ein starkes Stadt-Land-Gefälle der Wirtschaftsleistung mit sich. Die Inflationsrate lag im Jahr 2012 bei etwa 4 Prozent (alles Schätzungen).

Auf Grund der Unruhen um die Jahrtausendwende war die Wirtschaftsleistung rapide zurückgegangen; wichtige Devisenbringer wie Goldminen und Palmölplantagen mussten geschlossen werden. Mittlerweile hat sich die wirtschaftliche Lage auf den Salomonen deutlich verbessert, nicht zuletzt durch die Wiederherstellung von Recht und Ordnung, Politik- und Strukturreformen sowie den finanziellen Beistand ausländischer Partner.

Die Produktion von Tropenholz macht einen erheblichen Teil der Wirtschaftsleistung der Salomonen aus. Schätzungen zufolge generierte der Holzexport 2011 rund 70 Prozent der Exporterlöse der Salomonen. Der Abbau wird jedoch zumeist nicht nachhaltig betrieben, und in der Folge werden die Ressourcen in wenigen Jahren aufgebraucht und das Land wird wegen Bodenerosion nicht mehr nutzbar sein. Bergbau hingegen ist im Aufwind und man erwartet steigende Erlöse durch die seit 2011 wieder operierende Gold Ridge Mine nahe Honiara.

Versuche, die Wirtschaft zu diversifizieren und alternative, nachhaltige, Einnahmequellen zu erschließen, kommen nur langsam voran. Die Produktion von Palmöl für den Export (als pflanzliches Öl zur Lebensmittelproduktion) hat in den letzten Jahren zur Entstehung von Monokulturen geführt.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Salomonen wird gebremst durch mangelhafte Infrastruktur. Elektrizität, Trinkwasser oder medizinische Grundversorgung sind in weiten Teilen des Landes nicht vorhanden.

Im Rahmen des Pacific Islands Forum (PIF), in dem die Salomonen Mitglied sind, wird derzeit ein kombiniertes Handels- und Entwicklungsabkommen, PACER plus, verhandelt. Im Jahr 2009 wurde im „Cairns Compact“ vereinbart, eine bessere Koordination zwischen den verschiedenen Partnern in der Pazifikregion anzustreben. Dabei soll vor allem im Bereich Entwicklungshilfe eine Effizienzsteigerung erreicht werden. Daneben unterstützen internationale Finanzorganisationen wie Weltbank und Asiatische Entwicklungsbank sowie zahlreiche bilaterale Geber das Land.

Außenhandel

Die Exporte der Salomonen lagen 2010 (zuletzt veröffentlichte Daten) bei etwa 175 Mio. EUR (226 Mio. USD; Schätzung). Wichtigste Exportgüter sind Holz, Fisch, Kopra, Palmöl und Kakao. Mit 54 Prozent ist China größter Abnehmer von Exporten von den Salomonen (vor allem Holz). Mit großem Abstand folgen Australien (12,5 Prozent) und Thailand (4,6 Prozent).

2010 (zuletzt veröffentlichte Daten) haben die Salomonen Güter im Wert von 278 Mio. EUR (360 Mio. USD) importiert. Wichtigste Importgüter sind Lebensmittel, Maschinen, Fertigwaren, Treibstoff und Chemikalien. Mit 27,3 Prozent bzw. 26,4 Prozent sind Australien und Singapur größte Lieferanten von Importen auf die Salomonen. Weitere wichtige Lieferanten sind China (6,5 Prozent), Malaysia (5,1 Prozent) und Neuseeland (5,1 Prozent).

Weitere Informationen

East Rennell, Salomonen
East Rennell, Salomonen © picture alliance / Photoshot

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