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Wirtschaft Russische Föderation

Artikel

Stand: Mai 2018

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Nach schwerer Rezession (-2,8 Prozent in 2015) und abgeschwächtem wirtschaftlichem Rückgang in 2016 (-0,2 Prozent) konnte Russland in 2017 wieder ein leichtes BIP-Wachstum von 1,5 Prozent (IWF) verzeichnen.  Hauptursache des positiven Trends ist der Anstieg des Ölpreises seit Ende 2016, von dem Russlands Wirtschaft und der Staatshaushalt weitgehend abhängig sind.
Russland ist einer der größten Energieproduzenten der Welt. Es verfügt über große Vorkommen an Erdöl und Erdgas sowie an Kohle und Uran. Russland ist derzeit der weltweit größte Exporteur von Erdgas und von Erdölund der wichtigste Energielieferant Deutschlands - es deckt jeweils ca. ein Drittel des deutschen Erdgas- und Erdölbedarfs ab. Die russische Konjunktur ist in hohem Maße von der Entwicklung der internationalen Rohstoffpreise abhängig. 

Bilateraler Handel

Deutschland ist nach China weiterhin der zweitwichtigste Handelspartner für Russland. Umgekehrt steht Russland aus deutscher Sicht an 14. Stelle. 
Da in fast allen volkswirtschaftlichen Bereichen in Russland Modernisierungsbedarf besteht, ist Russland ein wichtiger Absatzmarkt für deutsche Güter. Wichtigste deutsche Exportgüter nach Russland sind Maschinen und Anlagen, Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Arzneimittel und Elektrotechnik. Russland exportiert primär Rohstoffe, insbesondere Erdöl und Erdgas, sowie metallurgische und petrochemische Erzeugnisse.
Das bilaterale Handelsvolumen schrumpfte zwischen 2013 und 2016 um ca. 40 %. Infolge der Wirtschaftskrise waren die deutschen Ausfuhren nach Russland im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 26 % auf 21,8 Mrd. EUR gesunken. Im Jahr 2017 erholte sich der bilaterale Handel erheblich, der bilaterale Handelsumsatz stieg um rund 20 Prozent an. Trotz der Krise sind nach wie vor ca. 5.000 von den ursprünglich über 6.000 Unternehmen mit einer deutschen Kapitalbeteiligung in Russland aktiv. Für 2017 war ein positiver Saldo deutscher Direktinvestitionen in Russland zu verzeichnen.  
Ursächlich für den Rückgang des bilateralen Handels in den letzten Jahren waren wesentlich die bereits 2013 einsetzende Rezession infolge des gesunkenen Ölpreises sowie die strukturellen Schwächen der russischen Wirtschaft. Zwar bleibt das ressourcenreiche Russland ein Markt mit viel Potential, fehlende Reformen stellen jedoch einen großen Hemmschuh für Russlands Wirtschaft dar. Zudem verfolgt Russland eine Politik der Lokalisierung und Importsubstitution, welche den Zugang ausländischer Unternehmen zum russischen Markt von umfassenden Produktionsverlagerungen nach Russland abhängig macht. Damit einhergehende Unsicherheiten erschweren Unternehmen oft das Geschäft. 

WTO, G8, OECD

Der Welthandelsorganisation (WTO) ist Russland am 22. August 2012 beigetreten. In drei Klagen der EU gen Russland entschied das WTO-Schiedsgericht 2015 und 2016 zugunsten der EU. In einem Spannungsverhältnis zu Russlands WTO-Verpflichtungen steht auch die russische Lokalisierungspolitik. 
Vor dem Hintergrund der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland im März 2014 haben die Staats- und Regierungschefs von Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, USA, Kanada und Deutschland das G8-Format mit Russland ausgesetzt.
Russland strebt seit 1996 den Beitritt zur OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) an. Als Reaktion auf die russische Ukrainepolitik wurden die Beitrittsverhandlungen mit Russland ausgesetzt. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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