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Rumänien: Kultur- und Bildungspolitik Rumänien

06.03.2019 - Artikel


Kulturpolitik

Rumänien verfolgt eine aktive Kulturpolitik, um das rumänische Kulturerbe zu erhalten. Hochkarätige Vorzeige-Veranstaltungen wie das George Enescu-Festival und die Jazz-Festivals in Sibiu (Hermannstadt) und Bukarest sowie die aufstrebende junge Filmindustrie finden international Anerkennung. Gleichzeitig haben viele Theater, Opernhäuser, Bibliotheken und nationale Denkmäler wie die siebenbürgischen Kirchenburgen nicht genügend Mittel, um die dringend erforderlichen Sanierungen in Angriff zu nehmen.
Bis dato wurden sieben unterschiedliche Sehenswürdigkeiten oder Gebäude Rumäniens in die von der UNESCO geführten Liste des Welterbes aufgenommen, darunter einige der Kirchenburgen Siebenbürgens, das historische Zentrum von Sighișoara (Schäßburg) und das Donau-Delta. Sibiu war im Jahr 2007 europäische Kulturhauptstadt, 2021 wird Timișoara (Temeswar) diesen Titel tragen.
Die Religionsfreiheit ist durch die Verfassung garantiert. Die Orthodoxe Kirche, der 87 Prozent der Rumänen angehören, hat großen gesellschaftlichen und politischen Einfluss. Neben der Orthodoxen Kirche bestehen 17 weitere anerkannte Religionsgemeinschaften.

Bildungspolitik

In den PISA-Studien belegt Rumänien seit Jahren den vorletzten Platz in der EU; die Zahl an Analphabeten und Schulabbrechern nimmt kontinuierlich zu. Der bauliche Zustand vieler Schulen ist schlecht, vielerorts mangelt es zudem an aktuellem Lehrmaterial. Eine besondere Herausforderung stellt das enorme Lohngefälle zwischen Arbeitsplätzen in der Privatwirtschaft und den gering vergüteten Stellen im Bildungssektor dar. Eine Folge ist, dass es an Lehrkräften für Unterricht in deutscher Sprache, d.h. Deutsch- und Fachunterricht auf muttersprachlichem Niveau, mangelt. Das staatliche Bildungswesen ist kostenfrei.
Die duale Berufsausbildung gewinnt langsam an Bedeutung. So wurde 2018 eine eigene Behörde, die für das duale Berufsbildungssystem verantwortlich ist, gegründet. Die erfolgreichen Pilotprojekte der dualen Berufsbildung im Land, die wesentlich auf Initiativen deutscher Firmen basieren, werden kontinuierlich ausgebaut und erfreuen sich steigender Einschreibequoten. Die Schülerzahlen im traditionellen rumänischen Berufsbildungssystem sind weiterhin wesentlich größer. Die praktischen Elemente in der klassischen Berufsausbildung sind stark reduziert.
Deutsch ist nach Englisch und Französisch die am dritthäufigsten gelernte Fremdsprache und wird an über 80 Schulen und ca. 150 Kindergärten vermittelt. An rund 50 Schulen im Land kann das Deutsche Sprachdiplom (DSD I und DSD II) erworben werden. In Rumänien gibt es 55 PASCH-Schulen.
Am Goethe-Kolleg in Bukarest und dem Lenau-Lyzeum in Timișoara gibt es je eine deutsche Spezialabteilung, an der sowohl das deutsche Abitur als auch das rumänische Baccalaureat erworben werden kann. In Bukarest führt die private Schule „Deutsche Schule Bukarest“ bis zum Abitur. Sie ist offiziell als deutsche Auslandsschule anerkannt.
Rumänische Universitäten bieten über 80 deutschsprachige Fachstudiengänge an. Hier sind zur Zeit acht Lektoren des DAAD tätig.

Hinweis: Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine GEwähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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