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Ruandas Außenministerin Mushikiwabo zu Gast in Berlin Ruanda

28.10.2015 - Artikel

Außenminister Steinmeier hat am Mittwoch (28.10.) seine ruandische Amtskollegin Mushikiwabo empfangen. Ihr Gespräch drehte sich neben bilateralen Fragen vor allem um die aktuelle Krise in Burundi.

Außenminister Steinmeier hat am Mittwoch (28.10.) seine ruandische Amtskollegin Louise Mushikiwabo im Auswärtigen Amt empfangen. Ihr Gespräch drehte sich vor allem um aktuelle Krisen in der Welt, insbesondere in Ruandas Nachbarstaat Burundi. Die deutsch-ruandischen Beziehungen, da waren sich beide einig, sollten weiter ausgebaut werden. Steinmeier versicherte dazu "Ich habe den Ruf nach mehr deutscher Präsenz in Ruanda gehört!"

Ruf nach mehr deutscher Präsenz in Ruanda

Außenminister Steinmeier mit seiner ruandischen Amtskollegin Mushikiwabo
Außenminister Steinmeier mit seiner ruandischen Amtskollegin Mushikiwabo© Auswärtiges Amt

Es war eine ausgesprochen herzliche Botschaft, mit der Louise Mushikiwabo nach Berlin gekommen ist: "Wir wollen mehr Deutschland in Ruanda!" Die Außenministerin, die auch gelernte Dolmetscherin und Buchautorin ist, hatte ihren deutschen Amtskollegen bereits im Februar dieses Jahres in ihrer Heimat zu Gast. Steinmeier erinnert sich bis heute gerne an diesen Besuch: "Die große Willkommensfeier, der intensive Einblick in die Reichhaltigkeit Deiner Kultur - dieser Abend bleibt unvergessen!" Den Ruf nach mehr deutscher Präsenz, gerade auch deutscher Unternehmen, habe er gehört, so Steinmeier. Und Ruanda sei schließlich auch ein attraktiver Standort, nicht zuletzt dank derzeit rund 7% Wirtschaftswachstum. Mushikiwabo schilderte das gesteigerte Interesse deutscher Firmen. Während vor wenigen Jahren erst vier Unternehmen dort dauerhaft präsent gewesen seien, täten dies heute bereits 15 - vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Solarenergie und Finanzen.

Gemeinsame Sorge um die Lage in Burundi

Mit Sorge dagegen blicken beide Außenminister auf die Krisen in der Nachbarschaft Ruandas, vor allem in Burundi. Dort ist nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Nkurunziza im Juli 2015 eine gefährliche Gewaltspirale in Gang gekommen. Über Hunderttausend Menschen sind bereits auf der Flucht. Außenminister Steinmeier betonte, dass es im Interesse aller, nicht nur der Nachbarn Burundis sei, dass sich aus der gefährlichen politischen Situation kein offener ethnischer Konflikt entwickele. Mushikiwabo betonte die Notwendigkeit, hier jetzt schnell einen breit angelegten Dialogprozess in Gang zu setzen.

Vorbereitung des EU-Afrika-Gipfels zu Migration

Die beiden Außenminister besichtigen Dokumente vom Beginn der bilateralen Beziehungen
Die beiden Außenminister besichtigen Dokumente vom Beginn der bilateralen Beziehungen© Auswärtiges Amt

Auch die Flüchtlingskrise war Thema des Gesprächs. Denn Deutschland und Ruanda werden in Kürze beim EU-Afrika-Gipfel zu Migrationsfragen im maltesischen Valletta wieder zusammentreffen. Mushikiwabo äußerte großen Respekt vor der deutschen Haltung in dieser Frage: "Wir in Afrika schätzen es sehr, wie Deutschland mit diesem Thema umgeht." Da Ruanda derzeit allein rund 70.000 Flüchtlinge aus Burundi beherberge, wisse man um die Herausforderungen, die damit verbunden sind.

Für die ruandische Außenministerin ist die Deutschland-Reise mit diesem Treffen noch nicht vorbei. Sie wird noch bis zum Freitag im Land bleiben und insbesondere eine Reihe von Wirtschaftsterminen wahrnehmen. So wird sie im besten Fall schon etwas mehr Deutschland mit zurück nach Ruanda nehmen können - in Form konkreter Investitionsvorhaben.

Zum Weiterlesen

Länderinformationen zu Ruanda

Rede von Außenminister Steinmeier beim German-African Business Summit

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