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Gedenken an die Opfer des Völkermordes in Ruanda Ruanda

04.04.2014 - Artikel

Der Bundestag hat am 04.04. der Opfer des Völkermordes in Ruanda vor 20 Jahren gedacht.

Steinmeier spricht zum Gedenken an die Opfer des Völkermords in Ruanda
Steinmeier spricht zum Gedenken an die Opfer des Völkermords in Ruanda© photothek/Trutschel

Der Bundestag hat am 04.04. der Opfer des Völkermordes in Ruanda vor 20 Jahren gedacht. Außenminister Steinmeier betonte in seiner Rede, dass die internationale Gemeinschaft in Ruanda versagt habe und ihrer Verantwortung gerecht werden müsse, alles zu tun, was in ihrer Macht stehe, um Völkermord zu verhindern.

Das Land der tausend Hügel - so wird Ruanda in der Literatur und im Volksmund oft genannt. Auf einem dieser Hügel im Distrikt Murambi ereignete sich im April 1994 Schreckliches: Als der Massenmord begann, flüchteten sich dort zehntausende Tutsi in eine Schule, die als sicher galt. Kurze Zeit später umstellten Milizen das Gebäude und begannen, die Menschen zu ermorden. Zehntausende starben nur an diesem Tag, auf diesem Hügel.

Der Verantwortung gerecht werden

Mit dieser bedrückenden Schilderung begann Außenminister Steinmeier seine Rede vor dem Deutschen Bundestag zum Gedenken an die Opfer des Völkermords in Ruanda. Es sei schwer zu begreifen, so der Außenminister, dass die Erde sich nach dem Grauen des Genozids weiter drehe. Als Deutscher könne er allerdings nicht von einem Völkermord in Afrika sprechen, ohne des eigenen zu gedenken. Die Schicksalsmomente seien unterschiedlich, doch die Lehre aus ihnen sei die gleiche, so Steinmeier:

Die eine Lehre, die an einem Gedenktag wie heute am lautesten ertönt, heißt: Niemals wieder! Doch viel schwieriger ist die Frage, wie wir dieser Verantwortung gerecht werden.


Versagen der internationalen Gemeinschaft

Flüchtlinge nach Ausbruch des Völkermords in Ruanda, April 1994
Flüchtlinge nach Ausbruch des Völkermords in Ruanda, April 1994© dpa/picture alliance

Die internationale Gemeinschaft habe schon nach dem Holocaust mit der Völkermord-Konvention beschlossen, nie wieder einen Genozid zuzulassen - doch dieses Versprechen habe sie gebrochen. "Die internationale Gemeinschaft hat versagt, als sie vor 20 Jahren in Ruanda inmitten der Gewalt ihre Blauhelmsoldaten abzog." Den Opfern gegenüber stehe man daher in besonderer Verantwortung, bekräftigte der deutsche Außenminister:

Wir schulden ihnen, dass wir uns nicht dem Gefühl der Ohnmacht und schon gar nicht der Gleichgültigkeit hingeben - dass wir nicht nur anprangern, sondern alles tun, was in unserer Macht steht, um Völkermord zu verhindern!


Afrika - Auch ein Kontinent im Aufbruch

In Afrika entstehe jedoch auch viel Neues, so Steinmeier weiter: "Afrika ist ein Kontinent im Aufbruch und wir müssen diesen Aufbruch unterstützen." So vielfältig die Entwicklung Afrikas sei, so vielfältig müsse auch der Instrumentenkasten der deutschen Afrikapolitik sein - dazu gehörten wirtschaftliche Investitionen ebenso wie kultureller Austausch, Abrüstung oder das Training von Sicherheitskräften. All diese Instrumente würden daher in die afrikapolitischen Leitlinien der Bundesregierung einfließen.

See beim Volcano-Nationalpark in Ruanda
See beim Volcano-Nationalpark in Ruanda© dpa/picture-alliance

Zu den Lehren des Völkermords gehöre neben dem Friedensversprechen daher auch ein Wohlstandsversprechen: Nur, wenn der wirtschaftliche Aufbruch in Afrika Perspektiven für alle Menschen schaffe und sie am Wohlstand teilhaben lasse, könne er die Gesellschaft zusammenschweißen und für dauerhaften Frieden sorgen - damit die tausend Hügel "denen, die Ruanda heute aufbauen, wieder Heimat sein mögen und ein fruchtbarer Boden".

Weitere Informationen

Rede von Außenminister Steinmeier im Deutschen Bundestag zum Gedenken an die Opfer des Völkermordes in Ruanda (04.04.2014)

Regionale Schwerpunkte des Auswärtigen Amts: Afrika

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