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Dank für Portugals solidarische Haltung in der Flüchtlingsfrage Portugal

27.04.2016 - Artikel

Der portugiesische Außenminister Santos kam am Mittwoch (27.04.) zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Gesprächsthema war neben Portugals Reformkurs auch die Flüchtlingssituation.

Portugals Außenminister Augusto Santos Silva hat am Mittwoch (27.04.) seinen Antrittsbesuch in Berlin absolviert und Deutschland dabei für die Unterstützung während der jüngsten Finanzkrise gedankt. Sein deutscher Amtskollege Frank-Walter Steinmeier zollte Portugal Respekt für den bisher absolvierten Reformweg und dankte seinerseits für die solidarische, pro-europäische Haltung der Portugiesen in der Flüchtlingsfrage.

Gute Stimmung auf der gemeinsamen Pressekonferenz
Gute Stimmung auf der gemeinsamen Pressekonferenz© Photothek / Koehler

Antrittsbesuch des EU-Sitznachbarn

Die Stimmung war herzlich zwischen den beiden Außenministern, die bei den Treffen der EU-Außenminister Sitzbarn sind. Sie scherzten sogar über Fußball - vergessen die Gegnerschaft aus dem Auftaktspiel bei der Weltmeisterschaft 2014. Denn politisch wie gesellschaftlich haben beide Länder derzeit viel gemein.

Rund 130.000 Portugiesen leben in Deutschland und 30.000 Deutsche in Portugal. Sie bilden eine starke menschliche Brücke zwischen beiden Ländern. Erst kürzlich führte die Regierung in Lissabon ein System der dualen Berufsbildung ein, das vom deutschen Modell inspiriert wurde. Dort sind bereits über 50.000 Berufsschülerinnen und -schüler eingeschrieben. Außenminister Steinmeier betonte, dass dies auch ein wichtiger Faktor für deutsche Unternehmen sei, die in Portugal investieren wollen.

Die portugiesische Hauptstadt Lissabon
Die portugiesische Hauptstadt Lissabon© Photothek / Imo

Der Weg aus der Krise

Gute Berufsbildung und Investitionen sind in Portugal auch deswegen so wichtig, weil sich das Land noch von der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise erholt. "Wir werden nie vergessen, welche Unterstützung Deutschland während der Krise geleistet hat", sagte Santos bei seinem Besuch in Berlin. Sein Land zähle auf diese Unterstützung auch auf seinem weiteren Weg der Haushaltskonsolidierung und Wachstumspolitik. Steinmeier wünschte den Portugiesen "viel Kraft auf diesem Weg" und drückte seinen Respekt dafür aus, wie das Land bis heute mit der Krise umgegangen ist.

Die beiden Außenminister trafen sich zum ersten Mal in Berlin
Die beiden Außenminister trafen sich zum ersten Mal in Berlin© Photothek / Koehler

Gemeinsame Haltung zu Flüchtlingen

Mit Blick auf die Flüchtlingskrise bekräftigte der portugiesische Außenminister die solidarische und pro-europäische Haltung seines Landes: "Portugal trägt Verantwortung bei der Übernahme von Flüchtlingen aus der Türkei." Steinmeier dankte ihm für diese Bereitschaft und unterstrich die gemeinsame Einschätzung, "dass die gegenwärtige Phase, in der die Flüchtlingszahlen auf der Balkanroute deutlich nach unten gegangen sind, auch eine Chance ist, sich wieder gemeinsam um europäische Lösungen zu bemühen." Deutschland wisse, so Steinmeier weiter, Portugal in dieser Frage ausdrücklich an seiner Seite.

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