Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Kultur- und Bildungspolitik Portugal

Artikel

Stand: Juni 2018

Kultur

Portugal begreift sich vor allem aufgrund seiner weltumspannenden Rolle zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert als Kulturnation von Weltrang. Erhalt des kulturellen Erbes, Internationalisierung der portugiesischen Kulturszene und die Förderung der Lusophonie (rund 250 Millionen Menschen weltweit sprechen Portugiesisch) sind daher selbstverständliche Anliegen der Kulturpolitik. Lissabon war 2017 iberoamerikanische Kulturhauptstadt mit umfangreichem Programm zum Thema „Vergangenheit/Gegenwart“.

Unter der seit dem 26.11.2015 amtierenden neuen Regierung unter PM António Costa gibt es im Unterschied zur Vorgängerregierung wieder ein eigenes Kulturministerium. Die mit den anderen portugiesischsprachigen Ländern im Rahmen der CPLP (Gemeinschaft portugiesischsprachiger Staaten) bereits 1990 vereinbarte Rechtschreibreform wird seit dem 1. Januar 2012 angewandt. Die wichtigsten Fremdsprachen in Portugal sind Englisch, Französisch, Spanisch und – mit einigem Abstand - Deutsch.

Bildung und Erziehung

Portugal hat im Bereich Bildung und Erziehung in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Die Pflichtschulzeit wurde von neun auf 12 Jahre angehoben. Das Bildungsniveau, gemessen am Erreichen von Schul- und Studienabschlüssen, hat sich verbessert, bleibt aber im EU- und OECD-Vergleich noch unter dem Durchschnitt, wenn alle Altersgruppen in den Blick genommen werden. Die Regierung setzt auf weitere Qualitätssteigerungen, unter anderem durch die Gewährung von mehr Autonomie für die einzelnen Schulen und durch den Ausbau des Berufsbildungsbereichs. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 95,7% (2015). Die Analphabetenrate ist damit seit 1991 von 11 % auf 4,3 % gesunken. Laut OECD ist Portugal eine Ausnahme unter den OECD Staaten: Unter allen OECD-Staaten habe Portugal als einziges seit 2006 bei den Naturwissenschaften in jeder Evaluierungsperiode im Durchschnitt um 7 Punkte zugelegt und liegt 2015 auf Platz 17 von 33. Auch in den Bereichen Lesen und Mathematik schneidet Portugal wesentlich besser ab als noch in der Studie von 2012. Portugal nimmt den 18. Platz im Lesen und den 22. Platz in Mathematik ein. Die OECD lobte zudem, dass Portugal auch bei der Bewältigung sozialer Unterschiede der Schüler große Fortschritte mache.

In Portugal gibt es zwei deutsche Auslandsschulen: die Deutsche Schule Lissabon und die Deutsche Schule Porto.

Durch ein gemeinsames Protokoll zwischen dem Goethe Institut, dem portugiesischen Deutschlehrerverband APPA und dem portugiesischen Bildungsministerium wurde 2008 ein Pilotschulnetzwerk gegründet, dem inzwischen 48 Schulen in ganz Portugal (inkl. Azoren und Madeira) angehören und das auch die fünf PASCH-Schulen (Programm „Schulen: Partner der Zukunft“) umfasst. Im Februar 2017 wurde das neue Pilotschulprotokoll für die vierte Phase 2016 – 2019 unterzeichnet.

Die Hochschulen stehen aufgrund einer Hochschulfinanzreform in stärkerem Wettbewerb zueinander und müssen private Finanzierungsquellen erschließen. Die OECD bescheinigt Portugal erste Erfolge und einen vorderen Platz auf dem Weg zu den Bolognazielen. In internationalen Rankings erzielten portugiesische Hochschulen in den letzten Jahren immer wieder positive Ergebnisse. Die Anzahl ausländischer Studenten steigt stetig.

In Portugal gibt es 14 staatliche Universitäten, 15 private Universitäten und rund 15 Fachhochschulen (Insituto Politécnico) mit einem breiten Fächerspektrum sowie die Universidade Aberta, die Studien im Wege des Fernunterrichts anbietet. 2015/16 waren rund 350.000 Studierende an den Universitäten eingeschrieben. Seit 2012 hat Portugal konkrete Maßnahmen ins Leben gerufen, um den Bereich der dualen Ausbildung zu verbessern. Derzeit befinden sich 40.000 Berufsschüler in der dualen beruflichen Ausbildung. Die Zahl soll bis 2020 auf 100.000 Berufsschüler angehoben werden. Die beiden in Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft (ATEC) und der deutsch-portugiesischen Handelskammer (DUAL) geschaffenen deutsch-portugiesischen Berufsschulen verzeichnen jeweils rund 1.000 Schüler.

Seit 2012 besteht eine bilaterale Zusammenarbeit im Berufsbildungsbereich. In einem neuen Memorandum of Understanding, das in 2018 durch das portugiesische Bildungsministerium und das portugiesische Arbeitsministerium und auf deutscher Seite durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gezeichnet werden soll, werden konkrete Projekte der Zusammenarbeit festgeschrieben.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen