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75 Jahre Warschauer Aufstand Polen

Pfadfinder bei der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag des Warschauer Aufstands

Pfadfinder bei der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag des Warschauer Aufstands, © Xander Heinl/photothek.net

01.08.2019 - Artikel

Bis heute ist die Niederschlagung des Aufstandes Sinnbild für die unvorstellbaren Verbrechen der Deutschen und Symbol für den Freiheitswillen der polnischen Nation. Zu den Gedenkfeiern zum 75. Jahrestag des Aufstandes reiste Außenminister Maas nach Polen.

Widerstand und Zerstörung

Kranzniederlegung Maas und polnischer Außenminister Jacek Czaputowicz
Gedenkzeremonie in Wola© Xander Heinl/Photothek.de

Unter den zahllosen Schauplätzen deutscher Verbrechen im Zweiten Weltkrieg nimmt Warschau einen besonderen Platz ein. Zwei Mal brachen in der der polnischen Hauptstadt Aufstände gegen die menschenverachtende Besatzungsherrschaft der Nationalsozialisten aus. Zwei Mal wurden diese Aufstände brutal niedergeschlagen. Am 19. April 1943 erhoben sich zunächst die Einwohnerinnen und Einwohner des Warschauer Ghettos, um ihre drohende Deportation zu verhindern. Fast einen Monat lang leisteten die kaum bewaffneten Gruppen erbitterten Widerstand gegen deutsche SS- und Wehrmachtseinheiten.

Inspiriert durch dieses Vorbild folgte am 1. August 1944 die Erhebung der polnischen Heimatarmee gegen die deutsche Besatzung. Erst nach 63 Tagen und unter unerwartet schweren Verlusten gelang es den deutschen Truppen, den Aufstand niederzuschlagen. Fast die gesamte Stadt wurde danach dem Erdboden gleichgemacht, zwischen 150.000 und 200.000 Menschen während des Aufstands getötet. Allein im Ortsteil Wola ermordeten deutschen Truppen zwischen 30.000 und 50.000 Menschen.

Wiederaufbau und Blick in die Zukunft

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die fast vollständig zerstörte Hauptstadt in einem großen Kraftakt wieder aufgebaut. Auf den Trümmern des zerstörten Warschau entstand die moderne europäische Metropole von heute. Bei den Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag des Aufstands steht daher neben dem Andenken an die Vergangenheit auch die Würdigung dieser Leistungen und der Blick in die Zukunft im Mittelpunkt. Deutschland wurde bei den Gedenkfeiern von Heiko Maas vertreten, angesichts der unfassbaren deutschen Verbrechen in Polen ein „besonderes Zeichen des Vertrauens“, wie der Außenminister betonte.

Der Widerstandskraft und der Mut, mit dem sich Polen 1944 der deutschen Besatzung entgegengestellt hat, zeugt von einem überwältigendem Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung. Polen und insbesondere Warschau hat den Wiederaufbau nach dem Krieg aus eigener Kraft geschafft, dafür empfinde ich großen Respekt und tiefe Demut.
Außenminister Maas im Gespräch mit polnischen Jugendlichen (1. August 2019)
Außenminister Maas im Gespräch mit polnischen Jugendlichen (1. August 2019)© Xander Heinl/Photothek.de

Zusammen mit seinem Amtskollegen Jacek Czaputowicz legte Außenminister Maas am Denkmal des Warschauer Aufstands einen Kranz nieder und besuchte auch den Ort des Massakers von Wola. Daneben stand ein gemeinsamer Besuch des Museums des Warschauer Aufstandes auf dem Programm. Besonders engagieren sich beide Außenminister dafür, dass die Erinnerung an die grausamen Geschehnisse der Vergangenheit nicht vergeht, sondern zur Brücke in die Zukunft werden kann. Dafür haben sie zusammen das Projekt „menschen gedenken“ ins Leben gerufen, das Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern zusammenbringt.

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