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Außenpolitik Panama

Artikel

Stand: Oktober 2018

Grundzüge der Außenpolitik

Panamas pro-westliche pragmatische Außenpolitik dient der Sicherung und dem Ausbau der Wohlstandsbasis des Landes als Wirtschafts- und Logistikdrehscheibe Zentral-/Lateinamerikas. Das Netz von Freihandelsabkommen wird weiter ausgebaut. Bekämpfung von Drogenhandel und anderen Formen organisierter Kriminalität haben hohe Priorität in der internationalen Sicherheitszusammenarbeit (vor allem mit den USA). Die gewachsene Bedeutung Panamas spiegelt sich auch in der zunehmenden Zahl der in Panama akkreditierten diplomatischer Vertretungen wieder, deren Zahl sich gegenwärtig auf 45 beläuft.

USA

Die USA spielten seit der Loslösung Panamas von Kolumbien 1903 eine Sonderrolle durch den Bau des 1914 eröffneten Kanals und ihre Präsenz in der Kanalzone bis Ende 1999. Auch nach Rückübertragung der vollen Souveränität über die Kanalzone an Panama  sind die USA Panamas bei weitem wichtigster politischer und wirtschaftlicher Partner. US-VP Pence hat Panama im August 2017 offiziell besucht.

Lateinamerika

Panama pflegt Beziehungen zu allen lateinamerikanischen Staaten unabhängig von deren politischer Ausrichtung. Die Regierung Varela will in ihrer Außenpolitik das ausgleichende und vermittelnde Element betonen. Panama hat zusammen mit 11 anderen LA Staaten Mitte August 2017 die „Erklärung von Lima“ unterzeichnet, mit der Gewalt und Verletzung von Menschenrechten in Venezuela klar zurückgewiesen werden und eine friedliche Lösung gefordert wird. Panama beteiligt sich aktiv an regionalen Integrationsorganisationen in Zentralamerika (Organisationen SICA und SIECA), in ganz Lateinamerika/Karibik (Organisation CELAC) und der Organisation amerikanischer Staaten (OAS). Im April 2015 richtete Panama als Gastgeber/Vorsitz den Gipfel der Amerikas aus.

Asien

Asien nimmt für Panama wegen des Ost-West-Handels und des hierfür wichtigen Panamakanals an Bedeutung weiter zu. Panama hatte im Juni 2017 überraschend diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China aufgenommen und die zu Taiwan abgebrochen. China ist - nach den USA - zweitwichtigster Nutzer des Panamakanals. Chinesische Waren machen den Großteil des Warenumschlags der Freihandelszone Colón aus. Die Volksrepublik China hat in Containerhäfen in Panama investiert und strebt offensiv weitere Investitionen in strategische staatliche Infrastrukturprojekte - u.a. die vierte Kanalbrücke in Panama-Stadt - an. Beide Länder verhandeln zurzeit ein umfassendes Freihandelsabkommen.

Südkorea hat als Kanalnutzer, Lieferant und Großinvestor (Kupferprojekt) an wirtschaftlicher Bedeutung für Panama gewonnen. Japan ist wichtiger Handelspartner , Geber und Finanzier von Infrastrukturprojekten.

Auch Indien, Indonesien und Vietnam sind präsent.

Naher Osten

Panamas Nahostpolitik ist pro-israelisch, was aufgrund des Einflusses der starken jüdischen Gemeinschaft in Panama nicht verwundert. Panama stimmte 2012 gegen Aufwertung der Palästinensischen Gebiete zum Beobachterstaat in den Vereinten Nationen, empfing 2013 und 2014 aber den palästinensischen Außenminister Maliki. Verhandlungen zwischen Panama und Israel über ein Freihandelsabkommen dauern an.

Panama brach 2012 die diplomatischen Beziehungen zu Syrien ab. Die arabischen Staaten Ägypten, Katar,  Libyen, Marokko und die VAE sind in Panama mit einer Botschaft vertreten, zu Jordanien bestehen diplomatische Beziehungen.

Multilaterale Organisationen

Panama ist Mitglied aller Organisationen der VN-Familie und selbst bedeutender regionaler VN-Sitz (16 Organisationen). Von 2016 bis 2018 ist Panama Mitglied des VN-Menschrechtsrats. Die VN begleiten die Entwicklung des Landes seit Rückkehr zur Demokratie 1989 eng. Seit 2004 ist Panama Sitz des lateinamerikanischen Parlaments (PARLATINO), das durch die EuroLat-Initiative mit dem Europäischen Parlament verbunden ist.

Europäische Union

Im Juni 2012 wurde das Assoziierungsabkommen Europäische Union – Zentralamerika auch von Panama unterzeichnet, seit 2013 wird das dazugehörende Freihandelsabkommen angewendet. Panama trat in dem Zusammenhang auch dem zentralamerikanischen Wirtschaftsintegrationsverband SIECA bei. 
Die EU spielt in Handel und Investitionen für Panama eine wichtige Rolle. Die EU hat 2015 in Panama eine Vertretung auf Geschäftsträgerebene eröffnet, die Ende 2018 auf Botschafter-Niveau aufgewertet werden soll. Neun EU-Mitgliedsstaaten haben eine Botschaft in Panama (Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Spanien), die übrigen haben diplomatische Beziehungen mit Nebenakkreditierung in Nachbarstaaten. Die Europäische Investitionsbank EIB hat sich mit einem 500 Mio. Kredit an der Finanzierung der Erweiterung des Panamakanals beteiligt. Die Bank unterhält ein Regional-Büro in Bogotá mit Zuständigkeit für Latein- und Zentralamerika.

Panama richtete 2013 (fünfhundert Jahre nach 'Entdeckung' des Pazifiks durch den spanischen Konquistador Vasco Núñez de Balboa) das Iberoamerikanische Gipfeltreffen und zahlreiche andere spanienbezogene Großveranstaltungen aus. Die traditionell engen Bindungen zur ehemaligen Kolonialmacht Spanien haben mit der führenden Beteiligung spanischer Firmen an Großprojekten, Unternehmensansiedlungen und starker Immigration spanischer Fachkräfte zunehmend auch eine ausgeprägte wirtschaftliche Komponente bekommen. Auch Frankreich, Italien, Großbritannien und die Niederlande sind wirtschaftlich stark präsent, Frankreich auch kulturpolitisch.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


Weitere Informationen

Kreuzfahrtschiff im Panama-Kanal
Kreuzfahrtschiff im Panama-Kanal © picture-alliance/prisma
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