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Oman: Wirtschaft Oman

17.04.2019 - Artikel

Grundlagen 

Oman verfolgt eine marktwirtschaftliche Politik. Die Währung Rial Omani (OMR) ist frei konvertierbar und hat eine feste Dollarparität von 2,60 US-Dollar.

Die Regierung betreibt eine konsequente Wirtschaftspolitik, die einerseits auf eine Verringerung des Öl- und Gasverbrauchs und  andererseits auf eine stärkere Energie-Diversifizierung ausgerichtet ist. Prioritär sollen Tourismus, Industrie, Landwirtschaft und Fischerei ausgebaut bzw. die klein- und mittelständische Industrie mit besonderen Finanzierungsinstrumenten gefördert werden. Trotz gefallener Ölpreise werden bedeutende Infrastrukturprojekte (Flughäfen, Straßen, Seehäfen, medizinische Einrichtungen) fortgesetzt oder neu implementiert. Im Sommer 2016 stieß Sultan Qaboos eine neue Diversifizierungskampagne („Tanfeedh-Prozess“) zur Verbesserung des Investitionsklimas und Erleichterung von “doing business” an.

Die omanische Regierung lockt ausländische Investoren mit Steuerbefreiungen von fünf und mehr Jahren, Befreiung von Einfuhrzöllen für Maschinen und Ausrüstungsgegenstände und erlaubt in ausgewählten Wirtschaftsbereichen eine 100-prozentige Auslandsbeteiligung.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt 2019 sieht Einnahmen von 10,1 Mrd. OMR (ca. 23,5 Mrd. EUR) und Ausgaben von 12,9 Mrd. OMR (ca. 30 Mrd. EUR) vor und ist gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich verändert. Das Haushaltsdefizit wird für 2019 mit 2,8 Mrd. OMR (ca. 6,5 Mrd. EUR) angegeben. Dies entspricht 9% des Bruttoinlandprodukts (2018: 3 Mrd. OMR/10 % des BIP). Die Einnahmen stammen mit 74 Prozent (2018: 70 Prozent) zum überwiegenden Teil aus der Erdöl- und Gasförderung.

Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation (WTO)

Seit Oktober 2000 ist Oman Mitglied der Welthandelsorganisation. Der Beitritt erfolgte vor dem Hintergrund der angestrebten Diversifizierung der omanischen Wirtschaft und dem Wunsch nach Erschließung neuer Exportmärkte mit verbesserten Absatzchancen. Entsprechend wurden die staatlichen Förderinstrumente für private Investoren, namentlich im Bereich der Klein- und Mittelindustrie, der Fischerei und des Tourismus, angepasst. Hinzugekommen sind staatliche Exportgarantien (ähnlich deutscher Hermes-Bürgschaften) und Investitionserleichterungen für Ausländer.

Mit großzügigen Subventionen, Steuervorteilen und dem Ausbau der Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Strom, Gas, Wasser) werden Anreize für omanische und ausländische Investoren geschaffen. Mit Deutschland besteht seit 2010 ein Investitionsschutzabkommen.

Tourismus

Der Ausbau des Tourismus ist ein wichtiges Ziel der omanischen Entwicklungsplanung, da er besonders geeignet ist, Arbeitsplätze für junge Omanis zu schaffen. Der Tourismussektor soll im Jahr 2020 vier Prozent des BIP erwirtschaften. Deutsche Touristen stellen die zweitgrößte Besuchergruppe aus Europa. Kreuzfahrttourismus nimmt in den letzten Jahren stark zu, auch die Anzahl der Pauschaltouristen steigt ständig. Seit einiger Zeit gibt es während der Hauptsaison zwischen September und Mai Direktflüge aus Deutschland nach Salalah. Oman wird im Jahr 2020 Partnerland der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin sein.

Beschäftigung

Mit einer „Omanisierung“ des Arbeitsmarktes versucht die Regierung, Arbeitsplätze für die jährlich mehr als 50.000 Schul- und Universitätsabgänger zu schaffen. Dazu gehören die Reservierung bestimmter Berufe für omanische Staatsangehörige und ein Ausbau der Berufsausbildung. Anfang 2018 erließ die Regierung eine Visasperre für 87 Berufe, die künftig allein Omanis vorbehalten bleiben sollen. Im besonderen Fokus der omanischen Regierung liegt weiterhin die Förderung der Privatwirtschaft und hier insbesondere die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen

Außenhandel

Die omanische Außenhandelsbilanz verzeichnet wegen der Erdölexporte traditionell einen Überschuss. 2016 standen den Exporten (inkl. Re-Exporten) von umgerechnet 24,5 Mrd. US-Dollar Importe i.H.v. 23,3 Mrd. US-Dollar gegenüber. Die bedeutendsten Handelspartner für non-oil Produkte sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Indien, China und die USA. Größte Abnehmer omanischen Öls sind China, Taiwan, Singapur, Südkorea und Japan.

Laut der Industrie- und Handelskammer Bayern wurden im bilateralen Handel für 2018 Ausfuhren nach Oman i. H. v. 797.85 Mio. EUR (Vorjahr:  914,3 Mio. EUR) sowie Einfuhren i. H. v. 41,1 Mio. EUR (Vorjahr: 38,8 Mio. EUR) erzielt. Oman steht damit in der Rangfolge der deutschen Handelspartner bei den Exporten an 69. und bei den Importen an 129. Stelle.

Umweltpolitik

Oman misst dem Umweltschutz und der nachhaltigen Entwicklung große Bedeutung bei. Seit 2007 gibt es ein eigenständiges Umweltministerium. Schwerpunkte sind der Schutz der Wasser-vorkommen (Projekte zur Wiederauffüllung der Grundwasserträger, Pflege und Erhaltung der traditionellen Falaj-Bewässerungskanäle), Küstenschutz und Naturschutz, insbesondere in der südlichen Provinz Dhofar und im Jebel Akhdar Gebirge sowie der Schutz bedrohter Tierarten. Oman ist 2004 den Zusatzvereinbarungen von Montreal 1997 und von Peking 1999 zum Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht sowie dem Stockholmer Abkommen hinsichtlich organischer Schadstoffe beigetreten. Oman gehört zu den Unterzeichnern des Pariser Klimaschutzabkommens, hat es bisher jedoch noch nicht ratifiziert.

Der Energiebedarf Omans (z.Zt. 97,5 Prozent durch Erdgas, 2,5 Prozent durch Diesel gedeckt) steigt ständig – bis 2021 soll er sich verdoppeln. Mittel- und langfristig möchte die omanische Regierung die Abhängigkeit des Landes von konventionellen Energieträgern verringern. Dazu wurde eine Strategie beschlossen, wie künftig etwa 25 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen werden sollen.

Bei der Erforschung der Nutzung erneuerbarer Energien für die Meerwasserentsalzung besteht eine enge Kooperation mit der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (GFZ Potsdam, Geomar Kiel, UFZ Leipzig) in mehreren Forschungsbereichen. Bisher werden die Meerwasser-entsalzungsanlagen sehr energieintensiv mit Gas betrieben.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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