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Außenpolitik Oman

Artikel

Stand: Juni 2018

Grundlinien der Außenpolitik

Die Außenpolitik des Sultanats ist durch Kontinuität und feste Prinzipien gekennzeichnet. Oman strebt gute Beziehungen zu allen Staaten an und setzt sich für Zusammenarbeit sowie für Konfliktlösung durch Dialog und Verständigung ein. Oman ist keinem der regionalen Konflikte militärisch verwickelt. Geostrategisch liegt Oman in hervorgehobener Lage. Das Land sieht sich in starker Mitverantwortung für die Sicherheit der Straße von Hormuz, die Tankerroute läuft durch omanisches Hoheitsgewässer. Oman ist u.a. Mitgliedstaat des Golfkooperationsrats und der Arabischen Liga.

Den Kampf gegen den internationalen Terrorismus unterstützt Oman, ohne dies besonders herauszustellen.

Beziehungen zu westlichen Staaten

Die Beziehungen zu den westlichen Staaten sind durchweg gut. Dies gilt auch für die Beziehungen zu den USA, obwohl zuletzt Meinungsunterschiede zu regionalen Fragen wie Jemen oder Iran zutage getreten sind. Die Beziehungen  zur EU und ihren Mitgliedstaaten sind eng und vertrauensvoll. Zu Großbritannien besteht ein besonderes Verhältnis, sowohl wirtschaftlich als auch bei der Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich. 

Beziehungen zu Staaten der Region 

Oman ist Gründungsmitglied des 1981 gegründeten Golfkooperationsrates (GKR) und hat im Jahre 2018 dessen Vorsitz inne. Plänen zur stärkeren Integration hin zu einer Golf-Union steht Oman jedoch seit jeher skeptisch gegenüber. Oman trägt Beschlüsse der Arabischen Liga mit, ohne sich zu exponieren. Im Februar 2018 empfing Sultan Qabus den ägyptischen Präsidenten Sisi zu einem Staatsbesuch in Maskat. Das Sultanat beteiligt sich nicht an der von Saudi-Arabien angeführten Koalition in Jemen. Oman unterstützt Bemühungen, um einen politischen Prozess unter den Konfliktparteien in Gang zu bringen. Für die Stabilisierung Jemens leistet Oman Projekt- und humanitäre Hilfen und stellt erhebliche finanzielle Mittel bereit. In der Krise um Katar hat Oman keine Partei ergriffen.

Oman unterhält traditionell gute Beziehungen zu Iran. Im Februar 2017 empfing Sultan Qabus Staatspräsident Ruhani und eine große Delegation, seither fanden Besuche der Außenminister statt. Oman tritt für Beibehaltung des Abkommens zum iranischen Nuklearprogramm ein.

Meinungsverschiedenheiten zu regionalen Themen wie Jemen, Katar und zum Umgang mit Iran belasten das Verhältnis zu den unmittelbaren Nachbarn Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate.

Nahost-Friedensprozess

Oman hat den Nahost-Friedensprozess in konstruktiver Weise unterstützt. Wie die Staaten der Arabischen Liga spricht sich auch Oman für eine Zwei-Staaten-Lösung aus. Im Februar 2018 besuchte Außenminister Youssef bin Alawi die palästinensischen Gebiete im Westjordanland sowie die Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem. Als Beitrag zum multilateralen Nahost-Friedensprozess beherbergt Oman das Middle East Desalination Research Center (MEDRC) in Maskat, in dem auch Israel Mitglied ist.

Beziehungen zu asiatischen Ländern 

Die omanische Außenpolitik engagiert sich im asiatischen Raum, auch auf Grund wichtiger wirtschaftlicher Interessen. In Asien sieht man für die Zukunft vielversprechende Absatzmärkte für omanische Produkte.

Oman ist aktives Gründungsmitglied der “Indian Ocean Rim Association for Regional Cooperation“ (IOR-ARC), einem Zusammenschluss von bisher 21 Anrainerstaaten des Indischen Ozeans und 7 Dialogpartnern (China, Frankreich, Japan, Großbritannien, Ägypten USA und Deutschland).

Beim Besuch des indischen Ministerpräsidenten Modi in Maskat im Februar 2018 wurde eine engere Zusammenarbeit vereinbart, auch im Bereich der Sicherheitspolitik. Die ca. 870.000 indischen „Expats“ bilden die größte Gruppe ausländischer Arbeitnehmer in Oman.

Im Juni 2018 feierten Oman und China das 40-jährige Bestehen diplomatischer Beziehungen und vereinbarten dabei eine „strategische Partnerschaft“. China investiert mehrere Milliarden US-Dollar in die Sonderwirtschaftszone um den neuen omanischen Hafen Duqm.

Im August 2014 war das omanische Außenministerium Gastgeber einer Sitzung des Ashgabat-Abkommens (Internationaler Transport und Transit-Korridor). Der “Ashgabat International Corridor for Transport and Transit“, an dessen seeseitigem Ende Oman mit seinen Häfen zum indischen Ozean liegt, soll gegenseitige Erleichterung bei der Zollabfertigung und der Ansiedlung von Logistikunternehmen bieten. 

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