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Kultur- und Bildungspolitik Norwegen

Artikel

Stand: März 2018

Kunst und Kultur

Bereits im 19. Jahrhundert gab es einen regen und umfassenden kulturellen Austausch zwischen Norwegen und Deutschland, der auch heute wieder vielfältig zu sehen ist. Darüber hinaus ist Norwegens Kultur und Gesellschaft neben den skandinavischen Nachbarn und Russland in hohem Grade auf die englischsprachige Welt ausgerichtet. Englisch ist auch die wichtigste und überall gut gesprochene Fremdsprache. Die öffentliche Hand fördert Kunst und Kultur sehr engagiert, um auch für die Menschen in den dünn besiedelten Gebieten ein kulturelles Grundangebot zu gewährleisten. Zeitgenössische norwegische Künstler mit internationaler Geltung finden sich vor allem in der Literatur (u.a. Jo Nesbø und Anne Holt mit Kriminalromanen, Jon Fosse mit Theaterstücken, Jostein Gaarders „Sofies Welt“ sowie Erik Fosnes Hansens „Choral am Ende der Reise“ und Maja Lundes aktueller Bestseller „Die Geschichte der Bienen“), aber auch in der Musik (Jan Garbarek, Leif Ove Andsnes). Nationalfeiertag ist der 17. Mai, an dem sich 1814 in Eidsvoll Norwegen eine eigene Verfassung gab, noch bevor es 1905 aus der Union mit Schweden austrat und unabhängig wurde. Traditionell ziehen am 17. Mai die Schulkinder durch die Orte, - in Oslo am Königspaar vorbei -, viele Norweger tragen Tracht.

Bildungspolitik

Die norwegische Bildungspolitik der Nachkriegszeit ist stark vom Bemühen um Chancengleichheit und Zugang zu Bildung für alle geprägt. Fast alle norwegischen Kinder (90% der Zweijährigen, 95% der Dreijährigen) besuchen den Kindergarten. Während im Kindergartenbereich private Einrichtungen die öffentlichen leicht überwiegen, sind die norwegischen Schulen ganz überwiegend öffentlich. Die staatlichen Ausgaben für Bildung nehmen im OECD-Vergleich einen Spitzenplatz ein. Die norwegischen Schüler haben ihre Leistungen in der jüngsten PISA-Studie 2015 in allen Bereichen leicht verbessert und liegen damit im oberen Mittelfeld. Ein besonderes Problem ist der große Anteil von Dropouts in der Oberstufe. Die seit Oktober 2013 amtierende bürgerliche Regierung legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Aus- und Fortbildung der Lehrer.

Deutsch als Fremdsprache

Nachdem Deutsch als Fremdsprache gegenüber dem Englischen und in jüngerer Zeit auch dem Spanischen stark an Boden verloren hatte, beginnt sich der Trend im Bereich von Deutsch als zweiter Fremdsprache umzukehren. Weiterführende Schulen verzeichnen verstärktes Interesse an Deutschlandstrategie, die im Juli 2017 durch einen weiteren Handlungsplan des Bildungsministeriums konkretisiert wurde. Damit sollen insbesondere Deutschkurse sowie der Austausch im Bildungs- und Ausbildungsbereich gefördert werden.

Wissenschaft

Ein weiterer Schwerpunkt der Regierung liegt auf der internationalen Zusammenarbeit, insbesondere mit der EU, im Wissenschaftsbereich. Die Verleihung des Nobelpreises für Physiologie oder Medizin 2014 an die an der Trondheimer Universität NTNU lehrenden norwegischen Neurowissenschaftler May-Britt und Edvard Moser, gemeinsam mit dem britisch-amerikanischen Forscher John O’Keefe, hat dabei für Auftrieb gesorgt. Mit einem Programm zur Zusammenlegung von Universitäten soll deren Effizienz gesteigert werden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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