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Nigeria: Kultur und Bildung, Medien Nigeria

24.05.2019 - Artikel

Kultur zwischen Tradition und Moderne

Das traditionelle Erbe lebt vor allem in den ländlichen Regionen in zahlreichen Festen, mündlich überlieferter Literatur, in Tänzen und in der Musik der verschiedenen ethnischen Gruppen fort. Parallel hat sich in den Städten eine lebendige, moderne Kulturszene entwickelt, die in der Musik, der darstellenden Kunst und Literatur im Vergleich zu den anderen afrikanischen Staaten hervorragt. Kulturelles Zentrum ist weiterhin die Wirtschaftsmetropole Lagos. Auch in der Hauptstadt Abuja entwickelt sich das kulturelle Leben immer mehr. Im Bereich der Kultur gibt es kaum staatliche Förderung, sodass Theateraufführungen, Ausstellungen, Vorträge und Konzerte in aller Regel auf finanzielle Förderung privater Sponsoren bzw. ausländischer Institutionen angewiesen sind.

Die Filmindustrie Nigerias. “Nollywood” produziert rund 1200 Filme pro Jahr und erreicht ein Millionenpublikum. Nollywood erfreut sich auf dem ganzen afrikanischen Kontinent und in den nigerianischen Diaspora-Gemeinden größter Beliebtheit.

Ein vernachlässigtes Bildungssystem

Trotz zahlreicher Universitäten, Schulen und anderer Einrichtungen bestehen weiterhin ein großes Defizite im Bildungswesen. Mitverantwortlich dafür sind mangelhafte Investitionen in diesem Sektor. Die Lehrer sind nicht ausreichend ausgebildet, außerdem befinden sich die Schulen in einem schlechten Ausstattungszustand.

Immer noch besucht ein großer Teil der Kinder im Schulalter keine Schule, und selbst der Abschluss einer öffentlichen Schule garantiert nicht den Erwerb von Grundfertigkeiten wie Schreiben, Lesen und Rechnen. Die Analphabetenquote beträgt bei Männern 30 Prozent, bei Frauen sogar rund 40 Prozent. Neben staatlichen Universitäten gibt es zahlreiche private Bildungseinrichtungen, die inzwischen sehr gefragt sind. Wohlhabende Nigerianer schicken ihre Kinder häufig zur Ausbildung ins Ausland. Die erheblichen Mängel im Bildungssystem sind ein wesentliches Hindernis für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes.

Fremdsprachenunterricht spielt höchstens in den Privatschulen eine Rolle. Für die meisten Kinder, ist nach der lokalen Sprache (z.B. Yoruba, Haussa oder Igbo) die Amtssprache Englisch, die erste Fremdsprache. Die Bundesregierung unterstützt nigerianische andere westafrikanische Universitäten in den Bereichen der Hochschulkooperation und des Forschungsaustausches. 2017/18 studieren mehr als 1600 Nigerianer in Deutschland.

Medien

Die nigerianische Medienlandschaft ist vielfältig und äußerst aktiv – die journalistische Qualität schwankt aber enorm. Zahlreiche private Medien tragen wesentlich dazu bei, dass alle politischen Fragen des Landes offen und kritisch diskutiert werden können. Das Radio ist das wichtigste Medium in Nigeria, da es auch in den ländlichen Regionen empfangen werden kann.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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