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Deutsch-französische Ministerreise nach Nigeria Nigeria

27.10.2014 - Artikel

Auf ihrer gemeinsamen Reise nach Abuja vom 26.-27.10. berieten Steinmeier und Fabius mit der nigerianischen Regierung über "die drängenden Probleme in der Region, die uns auch in Europa betreffen."

Steinmeier und Fabius fliegen gemeinsam nach Nigeria
Steinmeier und Fabius fliegen gemeinsam nach Nigeria© photothek.net

Die dritte gemeinsame Reise der Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Laurent Fabius führte diese am Montag (27.10.) zu Gesprächen in die nigerianische Hauptstadt Abuja. Steinmeier betonte, die Reise sei ein Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft und zeige die Bedeutung des Landes für Afrika und die Welt. Ziel des gemeinsamen Besuchs war es außerdem, mit der nigerianischen Regierung über die drängenden Probleme der Region zu beraten, "die uns auch in Europa betreffen". Steinmeier und Fabius vereinbarten mit ihrem Amtskollegen Aminu Bashir Wali eine deutsch-französisch-nigerianische Partnerschaft im Kampf gegen Ebola, in deren Rahmen zunächst bis zu 200 medizinische Hilfskräfte ausgebildet werden sollen.

Mit fast 170 Millionen Einwohnern ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Auch politisch und wirtschaftlich ist Nigeria ein Schwergewicht in der Region. Die Außenminister Deutschlands und Frankreichs reisten am Sonntagabend (26.10.) nach Abuja, um dort zu politischen Gesprächen mit Staatspräsident Goodluck Jonathan und Außenminister Aminu Bashir Wali zusammenzukommen. Außerdem trafen sie Kadré Désiré Ouedraogo, den Präsidenten der ECOWAS-Kommission (Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten) sowie Vertreter der Unabhängigen Wahlkommission (Independent National Electoral Commission, INEC), die sich um die Organisation der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Februar 2015 bemühen.

Entschlossenes Vorgehen gegen Boko Haram

Die Außenminister Steinmeier und Fabius mit der nigerianischen Aktivistin Florence Ozor
Die Außenminister Steinmeier und Fabius mit der nigerianischen Aktivistin Florence Ozor© Photothek/Gottschalk

Am Montagmorgen kamen die beiden Außenminister zunächst mit Vertreterinnen und Vertretern der nigerianischen Zivilgesellschaft sowie verschiedener christlicher und muslimischer Religionsgemeinschaften zusammen. Im Fokus stand dabei auch das Schicksal der über 200 noch immer entführten Mädchen und jungen Frauen aus der Chibok-Region. An dem Treffen nahm auch Florence Ozor teil, eine Vertreterin der Initiative "Bring Back Our Girls".

Im Anschluss an die Beratungen betonten die Minister, dass sie "ihr Möglichstes tun wollen", damit die nigerianische Regierung noch intensiver an der Freilassung der Mädchen arbeite. Außerdem kündigte Außenminister Steinmeier an, dass Deutschland gemeinsam mit der Internationalen Flüchtlingsorganisation (International Organization for Migration) ein Hilfsprogramm für traumatisierte Opfer der Terrororganisation Boko Haram schaffen wolle. Das Programm soll laut Steinmeier traumatherapeutische Maßnahmen für bis zu 10.000 Binnenflüchtlinge bieten.

Deutsch-französisch-nigerianische Partnerschaft gegen Ebola

Steinmeier und Fabius mit dem nigerianischen Außenminister Aminu Wali
Steinmeier und Fabius mit dem nigerianischen Außenminister Aminu Wali© Photothek/Gottschalk

Im Zentrum der Unterredungen stand zudem die Bekämpfung der Ebola-Epidemie. Am vergangenen Montag (20.10.) hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Nigeria für Ebola-frei erklärt. Andere Länder der Region - vor allem Sierra-Leone, Guinea und Liberia - sind von der Epidemie hingegen stark betroffen.

Außenminister Steinmeier zollte der nigerianische Seite bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen Aminu Wali seine Anerkennung und betonte: "Wir möchten ausdrücklich unseren Respekt zum Ausdruck bringen für den erfolgreichen Kampf gegen Ebola, den dieses Land, seine Mediziner und die medizinischen Hilfskräfte in den letzten Monaten geleistet haben".

Steinmeier, Aminu Wali und Fabius auf der gemeinsamen Pressekonferenz
Steinmeier, Aminu Wali und Fabius auf der gemeinsamen Pressekonferenz© Photothek/Gottschalk

Ihren Besuch in Abuja nutzten die beiden Außenminister auch, um gemeinsam mit ihrem Amtskollegen Aminu Wali eine deutsch-französisch-nigerianische Partnerschaft gegen Ebola ins Leben zu rufen. In diesem Rahmen sollen in Nigeria zunächst bis zu 200 medizinische Hilfskräfte im Umgang mit der Ebola-Epidemie ausgebildet werden. Dies solle dabei helfen, so Außenminister Steinmeier, einerseits das nigerianische Gesundheitssystem zu stärken und andererseits die von Ebola betroffenen Regionen zu unterstützen.

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Bilaterale Beziehungen zu Nigeria

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