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Wirtschaft Niger

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Stand: April 2018

Wirtschaftsstruktur

Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt. Auf dem Human Development Index des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen UNDP rangiert es auf Platz 187 von 188 Staaten. Bei zahlreichen Sozialindikatoren liegt der Niger auf einem der letzten Plätze. Das Pro-Kopf Einkommen ist mit rund 370 US-Dollar pro Kopf (2016, Weltbank) eines der weltweit niedrigsten. Nach Angaben von UNICEF sind 72 Prozent (nach anderen Quellen 79 Prozent) der Erwachsenen Analphabeten. Das Land weist eine weitgehend agrarisch geprägte Wirtschaftsstruktur auf. Die Landwirtschaft trägt mit konstant 40 Prozent zum Bruttonationaleinkommen (BNE) bei und beschäftigt rund 80 % der Bevölkerung (meist Subsistenzanbau). Der Lebenserwerb der überwiegend ländlichen Bevölkerung hängt maßgeblich von den schwankenden klimatischen Bedingungen (Regen) ab, die sich direkt auf die Ernteerträge, aber auch die Qualität der Viehzucht auswirken.

Eine wichtige Aufgabe der nigrischen Regierung ist es, künftig eine höhere Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten. Präsident Issoufou hatte dies 2011 zu einer Priorität seiner Politik erklärt. Nach wie vor sind jedoch weiter Teile der Bevölkerung zumindest saisonal von Nahrungsmittelhilfe abhängig. Das weltweit höchste Bevölkerungswachstum von laut IWF rund 4,1 Prozent erschwert die Fortschritte auf diesem Gebiet sehr. Außerdem sind etwa 3 % der Fläche des Landes landwirtschaftlich nutzbar; durch Erosion geht jedes Jahr weitere nutzbare Fläche verloren.

Der Niger leidet permanent an einem Energiedefizit. Durch Importe aus Nigeria und lokale Stromerzeugung auf der Basis von Dieselgeneratoren ist Energie sehr teuer. Beim mit Unterstützung der Weltbank geplanten Kandaji-Staudammprojekt sind mehrjährige Verzögerungen eingetreten.

Aktuelle Wirtschaftslage

Das Wirtschaftswachstum betrug im Jahr 2017 4,9 Prozent (Schätzung IWF); für 2018 wird mit einer moderaten Steigerung gerechnet. Laut IWF würde Niger ein kontinuierliches jährliches Wachstum von etwa 7 % benötigen, um Massenarmut und Arbeitslosigkeit zu überwinden.

Die Inflationsraten bleiben moderat, sind aber deutlich gestiegen. 2017 betrug sie etwa 2,4 Prozent. Von besonderer Bedeutung ist der Energie- und Rohstoffsektor, der über 40 Prozent zum Bruttonationaleinkommen beiträgt und den größten Teil der Exporterlöse erzielt. Wichtig ist vor allem der Abbau von Uran als Hauptexportprodukt. Die Jahresproduktion könnte auf bis zu 10.000 Tonnen gesteigert werden, doch ist aufgrund des anhaltend niedrigen Weltmarktpreises mit einer Ausweitung einstweilen nicht zu rechnen. Die Inbetriebnahme der vom französischen Konzern AREVA erschlossenen zweiten großen Uran-Mine in Imouraren wurde im Herbst 2015 auf unbestimmte Zeit verschoben. Etwa 20 % des BNE entfallen auf den Dienstleistungssektor, wo Kleinhandel sowie Transport dominieren. Die Struktur der Wirtschaft ist zu 99 % informell. Wichtigster Arbeitgeber ist der Staat.

Seit Ende 2011 wird im Niger Erdöl in dem östlich gelegenen Agadem Ölfeld gefördert und eine Raffinerie in Zinder wurde in Betrieb genommen, beides unter chinesischer Regie. Der Bau der geplanten Pipeline nach Tschad für den Export über Kamerun wurde wegen der unsicheren Lage im Grenzgebiet (Boko Haram) auf 2020/21 verschoben. Die Reserven in Agadem werden auf rund 650 Millionen Fass geschätzt. Auch in anderen Regionen des Landes werden Erdöl- und Gasvorkommen vermutet. Es existieren mehrere größere, leicht abbaubare Kohlelagerstätten. Eine US Firma plant hier ein 600 MW- Großkraftwerk, das Niger zum Nettostromexporteur machen könnte. Allerdings leidet auch dieses Projekt unter erheblichen Verzögerungen.

Außenhandel

Der nigrische Außenhandel wird dominiert durch Uranexporte (knapp 50 Prozent des Gesamtexports) überwiegend nach Frankreich, landwirtschaftliche Produkte/Vieh vorwiegend nach Nigeria und die westafrikanische Subregion, sowie Gold. Nach wie vor ist die nigrische Handelsbilanz negativ. China hat seine Ausfuhren in den Niger erheblich ausgeweitet und nimmt jetzt die Spitzenstellung ein (19 Prozent aller Importe). Wichtigstes Exportland für den Niger ist weiterhin Frankreich (40 Prozent der gesamten Ausfuhren). Der wichtige Grenz- und Transithandel mit Nigeria ist aufgrund der dortigen Wirtschafts- und Währungskrise 2016 und durch die regionale Sicherheitslage in der Grenzregion, bedingt durch die Angriffe der terroristisch-extremistischen Gruppen Boko Haram und IS West African Province, massiv eingebrochen.

Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsorganisationen

Niger ist u.a. Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten ECOWAS/CEDEAO, der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA , der Afrikanischen Entwicklungsbank AfDB, der Westafrikanischen Entwicklungsbank BOAD und des Comité Inter-états de lutte contre la sécheresse du Sahel (Interstaatliches Komitee zur Bekämpfung von Trockenheit und der Desertifikation im Sahel CILSS).

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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