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Niger: Wirtschaft Niger

28.06.2019 - Artikel

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Das Pro-Kopf Einkommen ist mit rund 360 US-Dollar (2017, Weltbank) eines der weltweit niedrigsten, Niger belegt Platz 189 des Human Development Index. Das Land weist eine weitgehend agrarisch geprägte Wirtschaftsstruktur auf. Die Landwirtschaft trägt mit mehr als 40 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigt rund 80 Prozent der Bevölkerung (meist Subsistenzlandwirtschaft). Der Lebenserwerb der überwiegend ländlichen Bevölkerung hängt maßgeblich von den schwankenden Niederschlägen ab. Die Struktur der Wirtschaft ist zu 99 Prozent informell. Zwischen 70 und 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind Analphabeten. Wichtigster Arbeitgeber ist der Staat. Das Wirtschaftswachstum betrug im Jahr 2018 5,3 Prozent (IWF); für 2019 wird mit einer moderaten Steigerung gerechnet. Aufgrund des (weltweit höchsten) Bevölkerungswachstums von rund 4,1 Prozent (IWF) wäre ein kontinuierliches jährliches Wachstum von etwa 7 Prozent nötig, um Massenarmut und Arbeitslosigkeit zu überwinden.

Nach wie vor sind weite Teile der Bevölkerung zumindest saisonal von Nahrungsmittelhilfe abhängig. Nur etwa 3 Prozent der Fläche des Landes sind für Ackerbau, weitere 12 Prozent für Weidewirtschaft nutzbar; durch Übernutzung und Erosion geht jedes Jahr landwirtschaftlich nutzbare Fläche verloren.

Niger leidet permanent an einem Energiedefizit, Importe aus Nigeria und lokale gewonnener Strom auf der Basis von Dieselgeneratoren machen Energie teuer. Beim mit Unterstützung der Weltbank geplanten Kandaji-Staudammprojekt sind mehrjährige Verzögerungen eingetreten.

Rohstoffvorkommen

Von besonderer Bedeutung ist der Energie- und Rohstoffsektor, der über 40 Prozent zum Bruttonationaleinkommen beiträgt und den größten Teil der Exporterlöse erzielt. Wichtig ist vor allem der Abbau von Uran als Hauptexportprodukt, der französische Konzern ORANO ist hier tätig.

Im Osten Nigers bei Agadem wird Erdöl gefördert. In Zinder wurde unter chinesischer Regie eine Erdöl-Raffinierie in Betrieb genommen. Der Bau einer Pipeline über Kamerun nach Tschad für den Export von Erdöl wurde wegen der unsicheren Lage im Grenzgebiet (Boko Haram) auf 2020/2021 verschoben. Die Ölreserven werden auf rund 650 Millionen Fass geschätzt, weitere, auch Gasvorkommen, werden vermutet. Es existieren mehrere größere, leicht abbaubare Kohlelagerstätten.

Niger hat Anfang 2019 angekündigt, wieder der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI), die sich der Transparenz der Einnahmen von Entwicklungsländern aus dem Abbau von Rohstoffen verschrieben hat, beizutreten.

Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsorganisationen

Niger ist unter anderem Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten ECOWAS/CEDEAO, der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA, der Afrikanischen Entwicklungsbank AfDB und der Westafrikanischen Entwicklungsbank BOAD.

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