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Niger: Kultur- und Bildungspolitik Niger

28.06.2019 - Artikel

Kultur

Weltweit bekannt sind traditionelle Kulturfestivals wie „Cure Salée“ und „Festival de l’Aïr“, bei denen sich vor allem die Nomaden der Volksgruppen der Tuareg und Peul im Norden Nigers treffen. Das historische Stadtzentrum der Wüstenstadt Agadez zählt zum UNESCO Weltkulturerbe, der Nationalparkkomplex W-Arly- Pendjari im Grenzgebiet zu Burkina Faso und Benin sowie das Aïr-Gebirge im Norden zum UNESCO Weltnaturerbe. In letzterem befinden sich auch bedeutende Felszeichnungen.

Musiker wie Bombino (Grammy-Nominierung 2019) oder einige Tuareg-Bands sind ebenfalls über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Niger verfügt über eine aktive Filmkultur.

Staatliche Schulen

Priorität in der nigrischen Bildungspolitik hat der Zugang zu schulischer Grundbildung. Für den Unterricht in staatlichen Schulen werden keine Gebühren erhoben, es entstehen jedoch Kosten für Uniformen, Bücher und Material, die von den Familien selbst getragen werden müssen. Daher, und aus Gründen der Distanzen, ist ein Schulbesuch für die ländliche Bevölkerung oft nur schwer machbar. Das Bildungssystem erreicht noch immer nur einen Teil der Bevölkerung, hinkt dem Bevölkerungswachstum hinterher und bleibt auch im Lehrniveau trotz Geberunterstützung (für das Grundbildungsministerium und die Bezahlung von mitunter aber unzureichend ausgebildeten Lehrkräften) defizitär. Analphabetismus ist –vor allem auf dem Land und bei Frauen- sehr hoch. Konkurrenz durch bessere, aber kostenpflichtige private Schulen entsteht in städtischen Zentren.

Koranschulen

In den letzten Jahren hat die Zahl der Koranschulen, zum Teil finanziert aus Mitteln Saudi-Arabiens und anderer Golfstaaten, erheblich zugenommen. Koranschulen beschränken sich häufig auf das Auswendiglernen des Korans auf Arabisch bzw. den sonstigen ethnischen Nationalsprachen. Die Regierung bemüht sich um ein Konzept, die Koranschulen mit dem staatlichen System zu verknüpfen und deren Bildungsinhalte zu erweitern, um so die großen Erfassungslücken des staatlichen Schulsystems auf dem Land zu verringern. Die Alphabetisierung soll dort in den ethnischen Nationalsprachen anstelle von Französisch erfolgen.

Universitätsbildung

Die Universität Abdou Moumouni (UAM), ist die größte staatliche Universität für Hochschulbildung in Niger. Über die Fakultät für Geisteswissenschaften haben sich in den vergangenen Jahren Kontakte zu deutschen Universitäten etabliert. In den Regionalhauptstädten wurden Ableger der UAM gegründet. Eine islamische Universität (Say) besteht seit 1968 nach Beschluss der Organisation Islamischer Staaten außerhalb Niameys.

Einfluss der Religion auf die Kultur

Die Alltagskultur ist weitgehend traditionell muslimisch geprägt, Frühverheiratungen und Mehrehen sind mit den entsprechenden Folgen für Mädchen und Frauen nicht ungewöhnlich. Die Praxis der „5. Frau“ ist jedoch gerichtlich als verfassungswidrig verurteilt worden.

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