Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Niger: Außenpolitik Niger

28.06.2019 - Artikel

Allgemeine Grundlinien der Außenpolitik

Regionale Integration und grenzüberschreitende Zusammenarbeitsformate für Sicherheit und Entwicklung sind neben den guten Beziehungen mit Gebernationen die Grundpfeiler der nigrischen Außenpolitik.

Der Abwehr terroristischer Bedrohungen und Eindämmung organisierter Kriminalität (Waffen-, Drogen- und Menschenhandel), die allesamt die innere Sicherheit Nigers bedrohen, dienen Zusammenarbeitsformate wie die noch im Aufbau befindliche Eingreiftruppe Sahel G5-Force Conjointe (mit Mali, Burkina Faso, Mauretanien und Tschad) und die Multi National Joint Task Force gegen Boko Haram und IS Westafrika-Provinz (mit Tschad, Nigeria, Kamerun und Benin). Die nigrische Regierung beteiligt sich auch an der VN-Operation in Mali (MINUSMA) mit ca. 800 Soldaten.

Wirtschaftliche und Entwicklungsfragen werden im Rahmen der ECOWAS (Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten), daneben in der UEMOA (Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft), vor allem aber in der Regionalorganisation G5 Sahel, die auf die besonderen Herausforderungen der Sahelländer fokussiert, behandelt.

Trotz seines wirtschaftlichen Rückgangs bleibt das Nachbarland Nigeria für den Handel wichtig, ebenso die trotz dort eingebrochener Arbeitsmärkte die nördlichen Nachbarn Algerien und Libyen.

Niger ist Gründungsmitglied der Afrikanischen Union (AU) und der CENSAD. Niger wurde ab 2020 für zwei Jahre als nichtständiges Mitglied in den VN-Sicherheitsrat gewählt.

Beziehungen zur Europäischen Union

Die EU ist der bedeutendste Geber für Niger, Niger größter Empfänger von EU-Entwicklungsgeldern. Im Rahmen der EU-Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik bildet die zivile EU-Mission EUCAP Sahel Niger an den Standorten Niamey und Agadez die Sicherheitskräfte des Landes aus.

Beziehungen zu Frankreich

Als einstige Kolonialmacht hat Frankreich eine Sonderrolle, unterhält enge Beziehungen und deckt etwa ein Drittel seines Bedarfs an Uran für Atomreaktoren in Niger. Frankreich betreibt in der Region die eigene Antiterror-Militäroperation „Barkhane“.

Beziehungen zu weiteren Staaten

Niger unterhält erweiterte Beziehungen zu China, Indien sowie auch zu Südafrika, die von Wirtschafts- und Entwicklungsinteressen geprägt sind. Chinas Interesse gilt den Rohstoffen, besonders Erdöl, sowie dem Infrastrukturbereich (Straßenbau, Kraftwerk, Großkrankenhaus, Erdölraffinerie). Zu arabischen Staaten unterhält Niger, selbst Mitglied der islamischen Konferenz (OIC), ebenfalls vielfältige Beziehungen, insbesondere im kulturellen und wirtschaftlichen Bereich. Wichtigster Partner und Geber ist hier Saudi-Arabien. Auch USA engagiert sich im Sicherheitsbereich.

Weitere Informationen

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben