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Flugzeugunglück in Südfrankreich: Große Anteilnahme in den Niederlanden Niederlande

25.03.2015 - Artikel

Außenminister Steinmeier hat am Mittwoch seinen niederländischen Amtskollegen Koenders empfangen. Beide Minister drückten ihre Trauer um die Opfer des Flugzeugunglücks in Frankreich aus.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat am Mittwoch (25.03.) seinen niederländischen Amtskollegen Bert Koenders zu politischen Konsultationen im Auswärtigen Amt in Berlin empfangen. Das Gespräch fand einen Tag nach dem Absturz des Germanwings-Flugzeugs statt. Bei dem schweren Unglück in Südfrankreich sind 150 Menschen ums Leben gekommen, darunter viele Deutsche. Auch eine niederländische Staatbürgerin befindet sich unter den Opfern der Katastrophe.

Steinmeier und Koenders bei der Pressekonferenz
Steinmeier und Koenders bei der Pressekonferenz© photothek / Köhler

Zu Beginn ihrer gemeinsamen Pressekonferenz dankte Außenminister Steinmeier seinem niederländischen Kollegen für die große Anteilnahme aller Niederländer an dem Unglück. Steinmeier nutzte die Gelegenheit, um erneut seinen großen Dank und Respekt zu äußern für die Geschwindigkeit und Professionalität, mit der Frankreich die Bergungsmaßnahmen eingeleitet habe. Hiervon hatte sich der Außenminister am Vorabend am Unglücksort selbst ein Bild machen können. Informationen zum Flugzeugabsturz in Südfrankreich

Dank für große Anteilnahme

Auch Koenders zeigte sich von dem schweren Unglück bewegt. Er sagte: „Als Freunde und Nachbarn sind wir in der Trauer vereint.“ Zudem bot er die Unterstützung der niederländischen Regierung bei den Rettungs- und Bergungsmaßnahmen an, z.B. die Entsendung von Expertenteams zur Identifizierung der Opfer.

Ein wichtiges Thema im Gespräch von Steinmeier und Koenders war der Ukraine-Konflikt. Beide Minister betonten die Bedeutung der raschen und vollständigen Umsetzung der Minsker Vereinbarungen. In den Minsker Vereinbarungen verpflichten sich die Konfliktparteien unter anderem zu einem Waffenstillstand für die Ost-Ukraine, zum Rückzug schwerer Waffen von der Frontlinie sowie zum Einstieg in einen politischen Prozess zu einer dauerhaften Lösung des Konflikts.

Steinmeier und Koenders studieren historische deutsch-niederlänische Dokumente
Steinmeier und Koenders studieren historische deutsch-niederlänische Dokumente© photothek / Köhler

Wichtige Ukraine-Beratungen in Paris

Nachdem es am Dienstag (24.03.) bereits in Berlin Gespräche gegeben hatte, kommen an diesem Mittwoch (25.03.) hochrangige Beamte aus Frankreich, Deutschland, der Ukraine und Russland im sogenannten „Normandie-Format“ in Paris zusammen, um über die nächste Phase der Umsetzung der Minsker Vereinbarungen zu beraten.

„Dazu gehört die Gründung von Arbeitsgruppen in der internationalen Kontaktgruppe (…), so dass die Arbeiten zur humanitäre Unterstützung beginnen können“, so Steinmeier. Ganz wichtig sei auch die Einleitung „des so genannten “politischen Prozesses„, zu dem auch die Vorbereitung von Regionalwahlen in der Ukraine gehören wird.“ Steinmeier äußerte sich verhalten zuversichtlich, dass das Treffen nicht ohne Erfolg sein werde. Zur Vorbereitung habe er in den letzten Tagen sowohl mit dem ukrainischen als auch dem russischen Außenminister telefoniert.

Verständnis für ukrainischen Präsidenten Porischenko

Auf Nachfrage äußerte Steinmeier Verständnis für die Entlassung des Gouverneurs von Dnipropetrowsk, Igor Kolomoiski, durch den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Dnipropetrowsk ist eine Industrieregion im Osten der Ukraine, die direkt an die Konfliktregion angrenzt. Kolomoiski hatte vor einigen Tagen mit Hilfe von bewaffneten Kräften kurzfristig zwei Firmenzentralen besetzt. Die Entscheidung von Präsident Poroschenko verstehe er daher „völlig“, so Steinmeier.

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