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Wirtschaft Nicaragua

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Stand: März 2018

Aktuelle Wirtschaftslage

Die nicaraguanische Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Das Wachstum betrug im Jahr 2017 ca. 4,9%, für 2018 wird wieder mit circa 4,7% gerechnet. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen betrug 2017 circa 2202 US-Dollar. Das allgemeine Inflationsniveau stieg aufgrund der gestiegenen Öl- und Nahrungsmittelpreise auf 5,7%, während die Kerninflation bei 4,1% verharrte.

Wirtschaftspolitik

Geld- und Fiskalpolitik sind am Erhalt makroökonomischer Stabilität ausgerichtet. Der IWF und die Weltbank stellen Nicaragua ein gutes Zeugnis aus. Risiken liegen allerdings in der ausstehenden Reform des sozialen Sicherungssystems und in den intransparenten, zahlreichen Subventionen, die in der Vergangenheit teilweise außerhalb des offiziellen Haushalts aus verbilligten venezolanischen Öllieferungen bezahlt wurden und zukünftig aus dem Haushalt oder anderen Quellen werden ausgeglichen werden müssen.

Armut

Im Human Development Index der Vereinten Nationen belegte Nicaragua 2017 Platz 124. Nicaragua ist das zweitärmste Land Lateinamerikas. Die Armut ist allerdings rückläufig. 24,9% der Bevölkerung leben in Armut, die Analphabetenrate liegt bei über 15-Jährigen bei 17,2%.

Abhängigkeit von Finanzhilfe

Nicaragua ist noch immer von der Entwicklungszusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft sowie den Überweisungen der im Ausland lebenden Nicaraguanern an ihre Familien (sog. "remesas") abhängig. Letztere machten im Jahr 2016 1.264 Millionen US-Dollar aus, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um fast 6% bedeutet. Die Überweisungen erfolgten v.a. aus den USA, Costa Rica und Spanien. Schätzungsweise ein Zehntel des nationalen Haushalts steuern ausländische Geber jährlich bei, wobei die Tendenz (sowohl auf bilateraler als auch auf multilateraler Ebene) rückläufig ist.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Nicaragua ist ein Agrarland mit schwacher industrieller Basis.

Es erwirtschaftet rund ein Viertel seines Bruttoinlandsproduktes in Landwirtschaft und Fischerei. In der Industrie – vor allem in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte - findet ein weiteres Viertel der Wertschöpfung statt. Durch den Anstieg des Goldpreises tragen auch die Minen des Landes verstärkt zum Sozialprodukt bei. Branchen mit besonders großem Wachstumspotenzial sind Bauwirtschaft, Textilindustrie, der Tourismus, die Landwirtschaft sowie die Energiewirtschaft.

Fortschritte macht Nicaragua bei der Nutzung seines enormen Potentials an erneuerbaren Energien. Deckte das Land seinen Energiebedarf von rund 800 MW noch 2007 fast ausschließlich durch importiertes Öl, haben seither Wasser-, Wind- und Geothermiekraftwerke ca. 54% der Produktion übernommen. Bis 2030 plant die Regierung den Anteil erneuerbarer Energien auf 73% zu steigern.
Im Hinblick auf den geplanten Bau eines interozeanischen Kanals zwischen Atlantik und Pazifik (278 km lang, bis zu 500 Meter breit und 30 Meter tief, von der Mündung des Rio Punta Gorda an der Karibikküste über den Nicaraguasee zur Mündung des Rio Brito an der Pazifikküste) gibt es bislang noch keine Baumaßnahmen.  Hierzu sind bislang nur umfangreiche Studien durchgeführt wordenDer  Glaube an eine Verwirklichung des Projekts und die Unterstützung für den Kanal nehmen ab und das Megaprojekt wird auch politisch kaum noch thematisiert.

Außenwirtschaft

Die nicaraguanische Volkswirtschaft hängt heute hochgradig von der Entwicklung der Weltwirtschaft ab. Importe und Exporte steigen kontinuierlich und machen zusammen rund zwei Drittel des BIP aus. Dabei ist die Handelsbilanz Nicaraguas – wie die aller zentralamerikanischer Staaten – negativ. Im zentralamerikanischen Vergleich ist Nicaragua trotz positiver Marktbedingungen nach wie vor der bei weitem kleinste Exporteur; Costa Rica führt etwa das Vierfache aus.

Mit Abstand wichtigster Handelspartner sind die USA. Der Handelsaustausch mit Deutschland belief sich laut statistischem Bundesamt 2016 jedoch auf knapp 102 Mio. EUR, damit lag Nicaragua auf Platz 140 (von 208) der deutschen Handelspartner.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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