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Nicaragua: Kultur- und Bildungspolitik Nicaragua

28.02.2019 - Artikel

Bildungssystem

In Nicaragua besuchen heute über 90% der schulpflichtigen Kinder eine Grundschule, allerdings erreichen weniger als zwei Drittel einen Schulabschluss. Die zehn staatlichen Universitäten bildeten bei Ausbruch der Krise im April 2018 rund 115.000 Studierende aus; hinzu kommen zahlreiche private Universitäten. Seitdem sind allerdings zahlreiche Studienabbrüche zu verzeichnen, teils aus wirtschaftlichen Gründen, teils wegen Emigration.

Die Alphabetisierungsrate liegt bei rund 83%. Die Regierung gibt rund 3% des Bruttoinlandsprodukts für Bildung aus. 

Deutsch als Fremdsprache

Durch die enge Freundschaft zwischen der deutschen und nicaraguanischen Bevölkerung sprechen im Lande mehr Menschen Deutsch als die große geografische Distanz vermuten lässt. In der Hauptstadt Managua bietet das Colegio Alemán Nicaragüense bilingualen Unterricht an. Die dort angesiedelte Iniciativa Cultural Alemán-Nicaragüense (ICAN) nimmt für das Goethe Institut Sprachkursprüfungen auf dem Niveau A1 bis B2 ab.

Deutsch als Fremdsprache wird auch an der Universidad Centroamericana (UCA) in Managua sowie der Universidad La Salle in León unterrichtet.  

Kultur

Die präkolumbische Kultur hat in Nicaragua im Gegensatz etwa zu Guatemala nur schwache Spuren hinterlassen. Einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Identität leistet dagegen die nationale Folklore, etwa das 2005 zum UNESCO-Welterbe erklärte Stück „El Güegüense“. Nicht zuletzt ist die nicaraguanische Mentalität stark durch die noch lebendige Erinnerung an die Revolution von 1979 und den Bürgerkrieg der 80er Jahre geprägt. Gerade diese Epoche des Umsturzes hat weltbekannte Autoren wie Ernesto Cardenal, Sergio Ramírez und Gioconda Belli hervorgebracht.

Die katholische Religion spielt im Leben vieler Nicaraguaner eine bestimmende Rolle; in den letzten Jahren verzeichnen auch evangelikale Gemeinden steigende Mitgliederzahlen. Historisch wirkt der Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht Spanien bis heute nach. Unverkennbar ist aber auch die Nähe zu den Vereinigten Staaten: Rund 700.000 Nicaraguaner leben in den USA; in Fernsehen und Kino laufen amerikanische Filme.

Medien

Die öffentlich-rechtlichen sowie einige private Medien berichten grundsätzlich regierungsfreundlich. Es gibt allerdings auch durchgehend regierungskritische Berichterstattung in einigen Tages- und Wochenzeitungen sowie Fernseh- und Radiosendern. Wohlhabende nicaraguanische Haushalte beziehen internationales Satellitenfernsehen. Soziale Medien, insbesondere Twitter, werden für die Informationsgewinnung der nicaraguanischen Bevölkerung immer wichtiger. Eine Zensur findet – mit punktuellen Ausnahmen etwa während der Krise im April 2018 – nicht statt.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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