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Böhmer in Neuseeland: Wichtiger Partner für globale Fragen Neuseeland

25.10.2015 - Artikel

Im Zentrum der zweitätigen Gespräche von Staatsministerin Maria Böhmer in Wellington standen die Stärkung der bilateralen Beziehungen, das gemeinsame Gedenken an den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren und die europäische Flüchtlingskrise.

Staatsministerin Böhmer ist am 19.10. nach Neuseeland gereist. Dies war die erste Etappe einer Reise in die asiatisch-pazifische Region, die im Anschluss nach Australien führte. Im Zentrum der zweitätigen Gespräche in Wellington standen die Stärkung der Beziehungen zwischen Neuseeland und Deutschland, das gemeinsame Gedenken an den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren und die europäische Flüchtlingskrise.

Besondere Partnerschaft

Staatsministerin Maria Böhmer und Neuseelands Premierminister John Key
Staatsministerin Maria Böhmer und Neuseelands Premierminister John Key© AA

Neben Premierminister John Key traf Maria Böhmer die neuseeländische Ministerin für Kunst, Kultur und Kulturerbe Maggie Berry, den Minister für Immigration Michael Woodhouse sowie den Staatssekretär für Auswärtige Beziehungen und Außenwirtschaft Brook Barrington zu politischen Gesprächen.

Im Mittelpunkt standen die Krisen in der Ukraine und im Nahen und Mittleren Osten und die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen Deutschlands und Neuseeland im pazifisch-asiatischen Raum, vor allem China, Japan und Korea.

Partner in den Vereinten Nationen

Staatsministerin Böhmer bat Neuseeland, seine derzeitige Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat zu nutzen, um zur Lösung von Spannungen – nicht nur in der Region – beizutragen. Böhmer betonte, dass Deutschland und Neuseeland trotz ihrer großen geographischen Entfernung wichtige Werte und Interessen teilten. Die Staatsminsterin bekräftigte:

Wir setzen uns ein für Frieden und Sicherheit in der Welt, für den Schutz von Menschenrechten und für die Unverbrüchlichkeit des Völkerrechts. Das macht uns zu besonderen Partnern, im asiatisch-pazifischen Raum, aber auch weit darüber hinaus. Wir müssen unsere bilateralen Beziehungen stärken und in internationalen Foren, insbesondere bei den Vereinten Nationen, gemeinsam handeln.

Migration und Integration

Böhmer sprach mit dem Minister für Immigration Michael Woodhouse über die weltweiten Flüchtlingsstöme und die Flüchtlingskrise in Europa. Sie dankte Neuseeland für die Aufnahme von syrischen Flüchtlingen. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass es eines umfassenden und globalen Ansatzes bedürfe, bei dem auch die Fluchtursachen in den Fokus gestellt werden.

Danach diskutierte die Staatsministerin mit Vertretern der Handelskammer über ihre Strategie zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Bei dem Besuch einer Schule, in der die überwiegende Mehrheit der Kinder aus dem Ausland stammt, zeigte sich die Staatsministerin beeindruckt von der immensen Integrationsleistung.

Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren

Auch das Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren spielte eine wichtige Rolle bei Böhmers Besuch in Neuseeland. Gemeinsam mit der neuseeländischen Ministerin für Kunst, Kultur und Kulturerbe Maggie Berry nahm Böhmer an einer sogenannten „Last Post Ceremony“ am Denkmal des unbekannten Soldaten in Wellington teil und legte zum Gedenken an die Opfer von Kriegen einen Kranz nieder.

Gemeinsame Erinnerungskultur

Ausstellungsbesuch: Maria Böhmer mit Kulturministerin Maggie Barry und Sir Simon Jackson
Ausstellungsbesuch: Maria Böhmer mit Kulturministerin Maggie Barry und Sir Simon Jackson© AA

Im Anschluss besuchte Böhmer in Begleitung von Filmregisseur und Oscar-Preisträger Sir Peter Jackson eine von ihm konzipierte Ausstellung über den Ersten Weltkrieg. Staatsministerin Böhmer erinnerte daran, dass der Erste Weltkrieg, der oft als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet werde, auch für Neuseeland bittere Realität war. In den Kämpfen gegen Deutschland, Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich starben rund 20.000 Neuseeländer, fast doppelt so viele wurden verwundet.

Jahr für Jahr begeht Neuseeland deshalb am 25. April den ANZAC Day, an dem die Menschen der verlustreichen Landung auf Gallipoli gedenken. "Das ist ein besonderer Gedenktag, der uns und den nachfolgenden Generationen eine gemeinsame Mahnung sein sollte, dass Kriege unvorstellbares Leid verursachen und Gesellschaften für Generationen prägen", betonte Böhmer. Das Interesse an einer Aufarbeitung der Ereignisse vor 100 Jahres sei auch in Neuseeland sehr groß, eine gemeinsame Erinnerungskultur sei wichtig.

Zum Weiterlesen:

Deutschland und Neuseeland: bilaterale Beziehungen

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