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Nepal: Außenpolitik Nepal

22.01.2019 - Artikel

Nepal ist außenpolitisch ein verlässlicher und stabiler Partner. Das Land hat sich keinem militärischen Bündnis angeschlossen und gehört der Gruppe der Blockfreien an. Freundschaftliche Beziehungen zu allen Staaten, Eintreten für die Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen, die regionale Zusammenarbeit und Entwicklungszusammenarbeit sind die erklärten außenpolitischen Ziele aller Regierungen Nepals.

Bilateral pflegt Nepal generell eine Politik der guten Nachbarschaft gegenüber den angrenzenden Staaten Indien und China.

Die wichtigsten Verkehrswege ins Ausland führen nach Indien beziehungsweise verlaufen über indisches Territorium. Indien ist der wichtigste Partner in wirtschaftlicher und entwicklungspolitischer Hinsicht wie auch in sicherheitspolitischen Fragen.

Die Rolle Chinas gewinnt stetig an Gewicht, aufgrund expandierender Wirtschaftsverbindungen sowie der zunehmenden Bedeutung als bilateraler Geber von Entwicklungshilfe; auch grenzüberschreitende Handelsrouten sollen zunehmend ausgebaut werden. Premierminister Oli hat sich nach seinem Amtsantritt um ausgewogen gute Beziehungen zu beiden Nachbarn bemüht. Mit einem Staatsbesuch in Indien und einem Gegenbesuch von Premierminister Modi haben beide Staaten die Abkühlung der Beziehungen beseitigt, die 2015 u.a. wegen des Streits um die Verfassung Nepals mit einer viermonatigen Blockade des bilateralen Handels einherging. Im Sommer besuchte er China und leitete dort den Abschluss eines Transitabkommens für nepalesische Waren ein. 

Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit spielt auch in den Beziehungen der westlichen Industrieländer zu Nepal eine dominierende Rolle. Aus Indien, China und den westlichen Staaten stammt das Gros der Touristen, die einen wichtigen Beitrag zu den Deviseneinnahmen Nepals leisten. Die außenpolitischen Beziehungen prägen auch die geschätzten sechs Millionen Nepalesen, die als Gastarbeiter im Ausland leben (circa drei Millionen davon in Indien) und ihre Einkünfte transferieren. 

Auf regionaler Ebene ist Nepal Mitglied (derzeit Vorsitz) der Organisation SAARC (Südasiatische Vereinigung für Regionale Zusammenarbeit) und setzt sich in diesem Rahmen für verstärkte Kooperation ein, deutlich geworden zuletzt durch Nepals Rolle als Gastgeber des 18. SAARC-Gipfels im November 2014. Das Sekretariat von SAARC hat seinen Sitz in Kathmandu. Außerdem ist Nepal der Sitz von ICIMOD, einer auf die Gebirgsregionen des Himalaya spezialisierten internationalen Forschungs- und Beratungsorganisation, die auch China und zentralasiatische Anrainerstaaten umfasst. Schließlich arbeitet Nepal aktiv in BIMSTEC mit, einer Organisation, deren Mitglieder im Wesentlichen die Anrainer der Bucht von Bengalen sind. 

Im Rahmen der Vereinten Nationen stellen die nepalesischen Streitkräfte traditionell größere Kontingente für Friedensmissionen zur Verfügung. Ihrerseits haben die Vereinten Nationen mit der Mission UNMIN (United Nations Mission in Nepal) den Friedensprozess in Nepal begleitet. Das Mandat bestand von Ende Januar 2007 bis Mitte Januar 2011. Nepal ist 2017 auf drei Jahre in den VN-Menschenrechtsrat gewählt worden. 

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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