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Namibia: Außenpolitik Namibia

15.08.2019 - Artikel

Grundlinien der Außenpolitik

Namibias Außenpolitik ist multilateral orientiert. Aufgrund seiner Entstehungsgeschichte als „Kind internationaler Solidarität“ (Präsident Geingob) fühlt sich das Land den Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union und generell den Werten afrikanischer Solidarität besonders verpflichtet. Als Mitglied der Entwicklungsgemeinschaft im Südlichen Afrika (Southern African Development Community, SADC) setzt sich Namibia für die Förderung der regionalen Integration ein. Im Bereich der bilateralen Beziehungen stehen für Namibia die Pflege und der Ausbau der Beziehungen zu den unmittelbaren Nachbarn sowie den wichtigen Wirtschaftspartnern in Europa, Asien und Nordamerika im Vordergrund.

Präsident Geingob nennt als Leitlinie seiner Außenpolitik, „keine Feinde und nur Freunde“ zu haben. Schwerpunkte sieht er im Abschluss eines regionalen Freihandelsabkommens und der weiteren Vertiefung der regionalen Integration in Afrika sowie den Beziehungen zu den großen Nachbarstaaten Angola und Südafrika. Außerdem möchte er das „besondere Verhältnis“ zu Deutschland weiter pflegen.

Beziehungen zu Südafrika

Aufgrund seiner hohen wirtschaftlichen Abhängigkeit von Südafrika (etwa 55 Prozent der Importe kommen von dort) und der gemeinsamen Geschichte bleibt der große Nachbar im Süden Namibias wichtigster Partner. Mit Südafrika sowie Botsuana, Lesotho und Swasiland ist Namibia durch die Zollunion im Südlichen Afrika (Southern African Customs Union, SACU) verbunden. Der namibische Dollar ist im Verhältnis 1:1 an den südafrikanischen Rand gekoppelt.

Beziehungen zur Europäischen Union

Die Europäische Union (EU) und ihre Mitgliedsstaaten sind bedeutende Entwicklungs- und Handelspartner Namibias. 2016 unterzeichnete Namibia ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) mit der EU. Unter den EU-Mitgliedstaaten ist Deutschland mit Abstand der größte bilaterale Geber. Innerhalb der EU sind Bulgarien (Kupfererz) und Spanien (Fisch) die bedeutendsten Wirtschaftspartner Namibias.

Beziehungen zu den USA

Die USA sind ein wichtiger Exportmarkt für Namibia, das von dem “Africa Growth and Opportunities Act” (AGOA) der USA profitiert. Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit der beiden Länder konzentriert sich auf den Gesundheitsbereich, v.a. auf die Bekämpfung von HIV/AIDS.

Beziehungen zu Asien

Hier stehen traditionell die Beziehungen zu China im Vordergrund. Das gilt vor allem für die Wirtschaftsbeziehungen, die zielstrebig ausgebaut werden. China ist der wichtigste Handelspartner Namibias außerhalb Afrikas. Namibia ist Mitglied der chinesischen “Belt and Road”-Initiative. Chinesische Unternehmen sind insbesondere im Bausektor präsent; große öffentliche Bauaufträge werden häufig an chinesische Firmen vergeben. Auch in der Zementproduktion und im Uranabbau ist China mit Staatsunternehmen aktiv. Namibia bemüht sich ebenfalls um Weiterentwicklung der Kontakte zu Indien und den südostasiatischen Schwellenländern, es ist ein Verfechter des Ausbaus des Süd-Süd-Handels. Iran ist seit Juli 2013 mit einer Botschaft in Windhuk vertreten. Japan hat Anfang 2015 eine Botschaft eröffnet.

Namibia in internationalen Organisationen

Namibia ist Mitglied der Afrikanischen Union (AU) sowie der Vereinten Nationen (VN). Das Land beteiligt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an friedenserhaltenden Maßnahmen in Afrika. Von 2014 bis 2016 gehörte Namibia dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen an.

Namibia ist Mitglied der Entwicklungsgemeinschaft im Südlichen Afrika (SADC), der Zollunion im Südlichen Afrika (SACU), der WTO und des Commonwealth. Windhuk ist Sitz des SADC-Tribunals, das derzeit allerdings suspendiert ist. Von August 2013 bis August 2014 übernahm Namibia für ein Jahr den Vorsitz der sogenannten Organ-Troika, des Steuerungsgremiums für Politik, Sicherheit und Verteidigung innerhalb der SADC. Von August 2018 bis August 2019 hatte Namibia den SADC-Vorsitz inne. Seit August 2004 ist Windhuk Sitz des SACU-Sekretariats, im Juli 2019 hat Namibia den SACU-Vorsitz übernommen.

Weitere Informationen

Namibia ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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