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Myanmar: Kultur- und Bildungspolitik Myanmar

28.03.2019 - Artikel

Bildungssystem

Bildung hat in der myanmarischen Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Das Bildungssystem ist jedoch stark unterfinanziert und leidet an mangelndem internationalen Austausch. Die neue Regierung misst der Reform des Bildungssystems, insbesondere der Qualitätssteigerung, eine große Bedeutung zu und hat angekündigt, mehr Haushaltsmittel für Bildung zur Verfügung zu stellen. Die EU hat erstmals Budgethilfen in Höhe von 223 Mio. EUR zugesagt.

Nach der Durchführung der Maßnahmen des Nationalen Bildungsplans (NESP) 2016-2021 wird in Zukunft die Schulpflicht insgesamt 13 Jahre (Kindergarten ab 5 Jahre, anschließend 12 Schuljahre) betragen.  Die Lehrpläne wurden mit der Hilfe von internationalen Organisationen modernisiert.

Der seit April 2016 sich im Amt befindliche Bildungsminister, Dr. U Myo Thein Gyi, ist Alumni des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Außerdem sind die  Rektoren und –rinnen an den zahlreichen Universitäten deutsche Alumni.

In Myanmar herrscht allgemeine Schulpflicht. Im Gegensatz zu offiziellen Angaben ist aber davon auszugehen, dass nicht alle myanmarischen Kinder die Grundschule abschließen und nur ein kleiner Teil weiterführende Schulen besucht. In abgelegenen Regionen gibt es zum Teil keine staatlichen Schulen. Die vielfach vorhandenen monastischen Schulen wiederum haben oft keine Mittel für Lehrergehälter. Weniger als die Hälfte der Kinder schließt die Grundschule nicht im vorgesehenen Alter ab. Die Analphabetenrate liegt in Myanmar offiziell bei sieben Prozent. Derzeit führt eine Gruppe internationaler Geber über UNICEF United Nations Children's Rights and Emergency Relief Organisation und in enger Abstimmung mit der Regierung ein strukturelles Förderprogramm im Bereich der Grundschulbildung durch, an dem auch Deutschland beteiligt ist.

Die bedeutendsten Universitäten des Landes sind die University of Yangon, die University of Mandalay, die Yangon Technological University und das Yangon Institute of Economics. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere, zum Teil fachbezogene Hochschulen, darunter nicht weniger als 24 Computeruniversitäten und 24 Technische Universitäten, deren Qualität aber an mangelnder Ausstattung und der oft geringen Qualifikation der Dozenten leidet. Seit 2013 wurden mehrere Universitäten in Myanmar als Center of Excellence eingestuft. Dazu gehören die University of Yangon, University of Mandalay, Yangon Technological University, Mandalay Technological University, TU Yandarpone, jeweils eine Computer Universität in Yangon und Mandalay.

Sämtliche Hochschulen des Landes sind staatlich und werden von Ministerien verwaltet. Die zivile Regierung bemüht sich, auch in diesem Bereich um einen Neuanfang, der den Universitäten mehr Entwicklungsmöglichkeiten geben soll.

Im Hochschuljahr 2018/2019 wurde nach 50 Jahren erstmals ein neues Zulassungssystem für Studienbewerber/innen eingeführt. Für das Pilotprojekt, mit dem Ziel die partielle Autonomie an Universitäten zu übertragen, wurden elf Universitäten ausgewählt. Diese können nun Studienbewerber/innen eigenständig und somit dezentral auswählen.

Wissenschaftliche Kooperation und Hochschulkooperation - auch mit deutschen Universitäten - ist hoch erwünscht und wurde bereits verstärkt. Die Universität Yangon (YU) unterzeichnete 50 Absichtserklärungen zu Kooperationen mit internationalen Partneruniversitäten, darunter auch vier deutsche Universitäten:

  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
  • Universität Passau
  • Universität zu Köln

Im Jahr 2015 überarbeitete die Yangon University of Economics (YUE) den Studiengang „Executive Master in Banking and Finance“. Im Rahmen  des Projekts „Bankenförderung und Finanzsystementwicklung“ arbeitet die GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) eng mit der YUE zusammen (Laufzeit 2017-2019). Ziel des Programms ist die Überarbeitung des Lehrplans zur Entwicklung eines umfangreichen Kursangebots für Personalentwicklung und die Verbesserung der Didaktik. Weiterhin werden institutionalisierte Trainingsangebote im Bankensektor gefördert. In Kooperation mit der Frankfurt School of Finance bietet die YUE seit Oktober 2018 einen Kurs in Finanzierung an.

Ein modernes System der Berufsausbildung gibt es dagegen noch immer nicht. Im Rahmen der Wiederaufnahme der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit nimmt Berufsausbildung einen Schwerpunkt ein.

Kultur

Myanmar ordnet Kultur grundsätzlich dem Primat der Politik unter. Die Bedingungen für einen grenzüberschreitenden Kulturaustausch waren in der Vergangenheit nicht immer einfach. Auch hier beginnt sich mit der Öffnung des Landes die Situation zu verändern.

Am 15. Juli 2013 unterzeichneten in der Hauptstadt Nay Pyi Taw Staatsministerin Pieper und die myanmarischen Vize-Kulturministerin, U Myint Kyu, ein bilaterales Kulturabkommen. In Anwesenheit von Bundespräsident Gauck wurde das Goethe-Institut Rangun am 11. Februar 2014 feierlich wieder eröffnet. Bis zur vollständigen Renovierung des eigenen Gebäudes war das Goethe-Institut Rangun im Institut Français untergebracht. Bereits seit Oktober 2013 werden Sprachkurse auf allen Niveaustufen und ein ausgesprochen reichhaltiges Kulturprogramm angeboten. Im Juni 2018 konnte das renovierte und um einen Neubau erweiterte Gebäude des neuen Goethe-Instituts eröffnet werden.

Der Schwerpunkt der kulturellen Zusammenarbeit liegt in der Wissenschaftskooperation, vorwiegend über Stipendienprogramme. Diese Programme werden verstärkt weitergeführt und mit einer größeren Zahl an Universitätskooperationen ergänzt. In diesem Zusammenhang wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) 2018 eine Kurzzeitdozentur an der Fremdsprachenuniversität in Rangun und in Mandalay eingesetzt. Zudem führt der DAAD regelmäßig Delegationsreisen zur Förderung des Austausches von Universitäten durch, in 2018 besuchten Vertreter von 17 deutschen Universitäten mögliche myanmarische Partneruniversitäten. Einmal jährlich findet eine deutsche Bildungsmesse in Rangun statt.  

Außerdem werden die Deutschabteilungen der Fremdsprachenuniversitäten in Rangun und Mandalay mit Lehrerfortbildungen des Goethe-Instituts gefördert.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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