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Frieden in Mosambik: Deutschland engagiert sich bei der Entwaffnung ehemaliger Kämpfer Mosambik

Fischerboote im Hafen von Maputo

Die Folgen des Bürgerkriegs wirken bis heute nach, © blickwinkel

24.01.2020 - Artikel

Regierung und Opposition in Mosambik schlossen letztes Jahr einen Friedensvertrag, der das Land langfristig stabilisieren soll. Die vielen Kleinwaffen aus den jahrelangen Bürgerkriegen bedrohen das friedliche Zusammenleben. Die Bundesregierung engagiert sich bei der Entwaffnung ehemaliger Kämpfer.

Nach jahrelangen Unruhen gab es zuletzt neue Hoffnung für eine friedlichere Zukunft in Mosambik: Im August 2019 unterzeichnete Präsident Nyusi einen Friedensvertrag mit Oppositionsführer Momade Doch die Vergangenheit zeigt, wie fragil der Friedensschluss sein kann. Bewaffnete Gruppen und die vielen Kleinwaffen, die durch die jahrelangen Konflikte ins Land gekommen sind, bedrohen die Sicherheit der Menschen.

Die Entwaffnung ehemaliger Kämpfer ist daher ein entscheidender Teil des nationalen Friedensplans. Er sieht dafür konkrete Schritte vor: Ehemalige Rebellen-Kämpfer beteiligten sich an einem Prozess, bei dem sie ihre Waffen niederlegen, ihre Kampfeinheiten auflösen und sich in die mosambikanische Gesellschaft reintegrieren.

Major Wedeniwski mit seinen Kollegen aus der Schweiz und Argentinien bei der Funktionsprüfung von Waffen
Major Wedeniwski mit seinen Kollegen aus der Schweiz und Argentinien bei der Funktionsprüfung von Waffen© Auswärtiges Amt/Wedeniswki

Ein deutscher Major begleitete den Entwaffnungsprozess

Deutschland hat den Prozess der Demobilisierung mit verschiedenen Maßnahmen tatkräftig unterstützt. Auf Bitten der mosambikanischen Regierung war Major Laurentius Wedeniwski, Experte für Kleinwaffenkontrolle im Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBw) als Teil einer internationalen Expertengruppe zur Entwaffnung der Kämpfer im Einsatz. Dabei konnte er langjährige Erfahrungen bei der Stabilisierung von Krisenregionen auf dem Balkan und in Afrika einbringen.

Als erstes erstellte er gemeinsam mit beiden Konfliktparteien einen Ablaufplan für die Entwaffnung. Hier kam es auf jedes Detail an. Der Plan legte genau fest, wie die Kämpfer ihre Waffen abgeben und was mit den restlichen Beständen passiert. Denn nur wenn sich alle Seiten einig sind, kann die Entwaffnung Schritt für Schritt gelingen. Anschließend ging es an die Umsetzung, die Major Wedeniwski und seine internationalen Kollegen ebenfalls begleiteten.

Major Wedeniswki bei der Begleitung des Registrierungs- und Markierungsprozesses von Waffen und Munition
Major Wedeniswki bei der Begleitung des Registrierungs- und Markierungsprozesses von Waffen und Munition© Auswärtiges Amt/Wedeniswki

Frieden dauerhaft erhalten

Nach seiner Unabhängigkeit von Portugal herrschte in Mosambik 15 Jahre lang Bürgerkrieg. Auch nach einem Friedensabkommen von 1992 blieb der Frieden brüchig. Nach jahrelangen Verhandlungen soll der erneute Friedensvertrag einen neuen Anlauf darstellen, den seit Jahrzehnten schwelenden Bürgerkrieg und die Gewalt im Land endgültig zu beenden.

Der Entwaffnungs-Prozess ist dafür entscheidend. Denn nur so lässt sich das staatliche Gewaltmonopol wiederherstellen und ein blutiges Wiederaufflackern des jahrzehntelangen Konflikts verhindern. Es geht um nicht weniger als die Sicherheit der Menschen und die Grundlage für Frieden und Wohlstand dieser jungen Nation im Südosten Afrikas.

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