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Montenegro: Wirtschaft Montenegro

25.06.2019 - Artikel

Wirtschaftslage, Wirtschaftspolitik

Das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Montenegros belief sich auch 2018 auf ca. 4 %, nach 2017 mit geschätzt 4,2 %, 2,9 % in 2016 und 3,4 % in 2015. Nach dem Einbruch 2012 um -2,5 % hat sich die Wirtschaft demnach wieder merklich erholt und weist eine der höchsten Wachstumsraten der Region auf.

In Montenegro besteht ein breiter politischer Konsens über marktwirtschaftliche Prinzipien und Wirtschaftspolitik, wenngleich dem Staat in Bezug auf viele Schlüsselbetriebe (beispielsweise dem Stromversorger EPCG, Montenegro Airlines oder der Bahn) noch eine bedeutende Rolle zukommt.

Der Tourismus- und Energiesektor sind Schwerpunkte der wirtschaftlichen Entwicklung mit großem Potenzial. In diesen Bereichen sind Fortschritte zu verzeichnen. Als schwierig erweist sich hingegen nach wie vor die Modernisierung und Privatisierung der früheren staatlichen Großindustrie.

Das Durchschnittseinkommen ist zwar gestiegen, die Kaufkraft aber weiter gering und die Verschuldung privater Unternehmen und Haushalte relativ hoch. Gehälter und Löhne der abhängig Beschäftigten betragen offiziell im Durchschnitt circa 500 Euro netto pro Monat. Das Gefälle zwischen Arm und Reich ist in Montenegro verhältnismäßig groß.

Wichtigste Wirtschaftszweige

In Montenegro dominiert der Dienstleistungssektor, auf den circa 70 % des Bruttoinlandsprodukts entfallen.

Der Tourismusbereich weist seit Jahren hohe Wachstumszahlen auf und trägt circa 25% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Zahlreiche Hotels wurden privatisiert, modernisiert oder neu gebaut. Es zeigen sich Zuwachsraten bei den Besucherzahlen, insbesondere in der Hochsaison, in der die Infrastruktur des Landes (Straßen, Wasser, Abfall, Abwasser, Strom) bis an ihre Grenzen ausgelastet wird.

Das Land hat aus geographischen und kulturellen Gründen sehr gute Voraussetzungen für den Tourismus. Allerdings stößt der Massentourismus infrastrukturbedingt zunehmend an seine Grenzen. Montenegro investiert seit kurzem verstärkt in den Ausbau der Infrastruktur im Bereich Alternativer Tourismus (Öko-Tourismus, Wanderurlaube, Kulturrouten etc.). Montenegro versucht außerdem weiter die obere Kategorie in der Hotellerie stärker auszubauen und mit Luxus-Wohn- und Hafenanlagen ausländisches Kapital anzulocken. Hierbei bleibt die richtige Balance zwischen Tourismusentwicklung und Bewahrung der Naturschönheit Montenegros eine Herausforderung.

Das mit circa 625.000 Einwohnern relativ kleine Land steht weiterhin vor industriellen Strukturproblemen: Von der früheren sozialistischen Großindustrie befinden sich insbesondere die Metallindustrie, die Werften, die Holzverarbeitung und der Bergbau in einer schwierigen Lage. Einige dieser Unternehmen haben die Produktion eingestellt oder sind stark defizitär. Mit der Insolvenz des in den 1970er Jahren errichteten Aluminiumkombinats Podgorica (KAP) ist die industrielle Basis des Landes weitgehend weggebrochen.

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen

Die Zahl der Besucher aus Deutschland steigt kontinuierlich an. Das Land nimmt regelmäßig an der Internationalen Tourismusbörse in Berlin teil und ist 2019 Partnerland bei der CMT in Stuttgart.

Die Infrastrukturmaßnahmen an der Küste durch die deutsche Technische Zusammenarbeit (Schwerpunkt Wasserversorgung und Abwasserentsorgung) zielen darauf ab, die Rahmenbedingungen für den Tourismus zu verbessern und eine infrastrukturelle Grundlage für die weitere Entwicklung zu legen. Mit deutscher Unterstützung wurde 2015 ein „Masterplan Tourismus“ für Montenegro erstellt. Er soll die Basis für eine geordnete, nachhaltige touristische Entwicklung des gesamten Landes darstellen und größeren Investitionen den Weg bereiten. Eine derzeit stattfindende  Evaluation der bisher umgesetzten Empfehlungen und Maßnahmen zeigt jedoch deutliche Defizite auf, vor allem im Bereich von Naturschutz und Umweltverträglichkeit.

Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Montenegro ist seit seiner Unabhängigkeit wichtigen internationalen Institutionen beigetreten, darunter der Weltbank und dem IWF. Im April 2012 wurde Montenegro Vollmitglied der Welthandelsorganisation.

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