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Wirtschaft Monaco

Artikel

Stand: Dezember 2017

Wirtschaftslage

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Monaco lag im Jahr 2016 bei 5,85 Milliarden Euro (2015: 5,64 Mrd. Euro). Damit betrug die Wachstumsrate 2016 gegenüber dem Vorjahr 3,2 Prozent (2015 noch 5,4 %, 2014: 7,2 %). Bei der offiziellen Berechnung des BIP pro Kopf wird nicht nur die Wohnbevölkerung berücksichtigt, sondern auch die pendelnden Erwerbspersonen aus dem Umland einbezogen. Daraus ergibt sich für 2016 ein BIP pro Kopf von 72.091 Euro. Die Zahl der Beschäftigten nahm 2016 leicht zu (0,9 %): 4.528 Personen arbeiteten im öffentlichen Dienst und 47.919 in der Privatwirtschaft. Im dritten Trimester 2017 stieg die Zahl der Beschäftigten im privaten Sektor gegenüber dem Vorjahr um 3,3 % auf 54.212 Personen. Die meisten Beschäftigten (21,5 %) sind im Wissenschafts- und Verwaltungssektor tätig. Die Arbeitslosenquote liegt bei 2,2 Prozent.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Die drei wichtigsten Wirtschaftszweige Monacos waren  2016 der Banken- und Versicherungssektor (16,1% am BIP), der Wissenschafts- und Verwaltungssektor (14,8% des BIP) sowie der Bausektor (14,3 %). Der Immobilienbereich, der 2014 noch einen Anteil am BIP i. H. v. 10,2% hatte, rutschte auf Platz 4 (8,8 %).

Außenhandel

Monaco hat eine Zollunion mit Frankreich, daher erfasst Monacos Außenhandelsstatistik nicht den Warenaustausch mit Frankreich.

Das Globalvolumen bewegt sich seit vier Jahren um die 2,1 Mrd. Euro. 2016 überstieg der Gesamtwert der Importe Monacos (1.287,2 Mio. Euro) erneut den der Exporte (905,8 Mio. Euro), so dass sich für Monaco 2016 ein Handelsbilanzdefizit von 381,4 Mio. Euro ergab. Im dritten Trimester 2017 verringerte sich das Globalvolumen um rd. 157 Mio. Euro. Aufgrund des größeren Rückgangs bei den Exporten (- 96,3 Mio.Euro) gegenüber den Importen (-60,5 Mio. Euro) vergrößerte sich dadurch das seit 2014 wachsende Handelsbilanzdefizit auf 448 Mio. Euro.

Im dritten Trimester 2017 bleibt die EU (ohne Frankreich) der wichtigste Handelspartner Monacos mit 64,9 % (384,5 Mio. Euro) der Exporte (Rückgang um 14,1 %) und 58,5 % (608,6 Mio. Euro) der Importe (Anstieg um 1,3 %). Afrika ist zweitwichtigster Handelspartner aufgrund eines starken Anstiegs  der Exporte von pharmazeutischen Produkten.

Im dritten Trimester 2017 waren die drei wichtigsten EU-Exportpartner (ohne Frankreich): Deutschland (94,6 Mio. Euro, Italien (66,2 Mio Euro) und Großbritannien (57,2 Mio. Euro); sie stellten zusammen knapp 40 % der gesamten Exporte Monacos. Importiert (aus der EU ohne Frankreich) hat Monaco am meisten aus Italien (260,2 Mio. Euro), Deutschland (133,4 Mio. Euro) und Großbritannien (51,7 Mio Euro). Die Importe aus Deutschland (2016 noch an 5. Stelle) stiegen hauptsächlich im Bereich Transportgüter und pharmazeutische Produkte. Exporte in die Schweiz gingen um über 50 % zurück auf 39,8 Mio. Euro, Importe aus der Schweiz stiegen um 10,4 % auf 116,7 Mio. Euro.

Infrastruktur

Ein großer Anteil der Staatsausgaben wird für den Ausbau der Infrastruktur verwandt. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis betrug 2016 41.420 Euro. Um mehr wertvolle Bauflächen zu gewinnen, wurde der Gleiskörper der Eisenbahn unter die Erde verlegt.

Wissenschaft und Technologie

Die technische Infrastruktur Monacos ist hoch entwickelt. Insbesondere der Telekommunikationssektor des Fürstentums ist auf einem führenden Entwicklungsstand.

Seit 2006 existiert die von Fürst Albert II gegründete Umweltstiftung „Fondation Prince Albert II de Monaco“, deren deutscher Zweig „Freunde der Stiftung Fürst Albert II“ im Februar 2009 in Düsseldorf gegründet wurde. Die Stiftung  unterstützt Projekte zum Schutz von Umwelt, Klima, Biodiversität und Wasser. Monaco ist bestrebt, sich als einer der Vorreiter für Umweltschutz und den Schutz der Meere zu etablieren, so im Rahmen von "Rio+20" und nachfolgenden Klimakonferenzen, zuletzt im November 2017 in Bonn („COP23“) und Paris („One Planet Summit“).

Staatshaushalt

2016 standen den Staatseinnahmen von rd. 1.251,2 Mio. Euro (2015: 1.173,0 Mio. Euro) Ausgaben von 1.215,3 Mio. Euro (2015: 1.144,0 Mio. Euro ) gegenüber, so dass der Haushalt einen Überschuss von 35,9 Mio. Euro  (2015: 29,0 Mio. Euro) verzeichnete.

Haupteinnahmequelle ist die Mehrwertsteuer (46,3 %),  Hauptausgaben mit 38,5 % stellen Investitionen dar (u.a. Infrastruktur, Städtebau). Eine Einkommensteuer für natürliche Personen wird nicht erhoben. Die früher für die Staatseinnahmen bedeutenden Staatsmonopole (Spielbank, Briefmarken, Tabaksteuer) spielen heute nur noch eine geringe Rolle.

Das Land hat in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Bankenaufsicht zu stärken und Geldwäschemöglichkeiten zu unterbinden.

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