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Moldau: Wirtschaft Republik Moldau

11.04.2019 - Artikel

Wirtschaftliche Lage

Die Republik Moldau hat eine in weiten Teilen freie Marktwirtschaft. Als Teil des Assoziierungsabkommens mit der EU ist die Einrichtung einer Vertieften und Umfassenden Freihandelszone (Deep and Comprehensive Free Trade Area - DCFTA) vereinbart worden. Diese Freihandelszone sieht die schrittweise Annäherung moldauischer Rechtsvorschriften an EU-Rechtsvorschriften vor und ermöglicht eine enge Anbindung an den EU-Binnenmarkt. Das seit Herbst 2014 in Teilen vorläufig angewendete Abkommen trat am 1. Juli 2016 vollständig in Kraft.

Das Wirtschaftswachstum betrug 2018 4% und ist wesentlich auf deutlich gestiegene Investitionen der öffentlichen Hand und höhere Rücküberweisungen der Auslandsmoldauer zurückzuführen. Mit einem BIP pro Kopf von 2.692 USD (nominal, 2018) bleibt die Republik Moldau eines der ärmsten Länder Europas.

Die Verbesserung des Geschäftsklimas und der Bedingungen für ausländische Direktinvestitionen, der Abbau von bürokratischen Hindernissen sowie der Kampf gegen die Korruption gehören zu den Prioritäten der Regierung. Gleichzeitig werden jedoch auch immer wieder Fälle der Veruntreuung von Staatsvermögen und des Missbrauchs von staatlichen Ämtern bekannt. Laut Transparency International belegt Moldau auf dem Korruptionswahrnehmungsindex 2018 den Wert 33 von 100, wobei 100 die geringste Wahrnehmung von Korruption anzeigt.

Wirtschaftszweige

Moldau ist mit seinen fruchtbaren Schwarzerde-Böden und mildem Klima traditionell landwirtschaftlich geprägt. Der Anbau von Wein, Rüben, Sonnenblumen, Nüssen und Getreide spielt immer noch eine zentrale Rolle, der Anteil der Landwirtschaft am BIP (2018) ist aber auf nur noch 10% zurückgegangen (zum Vergleich: 29% im Jahr 2000). Dienstleistungen machten 2018 insgesamt 30% und Industrieproduktion und Bauwirtschaft 23% des BIP aus. Wichtiger Wirtschaftszweig ist die Produktion von Textilien, Schuhen und Teppichen.

Ausländische Direktinvestitionen betrugen Januar- September 2018 175,4 Mill. USD (+8% zu Ende 2017). Sie kamen zu 83% aus der EU, 7% aus der GUS und 10% aus Drittländern. Deutsche Unternehmen sind führend bei der KFZ-Zulieferindustrie und beschäftigen hier allein ca. 10.000 Mitarbeiter.

Außenhandel

Der Außenhandel entwickelte sich 2018 positiv und stieg um 12% an. Die Importe waren doppelt so hoch wie die Exporte und das Handelsbilanzdefizit entsprechend groß. Die EU war mit 2 Mrd. USD größter Handelspartner der Republik Moldau (bei Importen 50%, bei Exporten 70%) und Deutschland hinter Rumänien und Italien wichtigster Außenhandelspartner innerhalb der EU. Weitere wichtige Handelspartner sind Russland, Ukraine und China.

Seit 2013 beschränkte die Russische Föderation den Import moldauischer Weine und verschiedener Früchte und Konserven. Diese Maßnahmen wurden in den letzten Jahren durch teilweise und zeitlich begrenzte Ausnahmen gelockert. Die EU reagierte mit der Liberalisierung des Weinhandels mit der Republik Moldau und zusätzlichen Marktöffnungen.

Energie

Moldau ist vollständig abhängig von Gasimporten aus Russland und überwiegend abhängig von Stromlieferungen aus Transnistrien. Rund ein Drittel der Ausgaben für Importe entfallen auf Energieträger. 2014 wurde eine Gaspipeline fertiggestellt, die Rumänien (Iaşi) und Moldau (Ungheni) verbindet. Das Projekt mit einem Finanzvolumen von ca. 20 Mio. EUR wurde maßgeblich von der EU und Rumänien finanziert. Diese Pipeline wird z.Zt. nach Chisinau verlängert.

Ziel der Regierung ist es, die Energieeffizienz zu erhöhen, erneuerbare Energien stärker zu gewichten und neue Energiepartnerschaften zu etablieren. Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien wurde im Februar 2016 verabschiedet und trat Ende März 2018 in Kraft.

Soziales

Beim Human Development Index 2017 kommt die Republik Moldau auf einen Wert von 0,7 von 1,0, was Rang 112 von 189 Ländern entspricht. Das Stadt-Land-Gefälle ist beträchtlich. In vielen Dörfern fehlt der Anschluss an das Wasser- und Abwassersystem, Straßen und Wege sind oft unbefestigt. Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie häusliche Gewalt sind keine Seltenheit. Zahlreiche Dörfer sind verlassen. Eltern gehen vielfach als Arbeitsmigranten ins Ausland und lassen Kinder und alte Menschen zurück. Die Rücküberweisungen der ca. 1.000.000 Auslands-Moldauer belaufen sich auf über 20% des BIP. Dies stabilisiert den inländischen Konsum, allerdings fehlen qualifizierte Arbeitskräfte im Inland.

Die Arbeitslosenrate wird für 2018 mit 3,0% angegeben. Diese Zahl berücksichtigt weder die Emigration noch die erhebliche Schattenwirtschaft. Das monatliche Durchschnittsgehalt von knapp 340 Euro reicht zum Leben kaum aus. Auf den Dörfern wird daher häufig Subsistenzwirtschaft betrieben, und in den Städten sind Mehrfach- und Gelegenheitsjobs die Regel.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Landschaft an Dnjestr
Landschaft an Dnjestr © picture alliance

Deutsche Botschaft Chisinau

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