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Mauretanien: Wirtschaft und Umwelt Mauretanien

06.05.2019 - Artikel

Aktuelle Wirtschaftslage

Der Einbruch der mauretanischen Exporteinnahmen verursachte 2015 ein Budgetdefizit von 5,6%. Durch teils drastische Kürzungen im Staatshaushalt ist es gelungen, dieses Defizit seither auf ca. 3,5% zu reduzieren. Kredite aus China und von arabischen Fonds ermöglichen die Finanzierung der hohen Staatsausgaben für Verteidigung und große Infrastrukturprojekte (Schuldenrate 2016: 98%, IWF 2018). Die hohe Verschuldung engt den Handlungsspielraum für künftige Investitionen ein. Der Verfall der Rohstoffpreise hat zudem in den vergangenen Jahren zu einem starken Rückgang der Deviseneinnahmen geführt. Die mauretanische Regierung hat in den letzten drei Jahren für den Privatsektor wichtige Reformen auf den Weg gebracht. Die Vereinfachung der Unternehmensgründung, des Zugangs zu Kredit, des grenzüberschreitenden Warenverkehrs, der Registrierung von Eigentum an Grund und Boden sind Beispiele hierfür. 

Diese Fortschritte haben sich in der Verbesserung im Doing Business 2017 - Bericht niedergeschlagen. Im zweiten Jahr in Folge befindet sich Mauretanien im weltweiten Vergleich unter den Top-10-Reformstaaten. Der Internationale Währungsfonds bescheinigte daher der mauretanischen Regierung, die offenkundigen Schwächen bekämpfen und überwinden zu wollen.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts:

  • Pro-Kopf-BIP in US-Dollar 1.271 (2017); 1.310 (2018 - Schätzung)
  • Entwicklung des BIP: 4,935 Mrd. US-Dollar (2017); 5,200 Mrd. US-Dollar  (2018-Schätzung)
  • BIP -Wachstumsrate 1,9% (2017); 2,4% (2018-Schätzung)

Zu dieser positiven Entwicklung tragen vor allem die Fischerei, die Viehzucht, die beginnende weiterverarbeitende Industrie und der Handel bei. Dennoch ist Mauretanien zu etwa 70 Prozent von der Einfuhr von Nahrungsmitteln abhängig, verarbeitendes Gewerbe ist kaum vorhanden.  
Eine Modernisierung des mauretanischen Außenhandelsregimes (Zollwert, Investitionsschutz und öffentliches Beschaffungswesen) wurde ansatzweise in Angriff genommen, ein Investitionsförderungsgesetz besteht nicht. 

Umweltpolitik

In Mauretanien besteht seit mindestens 20 Jahren eine starke Tendenz zur Übernutzung der natürlichen Ressourcen, die auf klimatische Verschlechterungen und geänderte sozioökonomische Rahmenbedingungen (Sesshaftwerdung, Bevölkerungswachstum, Rechtspluralismus - also das Nebeneinander verschiedener Rechtssysteme in einem Feld) zurückzuführen ist.

Seit 2006 werden für Großprojekte der Infrastruktur und insbesondere für die Ölwirtschaft Umweltverträglichkeitsprüfungen gefordert. Außerdem wurde mit Unterstützung internationaler Geber ein nationales Aktionsprogramm für Umweltfragen und nachhaltige Entwicklung entworfen. Mauretanien hat zwei große Nationalparks (Parc National de Diawling im Süden des Landes an der Grenze zum Senegal und Parc National du Banc d’Arguin an der Westküste).

Große Hoffnungen setzte man in Mauretanien auf die Ergebnisse der COP 23 - Klimakonferenz sowie vor allem auf den Klimafonds, aus dem man hohe Kompensationszahlungen forderte. Mauretanien will verstärkt alternative Energiequellen erschließen, in den nächsten Jahren sollen 30 bis 40% des Stromverbrauchs durch Solar- und Windenergie gedeckt werden. 

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