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Malta: Wirtschaft Malta

24.05.2019 - Artikel


Wirtschaftsstruktur

Malta hat eine sehr offene im- und exportabhängige Marktwirtschaft. Weltwirtschaftliche Entwicklungen sind aufgrund dieser Offenheit und der geringen Größe der Volkswirtschaft besonders spürbar. Seit den Anfängen ausländischer Direktinvestitionen in den 1960er Jahren in Malta erlebt die maltesische Wirtschaft einen kontinuierlichen Strukturwandel. Maltas Wirtschaft basiert insbesondere auf den Bereichen hochwertige Produktion und Dienstleistung. Hervorzuheben sind insbesondere Tourismus, Finanzdienstleistungen, Onlineglücksspiele, pharmazeutische Industrie, Informations- und Kommunikationstechnologie und Flugzeugwartung. Darüber hinaus beabsichtigt Malta, bei den Zukunftsthemen Blockchain und künstliche Intelligenz eine Führungsrolle einzunehmen.
Seit 2008 ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in Malta.

Wirtschaftslage

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2018 real um 6,6 Prozent und betrug 12,3 Milliarden Euro. In den zurückliegenden Jahren hat Malta umfassende Anstrengungen zur Reduzierung der Staatsverschuldung (2018: 46 Prozent des BIP) und zur Erzielung eines Haushaltsüberschusses (2018: 2 Prozent des BIP) unternommen.

Wachstumstreiber sind der Dienstleistungssektor, hier insbesondere Finanzdienstleistungen, Online-Glücksspiele, IT sowie der Tourismus. Die Urlauberzahlen sind 2018 (um mehr als 300.000) auf rund 2,6 Mio. gestiegen (davon rund 9 Prozent aus Deutschland). Separat erfasst wurden  633.000 Kreuzfahrttouristen (davon13 Prozent aus Deutschland).

Die große Arbeitskräftenachfrage hat in den letzten zehn Jahren die Bevölkerung um 70.000 auf 480.000 ansteigen lassen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 3,5 Prozent, es herrscht praktisch Vollbeschäftigung. Fortbestehender Fachkräftemangel wird ausgeglichen durch Anwerbung von Arbeitskräften sowohl aus EU-Mitgliedsstaaten als auch Drittstaaten. Die Zahl ausländischer Arbeitnehmer ist in den zurückliegenden Jahren auf ca. 43.000 stark angestiegen - fast 30 Prozent aller im Privatsektor Beschäftigten.

Außenhandel

Die Exporte sanken 2018 um 11% auf 3,3 Milliarden Euro: davon 45% in die EU, 18% nach Asien und 14% nach Afrika. Die Importe sanken auf 6,1 Milliarden Euro: 66% aus der EU, 15% aus Asien).

Ende 2017 betrug der Bestand deutscher Direktinvestitionen in Malta rd. 13,5 Milliarden Euro.
Die von der Regierung und der Privatwirtschaft gegründete Organisation „Trade Malta“ ist für die Förderung der Außenhandelsbeziehungen zuständig, die staatliche Wirtschaftsförderungsgesellschaft „MaltaEnterprise“ für Unternehmensansiedlungen.
Als Standortvorteile werden angeführt: EU-Mitgliedschaft und der Euro als gesetzliches Zahlungsmittel, Lohnniveau, Englisch als zweite Amtssprache, Doppelbesteuerungsabkommen mit zahlreichen Ländern, Unternehmensbesteuerung, schneller Zugang zu Entscheidungsträgern.

Umwelt

Malta hat den geringsten Süßwasservorrat je Einwohner. In den vergangenen Jahren ist die Grundwasserentnahme signifikant gestiegen, hauptsächlich durch die Landwirtschaft. Das Entnahmeniveau ist inzwischen so hoch, dass der Grundwasserspiegel sinkt, wodurch Salzwasser in die Grundwasserreservoirs eindringen kann. Im europäischen Vergleich liegt der Wasserverbrauch je Einwohner in Malta im unteren Bereich. Nur die Hälfte des von den Wasserwerken bereit gestellten Leitungswassers besteht aus Grundwasser, die andere Hälfte wird durch Meerwasserentsalzungsanlagen gewonnen.

Der Anteil erneuerbarer Energien in Malta liegt bei ca. 7 Prozent der zweitniedrigste Wert in der EU. Bis 2020 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch 10 Prozent betragen.

Hinweis: Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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