Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Wirtschaftspolitik Mali

Artikel

Stand: Juni 2018

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Seit der Krise ist die wirtschaftliche Entwicklung Malis stabil. Die Schaffung von Arbeitsplätzen hält nicht mit dem hohen  Bevölkerungswachstum mit. Im Jahr 2017 belief sich das Wirtschaftswachstum auf geschätzt 5,8 Prozent, dies trotz gleichbleibend schwieriger Rahmenbedingungen wie einer angespannten Sicherheitssituation in vielen Landesteilen und nur langsamen politischen Fortschritten. Nach einer im langjährigen Vergleich hohen Inflation von 5,1 Prozent im Jahr 2012, einer geringfügigen Deflation (-0,1 Prozent) 2013 und einer Inflation von 2,4 Prozent 2015, betrug die Inflation im Jahr 2016 0,5 Prozent.

Die Verringerung der Armut macht – u.a. wegen des hohen Bevölkerungswachstums und institutioneller Schwächen – nur langsam Fortschritte. Mali zählt zu den ärmsten Ländern der Erde; über 50 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Kaufkraftbereinigt verdienen Malier etwa 1.500 USD pro Jahr. Im 2015 veröffentlichten Human Development Index wird Mali auf Rang 176 von 187 untersuchten Ländern geführt.

Die handelspolitischen Rahmenbedingungen mit einheitlichen Außenzöllen werden in der Währungsgemeinschaft UEMOA abgestimmt. Mali ist zudem Mitglied in allen wichtigen Wirtschaftsorganisationen, wie der Weltbank, der Welthandelsorganisation WTO, der regionalen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS und der Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten AKP. Mali engagiert sich in den verschiedenen Gremien des NePAD (The New Partnership for Africa's Development).

Mali ist zunehmend marktwirtschaftlich orientiert. Die Privatisierung von Staatsunternehmen schreitet – wenn auch mit Schwierigkeiten - voran. Das Volumen ausländischer Direktinvestitionen in Mali liegt nach wie vor unter dem wirtschaftlichen Potential Malis. Im "Doing Business"-Report der Weltbank rangiert Mali 2017 auf Rang 141 von 190.

Zwischen der regionalen Währung der CFA-Franc Zone und dem Euro besteht ein fester Wechselkurs (1 Euro = 655,957 FCFA).

Außenhandel

Die malische Wirtschaft ist in hohem Maße von den Weltmarktpreisen der beiden wichtigsten Exportgüter Baumwolle und Gold abhängig. Von der malischen Regierung wird deshalb eine Armutsminderung durch Diversifizierung und Umstrukturierung der Wirtschaft, insbesondere des Rohstoffsektors angestrebt, um die Verwundbarkeit durch externe Faktoren zu verringern. Mali nimmt an der "Extractive Industries Transparency Initiative" (EITI) teil.

Weitere Rohstoffvorkommen im Land (neben Gold) - insbesondere Kalk, Phosphat, Diamanten und Marmor - werden derzeit noch kaum ausgebeutet. Offene Fragen zur Förder- und Transportinfrastruktur und der derzeitigen Sicherheitslage verhindern es zurzeit, im Norden erhoffte Erdöl- und Phosphatvorkommen zu erschließen. Lithium wird vermutet. Einnahmeverbesserungen sind deshalb erst mittelfristig denkbar.

China wird als Lieferant von preisgünstigen Konsumgütern ein immer wichtigerer Handelspartner.

Umweltpolitik

Die malische Regierung hat das Kyoto-Protokoll ratifiziert und die internationalen Konventionen zum Kampf gegen die Wüstenbildung (CCD) und Schutz der Biodiversität unterzeichnet. Mit der Erarbeitung eines nationalen Umweltaktionsplans und eines nationalen Aktionsplans zur Anpassung an den Klimawandel wurden wichtige Voraussetzungen zur Umsetzung dieses Engagements geschaffen. Mali hat des Weiteren den Vertrag von Paris (COP21) ratifiziert und die internationalen Konventionen zum Kampf gegen die Wüstenbildung (CCD) und zum Schutz der Biodiversität unterzeichnet.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Verwandte Inhalte

nach oben