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Kultur- und Bildungspolitik Malaysia

Artikel

Stand: November 2018

Kulturpolitik

Die drei großen malaysischen Bevölkerungsgruppen der Malaien, Chinesen und Inder sowie verschiedene indigene Völker vor allem in Ostmalaysia sorgen für kulturelle Vielfalt. In Kuala Lumpur trifft man auf eine lebendige Tanz-, Theater-, Musik- und Kunstszene, die oftmals traditionell malaysische gekonnt mit modernen – auch westlichen – Elementen verbindet. Daneben treten regelmäßig internationale Stars auf.

Allerdings setzt die zunehmende Islamisierung, die viele Bereiche des Alltagslebens erfasst, der Vielfalt Grenzen. So wurden zum Beispiel einzelne traditionelle Tanz- und Musikformen der indigenen Malaysier mit simulierten Trance- bzw. Rauschzuständen, aber auch bestimmte malaiische Kulturpraktiken mit Aufführungsverboten belegt. Für Bücher, Filme und Theaterstücke gelten strenge Zensurvorschriften.

Bildungssystem

Die Regierung misst dem Erziehungssektor hohe Priorität bei. Ca. 26 % der Staatsausgaben fließen in das Erziehungswesen. Die Analphabetenrate stagniert bei 4 %, mit einer Einschulungsrate von 96 % ist primäre Schulbildung nahezu flächendeckend gewährleistet. In der Sekundarschule sinkt die Quote jedoch auf ca. 80 %. Die staatlichen und zahlreichen privaten Hochschulen des Landes bieten mehr als 900.000 Studenten vor allem in den technischen Studiengängen gute Studienbedingungen. Der im Jahr 2015 vorgestellte „11. Malaysia-Plan“ spielt der Übergang zu einer stärker von der Industrie beeinflussten und getragenen beruflichen Bildung eine prominente Rolle.

Medien

Sowohl Fernsehen und Radio als auch die Printmedien unterlagen bis zum Regierungswechsel nach den Parlamentswahlen im Mai 2018 einer strengen staatlichen Zensur beziehungsweise einer durch staatlichen Druck erzeugten Selbstzensur. Die Presse- und Meinungsfreiheit – obwohl in der Verfassung garantiert – wurde faktisch durch mehrere Gesetze zum Schutz der nationalen Sicherheit und der öffentlichen Ordnung eingeschränkt; die (neue) Regierung hat eine Überprüfung dieser Gesetze angekündigt. In einem ersten Schritt wurde das „Anti-Fake News Gesetz“, das die Vorgängerregierung im April 2018 erlassen hatte, durch das neue Parlament aufgehoben; der Senat hat die Aufhebung jedoch einstweilen blockiert.

Der (sunnitische) Islam genießt als so genannte „offizielle Religion des Staatswesens“ (Art. 3.1 der malaysischen Verfassung) besonderen Schutz. Dabei wird von einer dogmatisch reinen, von den Religionsbehörden definierten konservativen Version des sunnitischen Islams ausgegangen und gegen sogenannte „abweichende“ („deviant“) Auslegungen des Islams aktiv vorgegangen. Im Übrigen herrscht laut Verfassung weitgehende Religionsfreiheit. Allerdings ist seit 30 Jahren eine von der Regierung geförderte stärkere Betonung islamischer Traditionen, Gebote und Verbote zu beobachten, die zu einer fortschreitenden Islamisierung von Gesellschaft, Staat und Justiz führt. Für die muslimische Bevölkerungsgruppe urteilen Scharia-Gerichte auf der Basis islamischen Zivilrechts, der Verhängung von Strafen nach dem islamischen Strafrecht sind enge Grenzen bei der Strafbewehrung gezogen.

Durch sein Selbstverständnis als islamisches Land sieht sich Malaysia insbesondere in die Solidarität aller muslimischen Staaten eingebunden. Hierbei kommt der Unterstützung für Palästina, aber auch für die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar eine herausgehobene Rolle zu. Mit Israel unterhält Malaysia keine diplomatischen Beziehungen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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