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Malawi: Kultur- und Bildungspolitik Malawi

25.02.2019 - Artikel

Kultur

In den Städten Malawis gibt es eine lebendige Popmusik- und DJ-Szene mit regelmäßigen Auftritten von beliebten malawischen Künstlern wie den Black Missionaries, Lucius Banda, Maskal, Tay Grin, Patience Namadingo oder Faith Mussa. Auch eine kleine Szene für Comedy, 'spoken word' und 'poetry slam' existiert, prominentester Protagonist ist der Künstler „Q“. Auf dem Land, wo 84%  der Bevölkerung leben, überwiegt afrikanische Kultur mit traditionellen Tänzen und Musik – aber auch hier sind Reggae und HipHop auf dem Vormarsch.

Das in der Regel jährlich stattfindende, dreitägige “Lake of Stars”-Festival am Ufer des Malawisees verbindet traditionelle und moderne malawische Musikströmungen und bietet zahlreichen malawischen und internationalen Künstlern ein Forum. Gleiches gilt für das inzwischen ebenfalls jährlich stattfindende „Tumaini“-Festival, das im Flüchtlingscamp Dzaleka durchgeführt wird und malawische Kultur und Musik mit Kultur aus den Herkunftsländern der Geflüchteten (hauptsächlich Region Große Seen) verbindet.
Europäische klassische Musik spielt im malawischen Kulturleben so gut wie gar keine Rolle. Einige kleinere Theaterensembles geben regelmäßig Vorführungen in Blantyre und Lilongwe, auch durch tatkräftige Unterstützung der Stadt Hannover (Städtepartnerschaft mit Blantyre) und das Theater Konstanz.

Bildung

Primar-, Sekundar- und Hochschulwesen sind etabliert, weisen aber gravierende Defizite auf. Seit der Abschaffung der Schulgebühren für den Primarschulbereich 1994 ist die Schüler/innenzahl stark angestiegen. Die Zahl der Klassenzimmer und Lehrer/innen hinkt dieser Entwicklung allerdings noch heute hinterher, was durch das hohe Bevölkerungswachstum noch verschärft wird. So muss sich in einer Grundschulklasse ein/e Lehrer/in um durchschnittlich 80 Schüler/innen kümmern. 116 Kinder kommen durchschnittlich auf ein Klassenzimmer. Häufig findet der Unterricht unter freiem Himmel statt. Die Qualität des Unterrichts insbesondere an Grundschulen ist weiterhin niedrig und die Lernergebnisse unbefriedigend. Die Schulabbrecherraten, insbesondere bei Mädchen, sind nach wie vor extrem hoch. Nur knapp einem Drittel aller Jungen (36%) und Mädchen (29%) gelingt es, die achtjährige Grundschule abzuschließen.

Bildung ist ein Schwerpunktsektor der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Malawi. Deutschland unterstützt Malawi unter anderem dabei, Lehrer/innen besser auszubilden und mehr Schulgebäude zu errichten. Zudem engagiert sich Deutschland im Bereich Schulspeisung. Über tägliche Schulmahlzeiten wird der Ernährungszustand und die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht von Schülerinnen und Schülern an Primarschulen verbessert sowie die Abwesenheit verringert. Es gibt außerdem verschiedene private Stiftungen, Vereine und Initiativen, die in Deutschland Spendengelder sammeln und in Malawi Schulen unterstützen bzw. deren Bau ermöglichen.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird routinemäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Malawi ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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