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Kultur und Bildung Luxemburg

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Stand: Januar 2019

Luxemburg hat ein dreistufiges Schulsystem (Kindergarten, Grundschule, Oberschule), das vor allem auch für eine gute Integration der Kinder der ins Land eingewanderten Arbeitnehmer aus südlichen Ländern sorgen muss.

Die Regierung Luxemburgs will die begonnenen Reformen im Bildungsbereich trotz Widerständen bei Lehrern und Schülern fortsetzen. Die Reform der Grundschule ist seit dem Herbst 2009 in Kraft. Die Reform der Oberschule (Secondaire) wurde 2013 noch von der Regierung Juncker in die Wege geleitet; sie wurde zum Schuljahresbeginn 2014/2015 umgesetzt. Im Mai und Juli 2016 wurden von der Abgeordnetenkammer zwei verschiedene Gesetzesentwürfe verabschiedet, die den bisherigen Religions- und Moralunterricht abschaffen. Im Schuljahr 2016/2017 wurde als Ersatz der neue gemeinsame Werteunterricht „Leben und Gesellschaft“ in den Sekundarschulen Luxemburgs eingeführt. Im Folgejahr, zum Schuljahr 2017/2018, ersetzte er auch in den Grundschulen des Großherzogtums den bisherigen Religions- und Moralunterricht.

Der Ausbau der landeseigenen Universität, die 2003 gegründet wurde, schreitet voran. Anfang 2015 erfolgte der Umzug von Luxemburg Stadt nach Belval bei Esch/Alzette. An der Universität Luxemburg waren Ende 2016 6.366 Studierende eingeschrieben, die aus 113 Ländern stammen: 44 % aus Luxemburg, 54 % aus anderen EU-Ländern sowie 19 % aus Nicht-EU-Ländern (Summe größer als 100 wegen doppelter Nationalitäten). Weitere Studienmöglichkeiten bestehen am Lehrerseminar und Konservatorium (Musik und Schauspiel). 4.525 Luxemburgerinnen und Luxemburger studieren in Deutschland, das damit einer der beliebtesten Studienorte für sie ist; gefolgt von der eigenen Universität (3.723), Belgien (3.479) und Frankreich (2.333). Die luxemburgischen Studierenden an deutschen Hochschulen sind überwiegend in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern eingeschrieben.

1994 hatte die UNESCO die Luxemburger Altstadt zum Kulturerbe der Menschheit erklärt. Seit November 2010 ist Luxemburg mit der Echternacher Springprozession auch auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO vertreten und auch die sich im Schloss Clervaux befindende Foto-Ausstellung „The Family of Man“, zusammengestellt vom Luxemburger und Pionier der Fotografien, Edward Steichen, gehört seit 2003 zum Verzeichnis des Weltdokumenterbes der UNESCO.

Neben der staatlichen und kommunalen Kulturförderung gibt es in Luxemburg eine Vielzahl privater und institutioneller Mäzene (insbesondere Banken) für die bildenden und darstellenden Künste.

Das auch international bekannte RTL-Symphonieorchester, das seit 1995 als Luxemburger Philharmonisches Orchester firmiert, verfügt mit der im Juni 2005 fertig gestellten neuen Philharmonie über eine repräsentative Heimstätte. Das von dem chinesisch-amerikanischen Stararchitekten Pei erbaute und im Sommer 2006 eröffnete Museum für moderne Kunst zeigt Ausstellungen moderner Malerei und Plastik.

Im Jahr 2003 wurde das trilaterale (Deutschland-Frankreich-Luxemburg) Kulturinstitut Pierre Werner (IPW) gegründet. Das IPW leistet durch Förderung des kulturellen und intellektuellen Dialoges zwischen den Gründungsländern einen Beitrag zur Entwicklung einer europäischen Staatsbürgerschaft im Sinne der Tradition der europäischen Aufklärung und der Erfahrungen der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts. Die Industriestadt Esch/Alzette, seit kurzem Hauptsitz der Universität Luxemburg, wird 2020 Kulturhauptstadt Europas.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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